Kinderbetreuung : Ein Krippenfonds für den Kanton Zürich

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Trotz des Anstiegs der Kinderbetreuungsplätze um achtzig Prozent im Kanton Zürich in den letzten acht Jahren haben viele Kinder noch immer keinen Platz in einem Hort oder einem Mittagstisch, in einer Tagesfamilie oder Krippe. Während in der Stadt Zürich 2012 ein Drittel der Kinder betreut werden konnten, fehlen vor allem in den Gemeinden des Zürcher Weinlands die Betreuungsangebote völlig. Dies möchte nun die Alternative Liste (AL) mit der kantonalen Initiative «Bezahlbare Kinderbetreuung für alle» ändern. Sie schlägt vor, dass die Firmen und die Selbstständigen von ihrer AHV-pflichtigen Lohnsumme zwei bis fünf Promille abgeben. Das Geld soll in einen Fonds kommen, der den Ausbau von Betreuungsangeboten unterstützt. «Einen solchen Betreuungsfonds kennen bereits die Kantone Waadt, Fribourg und Neuenburg», sagt Walter Angst vom Initiativkomitee.

Die administrativen Vorgaben für die Betreuung zu vermindern und so den Zugang zum Krippenmarkt zu vereinfachen, wie es der kantonale Gewerbeverband vorschlägt, lehnt Angst ab: «Vor allem bei den Krippen haben wir keine übermässigen Standards.» Würden die administrativen Schranken gesenkt, ginge dies mit einem Qualitätsverlust bei der Betreuung einher. Betriebsinterne Lösungen, die der Gewerbeverband ebenfalls propagiert, seien nur für Grossunternehmen geeignet. «Die KMUs haben allein schon wegen des administrativen Aufwands keine Chance, eigene Betreuungsangebote aufzubauen.» Fördern Betriebe selbstständig Betreuungsangebote, können diese Beiträge von den Zahlungen an den Betreuungsfonds abgezogen werden. Bis Ende April sammelt die AL Unterschriften für die Initiative, die sie Ende September einstimmig abgesegnet hat. Timo Posselt