Nr. 42/2013 vom 17.10.2013

Zu viel

Von Timo Posselt

Alles begann mit einem Artikel in dieser Zeitung. Ich schnitt ihn aus, zeigte ihn herum. Einige Neugierige kamen ans Konzert von Animal Collective. Was wir dann im St. Galler «Palace» erlebten, hat uns geprägt. Das wirkt bis heute noch in den Gesprächen nach. Mit dem Auftritt veränderten die drei New Yorker die Art, wie ich Musik höre: Die Gitarren klangen wie Loops, der Gesang war Perkussion, die Elektronik zerstob zum Muster. Ich musste mich hinsetzen, es war zu viel. Natürlich reiste ich ihnen nach. Doch die erste Erfahrung liess sich nicht wiederholen. Mit «Strawberry Jam» von 2007 waren sie auf dem Zenit – kurz vor dem Biss des Mainstreams. Der kam, doch der Mastdarm der Popkultur verdaute schnell. Nun erinnert Animal Collective wieder an ein musikalisches Orakel.

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