Nr. 27/2016 vom 07.07.2016

Arg und Ärger: Arbeiten bei Amazon

Von Adrian RiklinMail an AutorIn

Vor zwei Wochen legten Angestellte in drei Amazon-Logistikzentren in Deutschland erneut vorübergehend die Arbeit nieder, um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Scheinselbstständigkeit, Flexibilisierungsdruck und fehlende Gesamtarbeitsverträge: Die Situation von vielen Dienstleistungsangestellten ist – auch hierzulande – prekär. Das zeigte sich auch an der Delegiertenversammlung des Sektors Dienstleistungen der Gewerkschaft Unia. Unter dem Titel «Dienstleistungspolitik 4.0» diskutierten die Delegierten vergangene Woche über aktuelle Entwicklungen in diesen Branchen.

Das Beispiel des US-amerikanischen Versandunternehmens ist wegweisend im negativen Sinn: Der Konzern ist der massgebende Lohndrücker der Branche – nach wie vor verweigert er den Angestellten den Schutz durch einen Gesamtarbeitsvertrag. Die Beschäftigten, von denen ein grosser Teil nur befristet eingestellt wird, haben unter permanenter Videoüberwachung nach einem streng standardisierten Prozessablauf zu arbeiten. Folgen davon sind unter anderem überdurchschnittlich häufig auftretende körperliche wie auch psychische Erkrankungen.

Die Unia-Delegierten haben nun eine Resolution verabschiedet, mit der sie sich mit den KollegInnen bei Amazon in Deutschland, Frankreich und weiteren Ländern solidarisieren. Zudem ruft die Gewerkschaft Amazon-KundInnen in der Schweiz auf, die Petition «Behandeln Sie die Amazon-Mitarbeiter/innen fair!» an Jeff Bezos, den CEO von Amazon, zu unterschreiben.

Die Petition kann unterschrieben werden unter www.change.org/p/jeff-bezos-behandeln-sie-die-amazon-mitarbeiter-innen-fair.

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