Nr. 25/2020 vom 18.06.2020

Ausweitung der Fussreflexzone

Von Stephan Pörtner

Das tägliche Fotografieren der eigenen Füsse und die Publikation dieser Bilder in einschlägigen sozialen Medien brachte nicht den erhofften Zuwachs an FollowerInnen und Likes, ganz im Gegenteil, es hagelte Zorn-Emojis und Entfreundungen. Das mochte daran liegen, dass sich eine gut ausgebildete Fuss-, im Gegensatz beispielsweise zur Bauchmuskulatur, kaum zeigen, sondern bestenfalls erahnen lässt. Erschwerend kam der vor einiger Zeit gefasste Beschluss hinzu, ein Leben ohne Überfluss zu führen, der die Auswahl auf drei Paar eher zweckmässige denn neiderweckende Schuhe reduziert hatte. Selbst die Hinterlegung der Bilder mit sogenannter Shoegazermusik half nichts, und so starb dieser Trend unbeweint im allerfrühsten Stadium.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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