Nr. 03/2017 vom 19.01.2017

Generation Episodenfilm

Von Geri Krebs

Ein linksradikaler Aktivist verstaut einen Brandsatz in seinem Rucksack; ein älterer Revierförster steckt in finanziellen Schwierigkeiten; eine asiatischstämmige junge Polizistin erlebt ihren ersten Arbeitstag; eine junge Ukrainerin reist verliebt nach Zürich; und ein von seiner Schweizer Frau geschiedener Chilene lockt die gemeinsame Tochter in sein Auto. Es sind fünf Geschichten von alltäglichem Wahnsinn, die die fünf jungen RegisseurInnen Luca Ribler, Wendy Pillonel, Jan-Eric Mack, Yasmin Joerg und Lisa Brühlmann an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) im Rahmen eines Studienprojekts zum Episodenfilm zu einem Schicksalsreigen verwoben haben.

Dieser nimmt seinen Lauf an einem heissen 1. August in Zürich – und in der Verknüpfung der von vier AutorInnen geschriebenen Episoden beweisen die fünf noch kaum bekannten RegisseurInnen einiges Geschick. Episodenfilme sind in den letzten rund zehn Jahren hierzulande ja keine Seltenheit, angefangen etwa bei «Happy New Year» (2008) über «180°» (2010), «Traumland» (2013) bis hin zu «Heimatland» (2015). Im Gefolge von Letzterem war zuletzt wiederholt von einer «Generation Heimatland» die Rede. Vielleicht müsste man eher von einer «Generation Episodenfilm» sprechen. Die RegisseurInnen von «Peripherie» sind zwischen 27 und 35 Jahre alt, und mit Wendy Pillonel ist eine Cineastin mit von der Partie, die in Solothurn zusätzlich noch mit der Weltpremiere ihres neuen Kurzfilms («Les Heures-Encre») vertreten ist. Die fünf Geschichten in «Peripherie» mögen zwar etwas kolportagehaft wirken, aber die Episoden sind elegant miteinander verwoben, und daran haben die fünf CutterInnen, ebenfalls Studierende der ZHdK, einen nicht unwesentlichen Anteil. «Peripherie» ist in jeder Hinsicht das Werk eines Kollektivs.

In: Solothurn, Reithalle, So, 22. Januar 2017, 20.30 Uhr, und Landhaus, Mi, 25. Januar 2017, 12 Uhr.

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