Nr. 51/2014 vom 18.12.2014

Die Rille der Rätsel

Von Armin Büttner*

Die 1967er-Beatles-LP «Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band» enthält neben unsterblichen Songs auch eine unsterbliche Endlosrille, die noch immer FreundInnen unmodischer Drogen von der Arbeit abhält. Was sagt Paul zwischen den Geräuschen am Ende von Seite zwei immer wieder? Angeblich: «Never could be any other way.» Aber was meint er damit? Und rückwärts? Wird da mit Sex à la Superman gedroht? Von McCartney? Echt jetzt?

Warum ist auf manchen Pressungen die Klangcollage nur einmal zu hören, auf manchen gar nicht? Hört man je nach Art des verabreichten Stimulans immer etwas anderes?

Lustig, dass sich nach 47 Jahren noch Leute mit solchen Fragen befassen (vgl. Internet!).Eine siebenstündige Veranstaltung im Zofinger «Alass» will sich hingegen eher den technischen Aspekten widmen, die «Pepper»-Rille digitalisieren, verlangsamen, ihr auf den Grund gehen.

Am Freitag, dem 13. März 2015, geht es dort von 16 bis 23 Uhr um wichtige Fragen: Von den Erstpressungen heisst es etwa, neben der britischen sei nur die deutsche korrekt geschnitten, weil man in Teutonien Anweisungen zu befolgen weiss (vgl. Hitler et cetera). Das ist falsch, wie ein italienisches Exemplar in der Sammlung von Kollegin Karin beweist (vgl. Mussolini?). Doch kommt hier jene Sekunde nicht etwas später? Hat man im Presswerk geschlampt? Und: Warum drehen Hunde kurz vor der Endlosrille durch? Springen sie bei jeder Pressung in die Luft? Bei welchen Exemplaren würden sie springen? Wie ist es mit der CD?

In Zofingen wird also ein toller Abend für fliegenbeinzählende Early-Britpop-Fans mit Hang zu Verschwörungstheorien geboten. Wer eine LP mitbringt, darf umsonst rein, Drogen lassen wir aber besser zu Hause, oder?

Bei der Recherche hätte der Autor locker den KollegInnen Karin und Yves den Original-«Pepper»-Ausschneidebogen klauen können – 
sie haben ihn nie bemerkt!

* Wunsch von Christian Balke: «Befasst euch mit der ‹Sgt. Pepper’s›-Endlosrille.»

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