Nr. 37/2019 vom 12.09.2019

Der Klimastreik in jeden Briefkasten

Von Daniel Stern

Mit einem «Extrablatt» in allen Briefkästen der Schweiz hatte die SVP im Juni Stimmung gegen die sogenannte «Klimahysterie» gemacht und den Einfluss der Menschheit auf die Erderwärmung als «unklar» und «umstritten» abgetan.

Jetzt schlägt die Klimastreikbewegung zurück. In einem «Klimablatt» will sie noch vor den nationalen Wahlen möglichst viele Haushalte der Schweiz erreichen. Die InitiatorInnen schreiben dazu: «Trotz einem halben Jahr Klimastreiks haben viele Menschen in der Schweiz die Bedeutung der drohenden Klimakatastrophe noch nicht realisiert. Deswegen probieren wir eine neue Strategie aus: Die Klimafakten direkt in die Briefkästen der Schweiz schicken. Parteiunabhängig, faktenbasiert, einfach verständlich und aufrüttelnd.»

Derzeit läuft die Crowdfundingkampagne, um das nötige Geld dafür zu sammeln. Pro gespendeten Franken kann in zehn Briefkästen ein Klimablatt gesteckt werden. Wer will, kann bei der Spende auch angeben, in welcher Gemeinde er oder sie das Klimablatt verteilt haben will. Es wird in allen Regionen verteilt und erscheint auf Deutsch, Französisch und Italienisch. Derzeit arbeite ein Team «Tag und Nacht» an der Produktion, wie der Aktivist Beat Brunner sagt. Im Konsensprinzip werde auch intensiv über die Frage diskutiert, wie emotional die Zeitung gestaltet werden soll. Die Geldsammelaktion läuft voraussichtlich noch bis zum Samstag. Bei Redaktionsschluss sind bereits rund 130 000 Franken zusammengekommen.

www.klimablatt.ch

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