Nr. 34/2018 vom 23.08.2018

Tatort Letzibadi – Teil III

Von Franziska MeisterMail an AutorIn

«Kommen Sie, helfen Sie uns» – die Stimme dringt hinter einem zweiten Mundschutz hervor, der in der Zeltöffnung auftaucht. Im nächsten Moment fühlt sich Max von zwei starken Armpaaren gepackt und umstandslos ins Zelt gewuchtet. Er reisst den Mund auf. Doch für einen Schrei ist es zu spät. Der voluminöse Waschlappen wird ihm bis an die Gurgel in den Mund gedrückt. Sekunden später ist er an Armen und Beinen gefesselt. Nur Zentimeter neben ihm liegt der reglose Körper des Mannes mit der roten Badehose, ein wassergetränktes Frottiertuch über dem Gesicht … tot?

Max wendet entsetzt den Kopf ab. Sein Blick fällt direkt in ein Loch, das eine zur Seite geschobene Betonplatte freigibt. Aus dem Untergrund windet sich ein Schlauch, aus dem noch immer Wasser rinnt. Jetzt langt einer der «Sanitäter» in den Schacht und dreht den Hahn zu. Der andere greift nach dem Handgelenk der roten Badehose und runzelt sekundenlang die buschigen Augenbrauen. «Er lebt – häng ihn an den Tropf, und dann raus mit ihm.»

Die Augenbrauen wenden sich Richtung Max, während die Hand, die Sekunden zuvor noch am Handgelenk des Bewusstlosen ruhte, nach dem nassen Tuch über dessen Gesicht greift. Im nächsten Moment spürt Max, wie sich der schwere, muffig riechende Stoff auf sein eigenes Gesicht legt. Ein leises Quietschen – der Wasserhahn! Panik durchflutet Max …

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