Nr. 09/2014 vom 27.02.2014

Zentralbankchef als Whistleblower

Von Markus Spörndli

Nicht nur die Anschlagsserie der dschihadistischen Gruppierung Boko Haram im Norden Nigerias, wo am Dienstag bei einer Schule mindestens 43 Menschen starben, hält das bevölkerungsreichste Land Afrikas in Atem. In der Hauptstadt Abuja ist vor einer Woche ein politischer Kampf um einen prominenten Whistleblower entbrannt: Der Gouverneur der nigerianischen Zentralbank, Lamido Sanusi, versuchte, gegenüber einem parlamentarischen Kontrollgremium zu beweisen, dass das staatliche Erdölunternehmen NNPC rund zwanzig Milliarden US-Dollar unterschlagen hat, die eigentlich dem Staat gehörten.

Der mitteilungsfreudige Zentralbankchef, der früher auch schon mal davor warnte, Afrika lasse sich von China «eine neue Form des Imperialismus» gefallen, wurde kurz nach der Offenbarung von seinem Posten suspendiert. Er habe den Dienstweg nicht eingehalten und hätte an ein Regierungsgremium gelangen sollen. Sanusi wehrt sich seit Dienstag mit einer Klage gegen Staatspräsident Goodluck Jonathan gegen seine Beurlaubung.

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