Nr. 12/2017 vom 23.03.2017

#KeLoscht

Von Robert Müller

Der Kanton Luzern hat sich wegen seiner Tiefsteuerstrategie ein Finanzloch von über 500 Millionen Franken eingehandelt. Darum sparen Regierung und Parlament seit Jahren, auch in der Bildung. Höhepunkt waren «Zwangsferien» an den Mittel- und Berufsschulen, damit der Kanton fünf Millionen Franken bei den LehrerInnenlöhnen einsparen konnte.

Seit Jahren protestieren SchülerInnen jeweils vor den kantonsrätlichen Budgetdebatten gegen die Kürzungen. Viel gebracht hat es nicht. «Wir wurden zwar von der Regierung zu Gesprächen empfangen, doch auf unsere Anliegen ging sie nicht ein», sagt Serafin Curti, Präsident des Verbands der Luzerner Schülerorganisationen (VLSO). Es wurden Schul- und Studiengebühren erhöht, Beiträge für Studienreisen und Klassenlager gekürzt oder Klassen vergrössert. Und das Sparkarussel drehte sich munter weiter, mit Klassenzusammenlegungen, längeren unbezahlten Arbeitszeiten für Lehrpersonen oder der geplanten Halbierung der kantonalen Beiträge an die Musikschulen. Für die Schülerorganisationen kann es so nicht weitergehen. «Wir sind weiterhin dialogbereit», sagt Serafin Curti, «aber dieser Dialog soll nicht mehr von oben herab stattfinden wie bisher, sondern auf Augenhöhe.» Und VLSO-Vizepräsidentin Marienne Montero kritisiert: «Die Sparpolitik ist unverantwortlich. Sie gefährdet unsere Zukunft und das Fundament für den Erfolg der Schweiz.»

Jetzt wollen die SchülerInnen am Mittwoch, 5. April, mit einem Protest den Ernst der Lage verdeutlichen, unter dem Hashtag «KeLoscht»: In Luzern wird eine Demo organisiert. Und in Basel-Stadt und Baselland, Zürich, Aarau und Genf werden SchülerInnen Solidaritätskundgebungen abhalten – solche kantonsübergreifende SchülerInnenproteste gab es noch nie. Geplant ist auch, dass SchülerInnen aus weiteren Kantonen nach Luzern zur Demo fahren.

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