Nr. 29/2020 vom 16.07.2020

Das Zeitalter der Banane Wie eine Frucht die halbe Welt auf den Kopf gestellt hat

Die süsse gelbe Frucht begründete ganze Imperien und stürzte im 20. Jahrhundert halb Lateinamerika in Bürgerkriege. Im Namen des billigen Massenkonsums zog die Agrochemie in einen Feldzug gegen Schädlinge und Krankheiten. Nun, da sich ein neuer, hartnäckiger Pilz auf den Plantagen ausbreitet, ist die Existenzgrundlage von Millionen von Menschen bedroht. Sind Neuzüchtungen die Lösung? Oder Eingriffe ins Genom?

Von Toni Keppeler, Ciénaga, und Franziska MeisterMail an AutorIn

(grosse Ansicht der Bananenaufkleber-Sammlung)

Der Tod der Banane hat einen langen Namen. Er heisst Fusarium oxysporum forma specialis cubense tropical race 4. Kaum jemand kann sich das merken. ExpertInnen, die mit ihm zu tun haben, nennen ihn deshalb nur kurz «Fusarium» und bisweilen noch kürzer «TR4». Fusarium ist ein Schlauchpilz, der im Boden lebt. Er befällt zunächst die Wurzeln der Bananenstaude und arbeitet sich dann langsam nach oben. Dabei verstopft er die Gefässe der Pflanze und kappt so die Versorgung mit Nährstoffen und Wasser. Wenn die älteren Blätter gelbe Ränder bekommen, ist es bereits zu spät: Die Pflanze vertrocknet und stirbt ab. Was der Pilz anrichtet, das sieht man zum Beispiel auf Guajira, jener Halbinsel, die im Nordosten Kolumbiens ins Karibische Meer hinausragt: Kilometerweit fährt man dort an Bananenplantagen vorbei, immer wieder ist ein grosses Rechteck herausgeschnitten, nackter Boden, abgesperrt und mit Warnschildern versehen. Dort, wo nichts mehr wächst, hat TR4 sich bereits im Erdreich ausgebreitet.

Guajira ist, zusammen mit der südwestlich davon gelegenen Provinz Magdalena, eine der ältesten Bananenregionen Südamerikas. Noch erstrecken sich entlang der Landstrassen in dieser Gegend riesige Plantagen: üppiges, knalliges Grün, vier, fünf Meter hohe Stauden dicht an dicht in endlosen Reihen. Bananen mögen den Eindruck erwecken, sie seien so etwas wie ein Baum. Sie sind aber nur ein Kraut, wenn auch ein sehr grosses. Was aussieht wie ein Stamm, ist eigentlich ein Stängel, der niemals verholzt. Plantagen von Exportbananen sehen überall auf der Welt gleich aus, bis ins Detail. Das liegt daran, dass überall dieselbe Sorte angebaut wird.

Die Sorte heisst Cavendish, weil die Urmutter dieser Banane aus England stammt. Sie stand in einem Gewächshaus des Landschlosses Chatsworth House in der Grafschaft Derbyshire, das im Besitz der Familie Cavendish ist. Wahrscheinlich wurde die Sorte aus dem Süden Chinas oder aus Vietnam importiert, so genau ist das nicht mehr nachzuverfolgen. Eigentlich gibt es rund 400 essbare Obstbananen; manche sind klein, andere gerade, und längst nicht alle sind gelb. Die meisten von ihnen werden auf kleinen Feldern, in Gärten oder im Wald in subtropischen und tropischen Ländern rund um die Welt angebaut – und vor Ort konsumiert. Lediglich fünfzehn Prozent der weltweiten Produktion werden exportiert, weit über neunzig Prozent davon sind Cavendish-Bananen, die in riesigen Monokulturen wachsen.

Die Cavendish ist die ideale Exportbanane: Sie kann grün geerntet werden und hat eine vergleichsweise dicke Schale, was den Transport erleichtert und die nachgereifte Frucht langsamer schwarz und matschig werden lässt. Und sie hat keine Samen, die ihr, wenn die Banane überreif ist, einen säuerlichen Geschmack geben würden. Rund achtzig Prozent aller exportierten Cavendish-Bananen stammen aus Mittel- und Südamerika. Die Schweiz importiert jedes Jahr an die 100 000 Tonnen, der Pro-Kopf-Konsum liegt bei über elf Kilogramm. Die Banane ist das am häufigsten konsumierte Obst weltweit.

Die ersten Bananen, die von Menschen gegessen wurden, haben ArchäologInnen in Steinzeithöhlen im Regenwald von Malaysia nachgewiesen. Von dort scheint die Frucht irgendwie nach Afrika gelangt zu sein, wo sie auch ihren Namen bekam: «banana», wahrscheinlich aus einer Bantusprache oder einer Mundart Guineas oder des Kongo. In Kamerun gab es schon 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung kleinere Pflanzungen. Später wurde die Banane auch auf den Kanarischen Inseln angebaut, von wo sie die spanischen Eroberer auf den amerikanischen Kontinent brachten. Die ersten kleinen Pflanzungen wurden auf Hispaniola angelegt, der karibischen Insel, die sich heute Haiti und die Dominikanische Republik teilen. Von dort breitete sich die Banane auf die tropischen Gebiete Mittel- und Südamerikas aus.

Damals dachte noch niemand daran, dass diese Frucht einmal zum Sinnbild des Neokolonialismus und der ungezügelten Macht von Konzernen werden würde. Dass Bananenrepubliken entstünden. Dass ihretwegen Regierungen fallen und viel Blut fliessen würde, dass ihr Anbau gigantische Flächen an Regenwald verschwinden lassen und Mensch und Umwelt bis heute mit einem gigantischen Pestizidcocktail verseuchen würde.

1. Die Bedrohung

Kein anderes Lebensmittel wird mit so viel Gift besprüht wie die Banane. Doch gegen Fusarium TR4 wirkt kein Gift der Welt: Die Bananenpflanze ist ihm schutzlos ausgeliefert. Und der Pilz ist zäh: Er überlebt auch ohne seinen Wirt jahrzehntelang im Boden, dreissig Jahre mindestens. Wo er auftritt, hat der Anbau der Cavendish keine Zukunft mehr. Erstmals festgestellt hat man TR4 Ende der 1980er Jahre in Taiwan. Von dort hat sich der Pilz über den Fernen Osten in den Nahen Osten und nach Australien und Afrika ausgebreitet. Mittlerweile wütet er in Taiwan, China, Vietnam, Laos, Myanmar, Thailand, Pakistan, Indien, Malaysia, Indonesien, auf den Philippinen, in Australien, Moçambique, Jordanien, Oman, dem Libanon und Israel. Er hat gut 160 000 Hektaren Plantagen infiziert – das entspricht etwa der Fläche des Kantons Freiburg – und dabei wirtschaftliche Verluste von rund 280 Millionen US-Dollar verursacht.

Im Juni vergangenen Jahres wurde TR4 erstmals in Lateinamerika nachgewiesen, in der Provinz Guajira in Kolumbien. Wahrscheinlich war er aber schon ein halbes Jahr länger dort: Die Inkubationszeit einer Pflanze beträgt fünf bis sieben Monate, infizierte Schösslinge zeigen in den ersten vier Monaten keinerlei Anzeichen einer Erkrankung. Von Guajira aus wird sich TR4 in ganz Lateinamerika ausbreiten. Bedroht sind damit über 4,5 Millionen Hektaren Bananenplantagen – mehr als die Fläche der Schweiz –, davon liegen rund 49 000 Hektaren in Kolumbien. Noch sind in Guajira erst 187 Hektaren, verteilt auf acht Betriebe, vom Pilz befallen. Und doch hat die Regierung gleich nach der Entdeckung den nationalen Notstand ausgerufen. Immerhin nimmt das Land mit dem Export von Bananen jedes Jahr rund 900 Millionen US-Dollar ein.

«Wir können die Ausbreitung dieses Pilzes nicht verhindern», sagt José Francisco Zuñiga. «Wir können sie nur aufhalten und abbremsen und hoffen, dass in dieser Zeit eine Alternative gefunden wird.» Zuñiga ist Geschäftsführer von Asbama, der Vereinigung der BananenpflanzerInnen in den Provinzen Magdalena und Guajira. Asbama ist der weitaus grösste Arbeitgeber in der Region. Zuñiga versteht nicht viel von Bananen, aber umso mehr von Zahlen und vom Verkaufen. Und er weiss: Dieser Pilz kann seine Verkaufszahlen so in den Keller drücken, dass er einpacken und sich einen anderen Job suchen kann. «Wir haben die betroffenen Flächen sofort unter Quarantäne gestellt. Niemand darf sie mehr betreten, ausser den Spezialisten vom Landwirtschaftsministerium, und die kommen in Schutzanzügen.»

Man kann diese Flächen von der Strasse aus sehen: rechteckige, aus den Plantagen geschnittene Freiflächen, umgeben von einem zwanzig Meter breiten Sicherheitskordon und abgesperrt mit rot-weissen Plastikbändern. Schilder weisen darauf hin, dass das Betreten strengstens verboten ist. Kranke Pflanzen wurden ausgerissen und verbrannt, Bewässerungskanäle umgeleitet und abgeblockt, damit keine mit dem Pilz kontaminierte Erde herausgeschwemmt wird. «Wir haben alleine in die Isolierung dieser Böden 1,3 Millionen US-Dollar gesteckt», sagt Zuñiga.

Niemand weiss, wie Fusarium TR4 ins Land gekommen ist. Der Landwirtschaftsminister Kolumbiens vermutete einmal, er sei vom benachbarten Venezuela an den Schuhen von WanderarbeiterInnen über die Grenze gekommen. Doch diese Vermutung hat eher politische denn wissenschaftliche Gründe: Die Regierungen von Kolumbien und Venezuela sind sich alles andere als grün, schliessen immer wieder die Grenze und brechen die diplomatischen Beziehungen ab. In Venezuela wurde der Pilz noch nicht festgestellt, es ist also unwahrscheinlich, dass er von dort kam. Zuñiga kann sich eher vorstellen, dass er über Setzlinge, die in Asien gekauft wurden, auf die Plantagen gelangte. Es ist üblich, dass die PflanzerInnen nicht selbst Ableger der Banane grossziehen, sondern sie von darauf spezialisierten Farmen einkaufen.

Einmal im Land, konnte sich der Pilz problemlos ausbreiten. «Eine grosse Bananenfinca hat viele Zugänge», sagt Zuñiga. «Lange hat niemand überprüft, wer da alles hereinkam und wieder hinausging.» Auch die Reifen der Bananenlaster könnten den Erreger der Krankheit von einer Plantage zur nächsten getragen haben. Das wurde inzwischen unterbunden. Die Plantagen sind mit Zäunen umgeben, es gibt nur noch einen einzigen Zugang, und der ist mit einer Sicherheitsschleuse ausgestattet. In einem breiten Graben, gefüllt mit Desinfektionsmittel, werden die Reifen der wenigen Fahrzeuge gewaschen, die noch auf das Gelände eines Betriebs gelassen werden. ArbeiterInnen müssen ihre Rucksäcke draussen lassen und die Schuhe wechseln. Ihre Gummistiefel bleiben auf der Plantage und werden regelmässig desinfiziert, dasselbe gilt für Arbeitsgeräte wie Macheten. «Das Prinzip ist einfach», sagt Zuñiga, «sauber rein und sauber wieder raus.»

Niemand weiss, wie der TR4-Pilz nach Kolumbien gekommen ist.

Umgerechnet gut 20 000 Franken muss eine Plantage in die Sicherheitsschleuse investieren; dazu kommen die laufenden Kosten für Desinfektionsmittel. Für einen grossen Betrieb ist das kein Problem. Es sind die kleinen ProduzentInnen, die oft nicht viel mehr als eine Hektare für den Eigenbedarf und für den Markt im nächsten Dorf bebauen, die Zuñiga Sorgen bereiten. Die können solche Investitionen nicht stemmen. «Denen müsste der Staat unter die Arme greifen», sagt er. Seine grösste Sorge ist aber, dass die Aufmerksamkeit erlahmt, dass die Betriebe nachlässiger werden, wenn bei ihnen kein Pilzbefall festgestellt wird. Asbama hat deshalb eine Gruppe von Agraringenieuren zusammengestellt, die die Plantagen regelmässig kontrollieren.

Auch an den Strassen zwischen dem Anbaugebiet und dem Hafen wurden Kontrollstellen eingerichtet, an denen die Reifen der Bananenlaster noch einmal desinfiziert werden. Derzeit wird ein Labor aufgebaut, in dem regelmässig Bodenproben aus allen Plantagen untersucht werden sollen. «Eine Art Frühwarnsystem», sagt Zuñiga.

2. Aufstieg der Bahnbarone

Die Erfindung der Exportbanane, wie wir sie heute kennen, fand in Costa Rica statt. An ihrem Anfang stand eine Eisenbahn. Am 18. August 1871 kündigte der Staatspräsident in einer Rede an, er werde von Alajuela, einer Kleinstadt rund zwanzig Kilometer nordwestlich der Hauptstadt San José, eine 160 Kilometer lange Bahnlinie an die kaum erschlossene karibische Küste bauen lassen. Costa Rica hatte damals nur einen Hafen an der Pazifikküste, über den der Kaffee aus dem zentralen Hochland verschifft wurde. Die rentabelsten Märkte aber lagen an der Ostküste der USA und in Europa. Um dorthin zu gelangen, mussten die Bohnen den weiten und gefährlichen Weg ums Kap Hoorn am südlichen Ende des Kontinents nehmen. Die Bahnlinie und ein neuer Hafen in Puerto Limón würden diesen Weg um über 15 000 Kilometer verkürzen.

Der beste Eisenbahnbauer des Kontinents sollte das Projekt realisieren: der US-Amerikaner Henry Meiggs, der nach dem Bau der Küstenlinien in Peru und Chile einen Ruf wie Donnerhall hatte. Doch Meiggs arbeitete damals an einer Bahnlinie von Lima in die Hochanden, eine weitaus anspruchsvollere Aufgabe als die kleine Bahn in Costa Rica. Er schickte seine zwei Neffen, den 32-jährigen Henry Keith, der schon für ihn gearbeitet hatte, und dessen 23-jährigen Bruder Minor. Henry war für die Ingenieursarbeit zuständig, Minor für die Logistik. In New Orleans heuerte Minor Keith Arbeiter an, in Costa Rica baute er firmeneigene Läden auf, in denen die mit Gutscheinen bezahlten Arbeiter alles zu überteuerten Preisen einkaufen mussten, von der Kleidung über Macheten bis hin zu Lebensmitteln.

Auf seiner Reise nach Costa Rica hatte Minor Keith in Panama ein paar Bananenstecklinge mitgenommen. Er pflanzte sie an und verkaufte die Früchte an seine Arbeiter.

Der Bau der Bahnlinie kam nur langsam voran. Im ersten Jahr schaffte die Firma gerade einmal sechs Kilometer. Nach den ersten 35 Kilometern waren 4000 Männer an Malaria, Gelbfieber und bei Arbeitsunfällen gestorben. In New Orleans sprach sich herum, dass, wer bei den Keith-Brüdern anheuere, direkt in den Tod gehen würde. Auch Henry Keith erlag dem Gelbfieber, und Minor stand plötzlich ohne den Bruder und ohne Arbeiter da. Ende der 1870er Jahre war Minor Keith finanziell so klamm, dass er sich überlegte, alles hinzuschmeissen und in die USA zurückzukehren. Da schlug ihm der Staatspräsident vor, die Bahn nicht nur zu bauen, sondern gleich ganz zu übernehmen. Keith verlangte dafür sehr viel Land.

Noch vor dem Ersten Weltkrieg bildeten über siebzig Bananendampfer die grösste private Handelsflotte der Welt.

Sollte die Bahn jemals rentabel werden, brauchte sie Fracht. Der Eisenbahnbauer kam auf die Idee, Bananen im grossen Stil anzubauen und in die USA zu exportieren. Bereits 1871 hatte er die Schiffe, die ihm Material für den Bahnlinienbau aus New Orleans brachten, mit kleineren Mengen der Frucht zurückgeschickt. Ein Nebengeschäft, nicht mehr.

Der Erfinder des Massengeschäfts war ein anderer: Kapitän Lorenzo Baker aus Cape Cod im US-Bundesstaat Massachusetts. Dieser hatte 1870 Goldsucher an den Fluss Orinoco in Venezuela gebracht und auf der Rückreise über Jamaika Bananen mitgenommen. Auf den Märkten der Ostküste der USA fand man damals ganz selten die «Cuban Reds», kleine, dicke, rötliche Bananen, die sehr schnell matschig wurden. Weil sie rar und teuer waren, galten sie als Delikatesse für reiche Leute. Bakers Bananen waren langlebiger und gelb, weshalb sie Jamaican Yellows genannt wurden. Sie liessen sich an der US-Ostküste um ein Vielfaches des Einkaufspreises verkaufen. Also tat sich Baker mit dem Grosshändler Andrew Preston, dem Chef der Boston Fruit Company, zusammen und lieferte schon 1871 die erste volle Schiffsladung mit Jamaican Yellows in die USA.

Das Geschäft lief wie geschmiert. Vier Jahre später brachte Baker nicht nur Bananen aus Jamaika, sondern auch aus Kuba und der Dominikanischen Republik. Mittlerweile besass er neue und schnellere Schiffe, die er La Gran Flota Blanca, die grosse weisse Flotte, nannte. Doch Preston bestellte mehr, als Baker liefern konnte, denn die Boston Fruit Company verkaufte die Bananen nicht nur an der Ostküste, sondern transportierte sie mit den neu erfundenen Kühlwagen der Bahn auch ins Landesinnere. Die Frucht, die vorher ein Luxusgut für Reiche gewesen war, wurde um die Jahrhundertwende zum billigen Massenprodukt. Alle konnten sie sich leisten.

Derweil arbeitete Minor Keith weiter an der costa-ricanischen Eisenbahn – und baute auf dem Land, das er als Bezahlung bekam, grosse Bananenplantagen auf. 1890 war die Bahnlinie fertiggestellt, und Keith widmete sich ganz dem Bananengeschäft. Er ging nach Kolumbien, in die Region von Santa Marta, wo es schon einheimische Pflanzer gab, die aber keine Kontakte zum internationalen Markt hatten. So war die Regierung in Bogotá froh darüber, dass Keith grosse Flächen von Brachland übernahm. Sie dachte, das würde auch den einheimischen Bananenproduzenten bei der Vermarktung helfen. 1897 eröffnete Keith seine ersten Plantagen in Panama, damals noch eine Provinz von Kolumbien.

Zusammen mit einem Grosshändler aus New Orleans wollte Keith den Süden der USA mit Bananen versorgen, während er Preston und dessen Boston Fruit Company die Ostküste und das Landesinnere überliess. Doch sein Partner ging pleite. In seiner Not wandte sich Keith an Preston. Die beiden einigten sich, legten ihre Firmen zusammen und gründeten am 30. April 1899 die United Fruit Company, den ersten multinationalen Konzern im Konsumgüterbereich. Von Anfang an kontrollierte die United Fruit drei Viertel des US-amerikanischen Bananenmarkts und besass rund tausend Quadratkilometer Land in Costa Rica, Panama, Kolumbien, Jamaika und der Dominikanischen Republik. Ab 1903 setzte sie Kühlschiffe für den Transport ein und vergrösserte ihre «weisse Flotte» auf über siebzig Bananendampfer. Damit stellte sie bereits vor dem Ersten Weltkrieg die grösste private Handelsflotte der Welt.

Während sich Preston, ein distinguierter Herr, der gerne repräsentierte, in der Geldelite von Boston aufgehoben fühlte, blieb Keith der Eisenbahn- und Bananenmann, der Macher im tropischen Regenwald, der dort die United Fruit Company mit ruppigen Methoden ausbaute. Bei seinem Tod 1929 hinterliess er ein Imperium: 100 000 Arbeiter waren auf über einer Million Hektaren Bananenplantagen beschäftigt, einer Fläche fast so gross wie der Libanon. Die Firma kontrollierte mehr als drei Viertel des weltweiten Bananenhandels.

3. Die erste Welle der Zerstörung

Die Verbreitung von Fusarium TR4 lässt sich bestenfalls ausbremsen – stoppen lässt sie sich nicht mehr. Längst hat eine fieberhafte Suche nach einer Alternative zur Cavendish eingesetzt, die dem Pilz die Stirn bieten kann. Aber das Unterfangen ist kompliziert. Zum einen ist mittlerweile klar: TR4 greift fast alle bekannten kultivierten und auch die meisten Wildbananen an. Zum anderen haben Wildbananen grosse schwarze Samen, die hart wie Stein sind; das macht sie ungeniessbar. Essbar sind nur Bananensorten, bei denen die Samen bloss noch kleine schwarze Pünktchen sind. Diese Sorten sind allesamt Mutanten: Statt eines doppelten haben sie einen drei-, manchmal sogar einen vierfachen Chromosomensatz – und das macht sie steril. Das heisst, die Pflanzen können sich nur über Ableger vermehren. Ihre Früchte sind allesamt genetisch identische Klone. Und das wiederum macht sie sehr anfällig für Krankheiten: Wird eine Pflanze befallen, werden alle krank, weil die genetische Variation fehlt.

Ein Risiko, das sich potenziert, wenn die Bananenplantagen auf der ganzen Welt mit denselben Monokulturen zugestellt sind. Eine Gefahr, um die man seit langem weiss.

Schon Minor Keith errichtete in Costa Rica, Kolumbien, Panama und bald auch in Guatemala immer grössere Plantagen und liess sie mehr und mehr mit nur noch einer Bananensorte bepflanzen: Gros Michel, die man in den USA nur «Big Mike» nannte. Sie war die Vorgängerin der Cavendish als wichtigste Exportbanane: gross, gelb und mit ihrer dicken Schale langlebiger als andere Sorten. Die damals ebenfalls beliebte Red Macabu und andere Sorten wurden vom Markt verdrängt, nicht immer mit sauberen Methoden. Die United Fruit Company ruinierte mit Dumpingpreisen die Konkurrenz, Händler genauso wie Produzenten, und übernahm sie dann zu Schleuderpreisen. Big Mike drückte Keith mit Fake News in den Markt: Er sponserte Zeitungsartikel, in denen behauptet wurde, die KonsumentInnen würden diese Sorte bevorzugen. Die KonsumentInnen wussten das zwar noch nicht, aber sie glaubten daran und kauften die Banane. Keith erkannte: Nachfrage existiert nicht einfach so, sie muss erst geschaffen werden.

1903 sah sich die United Fruit Company erstmals mit einem Problem konfrontiert, das sie nicht mehr loswerden sollte: Auf ihren Plantagen im eben unabhängig gewordenen Panama brach eine Krankheit aus, die man bald die Panamakrankheit nannte. Ausgelöst wurde sie von einem Pilz im Boden: Fusarium oxysporum forma specialis cubense tropical race 1. Er ist der Urvater der heute umgehenden Variante TR4 und trocknet die Pflanzen auf dieselbe Art aus. TR1 war lange bekannt und kein Problem, weil Bananenstauden vereinzelt oder auf kleinen Feldern standen. Erst auf den riesigen Plantagen breitete der Pilz sich rasend schnell aus und befiel vor allem Big Mike.

Die Panamakrankheit griff rasch auf Costa Rica über, erreichte von dort Nicaragua und hatte 1910 bereits einzelne Plantagen in Guatemala befallen. Nur ein Land in dieser Region war noch sauber: Honduras – das nächste Ziel der United Fruit Company.

Die United Fruit Company wusste: Nachfrage existiert nicht einfach so, sie muss erst geschaffen werden.

Dort versuchte es Minor Keith zuerst mit denselben skrupellosen Methoden, die ihn bereits in Costa Rica und später in Guatemala zum Ziel geführt hatten: Erst half der Konzern dem Land, das wegen eines Eisenbahnbaus in Geldnot geraten war, mit der Übernahme des Infrastrukturprojekts scheinbar aus der Patsche, verlangte dafür aber grosse Ländereien für die Errichtung von Bananenplantagen; in einem nächsten Schritt baute er seinen politischen und wirtschaftlichen Einfluss aus. Während Keith in Costa Rica 1883 noch in die politische Elite des Landes eingeheiratet hatte, baute die United Fruit Company in Guatemala 1904 eine Bahnlinie und übernahm eine andere, schon bestehende, inklusive aller Züge, Bahnhöfe, Telegrafenlinien und eines Hafens, ohne dafür auch nur einen Dollar zu bezahlen. Zudem musste der Konzern so gut wie keine Steuern entrichten, konnte die Transportkosten nach Belieben festlegen und kontrollierte zunehmend das wirtschaftliche Leben des Landes.

Den Weg Guatemalas zur ersten Bananenrepublik hat der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Miguel Ángel Asturias in seiner «Bananen-Trilogie» nachgezeichnet. Asturias beschreibt, wie die United Fruit Company – sie heisst in den Romanen Tropical Platanera – das Land unterwirft wie früher die Kolonialmächte. Weil die Bananenindustrie aber für Sklaverei und Kolonialismus zu spät kam, ging sie mit kapitalistischen Methoden vor. Asturias erzählt, wie die Tropical Platanera mit der Hilfe eines korrupten Präsidenten und seiner Armee Bauernfamilien vertreibt und ihre Hütten niederbrennt, wie das vorher kleinbäuerlich geprägte Guatemala proletarisiert wird und die neuen Tagelöhner ausgehungert werden, wenn sie sich zusammenschliessen, um bessere Arbeitsbedingungen zu fordern. Die Bananengesellschaft pflegte in solchen Fällen die Früchte auf den Stauden einfach verrotten zu lassen und die Arbeiter auf die Strasse zu stellen. Sie konnte sich das leisten. Dauerte der Unmut zu lange an, rief sie nach der Armee. «Der Bananenpflanzer, der Herr von Scheck und Messer, der auf einem Meer von Menschenschweiss fuhr», schreibt Asturias.

Der Weg Guatemalas zur ersten Bananenrepublik wurde literarisch eindrücklich nachgezeichnet.

In Honduras scheiterte Bananenpflanzer Keith indes mit der Idee, sich über den Bau einer Bahnlinie vom Bergland zum Meer grosse Ländereien unter den Nagel zu reissen. Deshalb tat er sich mit Sam Zemurray zusammen, einem zwielichtigen unabhängigen Bananenhändler aus New Orleans. Zemurray war der richtige Mann für eine noch härtere Gangart: Er kaufte in New Orleans ein Kanonenboot, füllte es mit Söldnern und nahm Kontakt zum gestürzten honduranischen Präsidenten Manuel Bonilla auf, der im Exil in den USA auf Vergeltung sann.

Im März 1911 landeten Zemurrays Söldner an der Karibikküste von Honduras. Nach ein paar sporadischen Gefechten mit der desorganisierten Armee war die Regierung gestürzt. Bonilla kehrte im Triumph zurück und wurde in einer Wahlfarce als Präsident bestätigt. Zemurray liess sich mit den nationalen Finanzen betrauen und legte als Erstes Schuldverschreibungen auf, mit denen er die Kosten seines militärischen Abenteuers beglich. Die United Fruit Company bekam zwei grosse Konzessionen für Land rund um die Städte Tela und Trujillo. Die Gegend ist bis heute als «zona americana» bekannt.

4. Gegenangriff der Giftmänner

Der Putschist Sam Zemurray übernahm nach Minor Keiths Tod 1929 die Führung der United Fruit Company und damit die Herrschaft über dessen Bananenimperium. Doch Honduras brachte ihm längerfristig kein Glück. 1934 tauchte dort eine neue Bananenkrankheit auf, die innerhalb von nur zwei Jahren ein Fünftel der Plantagen von United Fruit vernichten sollte: Yellow Sigatoka, ein Pilz, der die Blätter befällt. Zemurray reagierte schnell: Die United Fruit Company zog sich einfach von der honduranischen Atlantikküste zurück und nahm alles mit, selbst die Schienen und Brücken ihrer Eisenbahn wurden abgebaut. Die Dämme, auf denen einst die Bananenzüge verkehrten, können noch heute als scheinbar sinnlos in der Landschaft stehende Wälle besichtigt werden. Ausser diesen Dämmen blieb im Land ein Heer von Arbeitslosen zurück. Sie kümmerten United Fruit so wenig wie die Bananenkrankheit. Der Konzern wollte nur neues Land. Er schuf damit ein Muster, das noch heute vor allem von internationalen Bergbaukonzernen angewandt wird: Ein Land wird ausgepresst, solange es rentabel ist; dann zieht man weiter und lässt verbrannte Erde zurück.

Sigatoka kommt in zwei Varianten vor – Yellow und Black –, die von Auge nicht leicht zu unterscheiden sind. Der Pilz befällt die Blätter der Bananenstaude, sobald sie sich zu entfalten beginnen: Erst sind es nur winzige schwarze Flecken, die zu dunklen Streifen zusammenwachsen, dann welken die Blätter und sterben ab. Ausserdem lässt Sigatoka die Bananen an der Staude zu früh reifen und macht sie damit für den Export unbrauchbar. Der Pilz kann Ernteausfälle von bis zu fünfzig Prozent verursachen, weshalb er sich rasch zur meistgefürchteten Bananenkrankheit entwickelte. Sein Auftreten in den Gros-Michel-Plantagen der United Fruit Company setzte einen Prozess in Gang, der im Namen des Pflanzenschutzes zu einer präzedenzlosen Gefährdung von Mensch und Umwelt führen sollte, die bis heute andauert: Kein anderes Lebensmittel erhält im Verlauf seiner Produktion einen so grossen Pestizidcocktail verabreicht wie die Banane.

United-Fruit-Chef Zemurray setzte Mitte der 1930er Jahre erstmals die sogenannte Bordeauxbrühe gegen Yellow Sigatoka ein: ein aus Kupfersulfat, Kalk und Wasser gemischtes Gift. Die Arbeiter, die es spritzten, sahen wegen ihrer Schutzkleidung wie Raumfahrer aus; man nannte sie «veneneros», Giftmänner. Trotz massivem Einsatz konnte das Mittel die Krankheit nur mildern. Ab den fünfziger Jahren verwendeten die Bananenpflanzer mineralölbasierte Produkte, später Kontaktfungizide, wie sie auch die Basler Vorläuferfirmen des heutigen Agromultis Syngenta entwickelten. Da diese nur einen äusserlichen Schutz bildeten und vom tropischen Regen abgewaschen wurden, mussten sie immer wieder neu appliziert werden. Ende der sechziger Jahre kamen die ersten systemischen Fungizide auf den Markt, die von der Pflanze über die Blätter und die Wurzeln aufgenommen werden konnten.

Ungefähr zeitgleich trat auch Black Sigatoka erstmals auf und befiel 1972 die Bananenplantagen in Honduras, auf denen damals bereits Cavendish-Bananen und keine Gros Michel mehr wuchsen. Damit handelte sich die United Fruit Company gleich ein doppeltes Problem ein: Zum einen erwies sich die Cavendish als anfällig für Black Sigatoka, zum andern entwickelte der Pilz immer wieder Resistenzen gegen die systemischen Fungizide.

Kein anderes Lebensmittel erhält in der Produktion einen so grossen Pestizidcocktail verabreicht wie die Banane.

Heute kommen auf den riesigen Cavendish-Monokulturen pro Hektare Jahr für Jahr zwischen vierzig und fünfzig Kilogramm Pestizide zum Einsatz. Aktuell verschlingen sie zusammen mit den Düngemitteln rund vierzig Prozent der Kosten in der Bananenproduktion. Das ist anteilmässig mehr Geld, als ein Betrieb in seine ArbeiterInnen investiert – Tendenz stark steigend, weil immer mehr Gift versprüht werden muss. Da einzelne Fungizide rasch ihre Wirksamkeit verlieren, werden sie kombiniert oder abwechselnd mit Breitbandherbiziden verabreicht. In Kolumbien etwa vertreibt allein Syngenta fünfzehn Herbizide und Fungizide für den Bananenanbau. Kleinflugzeuge nebeln die gigantischen Plantagen im Wochentakt aus der Luft mit solchen Pestizidcocktails ein. Auch die Klimaerhitzung spielt eine Rolle: Steigende Temperaturen begünstigen einen Pilzbefall, das Risiko einer Erkrankung hat in Lateinamerika und der Karibik in den vergangenen sechzig Jahren um fast die Hälfte zugenommen.

Auf den Plantagen kommen auch Insektizide zum Einsatz, sobald die kindskopfgrossen, grauvioletten und eher hässlichen Blüten verwelken, der Stängel der Staude sich nach unten neigt und die Bananen daran gekrümmt nach oben wachsen. ArbeiterInnen verpacken diese Bananenbüschel in hellblaue Säcke aus Plastikfolie, die innen mit einem Insektizid imprägniert sind. Das soll die Früchte vor Insektenstichen und anderen Verletzungen schützen. Die Arbeit gehört zu den eher leichteren auf der Plantage. Die meisten ArbeiterInnen tragen dabei zwar Handschuhe, schützen sich aber darüber hinaus nicht vor dem Gift.

Noch immer grasgrün, aber erntereif wiegt so ein Fruchtstand rund zwanzig Kilogramm. Geerntet wird auf grossen Plantagen dreimal, auf kleineren zweimal in der Woche. Bananen sind keine Saisonfrüchte, sie reifen das ganze Jahr über. Arbeiter ziehen mit einem grossen Schnittmesser von Staude zu Staude, prüfen den Reifegrad und schneiden die Früchte vom Stängel. Ein anderer wartet schon mit einem Polster auf der Schulter, das wie eine kleine Matratze aussieht. Vorsichtig wird das Büschel darauf gelegt und zur nächsten Seilbahn getragen. Die Arbeiter sind muskulös, tragen zu Gummistiefeln und grober Hose meist nur ein Unterhemd und manchmal nicht einmal das. Sie schwitzen in Strömen. In Kolumbien verdienen sie mit dieser Schufterei umgerechnet rund 240 Franken im Monat, den Mindestlohn für LandarbeiterInnen. An der Seilbahn – ein zwischen den Staudenreihen auf Kopfhöhe gespanntes Stahlseil – werden die Büschel nebeneinandergehängt und in kleineren Plantagen mit Muskelkraft zur Waschanlage gezogen. Kapitalstärkere Betriebe verwenden Motoren.

Die Waschanlage ist ein grosses gekacheltes Becken, gefüllt mit Chemie gegen Pilzbefall. Dort arbeiten vor allem Frauen, die Gummihandschuhe und Haarnetze tragen. Mit kleinen Messern teilen sie das Büschel in sogenannte Hände auf – Bündel von fünf bis zehn Bananen, so wie sie später in Europa im Supermarkt liegen werden. Beschädigte und zu kleine Bananen werden aussortiert und sind für den lokalen Markt bestimmt; alle anderen kommen ins Chemiebecken und von dort in die Packstation. Dort werden sie in grosse, mit seitlichen Löchern versehene Kartons gestapelt, mit einer Plastikfolie zwischen den einzelnen Lagen. Beim Verpacken werden die Bananen noch einmal mit einem Fungizid besprüht oder mit einem Pinsel bestrichen. Die Arbeiterinnen schützen sich vor dem Gift ausser mit Handschuhen und Haarnetz auch mit einem Mundschutz, der wie eine Gasmaske aussieht, sowie mit einer Plexiglasscheibe vor dem Gesicht.

Von seinem Büro im zwölften Stock eines modernen Bürokomplexes aus polarisiertem, dunkelblauem Glas, Stahl und Beton kann der Bananenfunktionär José Francisco Zuñiga zuschauen, wie die gestapelten Bananenschachteln im Industriehafen von Santa Marta noch eine letzte Sprühanlage mit Gift passieren, bevor sie im Bauch der Bananendampfer verschwinden.

5. Das grosse Massaker

Die Bananenplantagen von United Fruit funktionierten wie ein eigener Staat. Die Firma hatte ihre eigenen Arbeitsgesetze, diejenigen des jeweiligen Landes waren ausser Kraft gesetzt. Und sie verfügte über eine eigene Polizei und Spione, um Konspirationen oder gewerkschaftliche Aktivitäten der Arbeiter frühzeitig zu entdecken und zu unterbinden. Das System von firmeneigenen Läden, in denen die Arbeiterfamilien einkaufen mussten, war nach wie vor in Kraft. Wegen der überhöhten Preise kam es immer wieder zu Unruhen. United Fruit reagierte darauf mit hysterischer Härte. Sie witterte hinter allem, was ihr Geschäftsgebaren kritisierte, bolschewistische Agitation. Als 1918 die Arbeiter auf den kolumbianischen Plantagen bei einem Streik die Sechstagewoche und ein Minimum an medizinischer Versorgung verlangten, liess United Fruit die Früchte auf den Stauden verrotten, bis die Arbeiter aufgaben und zurückkamen.

Zum grössten Streik kam es im Oktober 1928 auf den Plantagen rund um Santa Marta in Kolumbien. Die Arbeiter verlangten unter anderem die Sechstagewoche, einen Achtstundentag, kostenlose medizinische Behandlung und bessere Unterkünfte. Ausserdem wollten sie nicht mehr mit Gutscheinen für die firmeneigenen Läden bezahlt werden, sondern mit Geld. Die United Fruit Company sah wieder nur Kommunisten und Anarchistinnen am Werk und fürchtete, mit dem Streik solle in Kolumbien eine Revolution ausgelöst werden, wie 1910 in Mexiko oder 1917 in Russland.

Im Roman «Hundert Jahre Einsamkeit» des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez ist der Streik von 1928 eine Schlüsselstelle und findet im imaginären Macondo statt. «Der Massenstreik brach aus», schreibt er. «Der Anbau blieb auf halbem Wege stecken, die Früchte verfaulten an den Stauden, und die einhundertzwanzig Wagen langen Güterzüge blieben auf den Nebengleisen stehen.» Die Regierung schickt Soldaten als Streikbrecher. «Die Arbeiter, die sich bis dahin aufs Warten verlegt hatten, schlugen sich, nur mit ihren Arbeitsmessern bewaffnet, in den Busch und begannen die Sabotage zu sabotieren. Sie steckten Güter und Faktoreien in Brand, rissen die Schienen heraus, um den Verkehr der Züge zu unterbinden, die sich mit Maschinengewehrfeuer einen Weg zu bahnen suchten, und durchschnitten die Telegrafen- und Telefondrähte. Die Bäche färbten sich mit Blut.»

Historisch war nicht Macondo, sondern Ciénaga das Zentrum des Streiks. Der Ort, gut dreissig Kilometer südlich von Santa Marta in der Küstenebene gelegen, ist heute eine gesichtslose Flächensiedlung für rund 100 000 EinwohnerInnen. Nordwestlich davon leckt das Karibische Meer am Strand, südlich davon beginnen endlose Bananenplantagen, und über allem brütet feuchte tropische Hitze. Am 6. Dezember 1928, einem Sonntag, waren die Streikenden und ihre Familien auf dem Platz vor dem Bahnhof versammelt. Es ging das Gerücht um, es sei zu einer Einigung gekommen, deren Inhalt dort verkündet werden solle. Der Platz war von Maschinengewehrnestern umgeben.

In García Márquez’ Roman tritt dort ein Hauptmann auf und sagt mit leiser, schleppender und etwas müder Stimme: «Señoras und Señores, Sie haben fünf Minuten, um auseinanderzugehen.» Niemand rührt sich, stattdessen gibt es ein Pfeifkonzert. Nach fünf Minuten spricht der Hauptmann wieder: «Die fünf Minuten sind vorbei. Noch eine Minute, dann wird geschossen.» García Márquez lässt einen Arbeiter aufspringen und rufen: «Schweinehunde! Wir schenken euch die Minute, die noch fehlt.» Und dann: «Am Ende seines Schreis geschah etwas, das nicht Schrecken auslöste, sondern eine Art von Betäubung. Der Hauptmann gab den Befehl zum Feuern, und vierzehn Maschinengewehrnester antworteten.»

Kaum jemand hat so viel über dieses Massaker geforscht wie Margarita Bonett, die Leiterin der städtischen Bibliothek von Ciénaga. Ihr Vater war damals am Bahnhof. Er war 25 Jahre alt und Eisenbahngewerkschafter, seine Organisation unterstützte den Streik der Bananenarbeiter. Mit García Márquez war Bonett persönlich bekannt. «Natürlich hat er sich ein paar literarische Freiheiten erlaubt», sagt sie über die Erzählung des Massakers in «Hundert Jahre Einsamkeit». Der Schrei und die Minuten, die man den Schergen schenkte, seien wohl eine davon. In den wesentlichen Zügen aber habe sich der Autor an die historischen Tatsachen gehalten. Es habe Verhandlungen mit der United Fruit Company gegeben und parallel dazu Drohungen und Morde an Gewerkschaftern. Es sei auch zu einzelnen Plünderungen von Häusern der leitenden Angestellten der Gesellschaft gekommen, mehrere ihrer Läden seien abgebrannt worden.

Die US-Botschaft in Bogotá, die in ständigem Kontakt zur United Fruit Company stand, sprach zunächst von rund 50 Toten. Später übernahm sie die Zahl der Bananengesellschaft, die von weit über 1000 Toten ausging. Andere Quellen nennen bis zu 3000 Erschossene. Die Leichen wurden noch in derselben Nacht von der Armee weggeräumt. García Márquez schreibt vom längsten Güterzug, der je in dieser Gegend gesehen wurde, «mit nahezu zweihundert Güterwagen, mit je einer Lokomotive am Anfang, in der Mitte und am Ende». Die Leichen seien darin «wohlgeordnet wie Bananenbüschel» gestapelt worden, Männer, Frauen und Kinder, die dann «wie Abfallbananen ins Meer geworfen werden sollten». Am nächsten Morgen, weiss Bonett, habe man auf dem Bahnhofsvorplatz nur noch neun Tote auf einem Haufen gefunden, zusammen mit einem Pappschild: «Hurensöhne! Hier habt ihr eure neun Forderungen!»

«Wohlgeordnet wie Bananenbüschel» seien die Leichen abtransportiert und dann «wie Abfallbananen ins Meer geworfen» worden.

Neun Monate später kam ein junger Anwalt nach Ciénaga, suchte nach ZeugInnen des Massakers und prangerte das Verbrechen dann in der Hauptstadt an. Sein Name war Jorge Eliécer Gaitán, seine Anklage wegen des Massakers der United Fruit Company war der Beginn seines politischen Aufstiegs. Er galt schon als sicherer Sieger der Präsidentschaftswahl, die 1950 stattfinden sollte, da wurde er um die Mittagszeit des 9. April 1948 auf einer belebten Strasse im Zentrum von Bogotá erschossen. Dem Mord folgten tagelange Unruhen und ein zehnjähriger blutiger Bürgerkrieg zwischen AnhängerInnen der konservativen Nationalen Partei und denen der Liberalen Partei von Gaitán. In abgeschiedenen Gegenden entstanden in dieser Zeit autonome Republiken der Landbevölkerung, die mit dieser Gewalt nichts zu tun haben wollte. Sie wurden, als sich Konservative und Liberale schliesslich auf eine Teilung der Macht geeinigt hatten, von der Armee zurückerobert. Aus den Milizen, die diese Republiken verteidigt hatten, entstand die Guerilla der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc), die bis zum Friedensvertrag vom September 2016 für eine bessere Gesellschaft kämpfen sollte. Es sollte nicht das einzige Mal bleiben, dass die Machenschaften der United Fruit Company – wenn auch indirekt – einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg verursachen würden.

6. Dealer und Spindoktoren

Die Panamakrankheit infizierte im Verlauf der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sämtliche Bananenplantagen, auf denen Gros Michel wuchs. Die Konkurrenz von United Fruit begann 1953, mit einer neuen Sorte zu experimentieren, die sich gegen Fusarium TR1 als resistent erweisen sollte: Cavendish. 1959 führte United Fruit die Cavendish als neue Sorte ein, Big Mike verschwand innert weniger Jahre aus den Gestellen der Supermärkte in den USA und Europa. Doch die Cavendish hatte gegenüber Gros Michel einen empfindlichen Nachteil: Ihre Schale war dünner und damit stossempfindlicher, darum konnte sie nicht in ganzen Büscheln transportiert werden, sondern musste in Hände gebrochen werden. Die Stunde der Bananenschachtel war gekommen: genormtes Mass, gut stapelbar – auf einen Kubikmeter passen zwanzig Kisten à 18 Kilogramm Bananen. Die grossen Löcher an den Seiten der Schachteln sorgen für eine gute Durchlüftung während des Transports im Kühlschiff. Und in den Bananenreifereien am Ende des Transports gelangt so das Ethylengas zu den Früchten und lässt sie gelb werden.

Nicht immer werden im globalisierten Bananenhandel aber nur Bananen in diesen Schachteln transportiert: Mitte der nuller Jahre wurden rund 660 Kilogramm Kokain aus Kolumbien entdeckt, die ihren Weg so in die Schweiz gefunden hatten. Das Kokain war in verschweissten Päckchen à 80 bis 110 Gramm in den zwei gefalteten Kartonstreifen im Boden der Bananenschachteln versteckt. Verschifft worden waren die Kisten vom Industriehafen in Santa Marta nach Seebrügge in Belgien, von wo sie ein Schweizer Transportunternehmen mit Lastwagen ins Zollfreilager Embrach fuhr. Dort wurden die Bananen für den Verkauf umgepackt, das Kokain wurde über ein raffiniertes Vertriebssystem in der Schweiz und Italien in Umlauf gebracht. Die Waren- und Finanzlogistik dieses internationalen Drogenrings war so ausgeklügelt, dass die Schweizer Bundesanwaltschaft jahrelang ermitteln musste, bevor sie 2010 auch die beiden Köpfe der Bande fassen konnte – einer davon ein hochrangiges Mitglied eines kolumbianischen Drogenkartells. Das Bundesstrafgericht in Bellinzona verurteilte die beiden zwei Jahre später zu fünfzehn respektive sieben Jahren Gefängnis. Im Juni 2020 wurden erneut 140 Kilogramm Kokain aus Lateinamerika in Bananenschachteln in Ostschweizer Coop-Filialen entdeckt.

Auf dass die ruchlosen Methoden der United Fruit Company das Image der Banane zu Hause in den USA nicht beschmutzten, heuerte Konzernchef Sam Zemurray Anfang der 1940er Jahre niemand Geringeren als Edward Bernays an, der als Vater der modernen Public Relations gilt. Bernays sollte die Banane zu einem Symbol für den Kapitalismus machen: zum kleinen Luxus für die Massen, der Appetit auf mehr weckte. Als Werbechef von United Fruit liess er Karten für den Geografieunterricht an Schulen und Bilder zum Ausmalen für die Kinder verteilen. Er legte Kochbücher auf, und überall waren niedliche kleine Bananen drauf. Seine Abteilung produzierte Seifenopern fürs Radio und Abenteuerreportagen für Magazine.

Bernays nahm die populäre brasilianische Sängerin Carmen Miranda unter Vertrag und kreierte Señorita Chiquita Banana: eine singende und tanzende Banane im lateinamerikanischen Rüschenkleid und mit einem Hut, der wie ein Fruchtkorb aussah. Ihre neuen Lieder wurden in Jingles im Radio und im aufkommenden Fernsehen angekündigt, die Noten an Schulen verschenkt. Ausserdem liess Bernays kleine Bildchen von Señorita Chiquita auf jede dritte Banane kleben, über zwei Milliarden Stück pro Jahr – eine damals völlig neuartige Form des Branding.

Als PR-Chef von United Fruit präsentierte Bernays der Welt eine saubere, sympathische und zudem verantwortungsvolle Firma. Er liess Zemurray in New Orleans ein Kinderkrankenhaus bauen und mit grossem Spektakel eröffnen. United Fruit sponserte Lehrstühle an privaten Universitäten und Landwirtschaftsschulen. Auf einigen Bananenplantagen in Zentralamerika baute Zemurray auf Geheiss von Bernays sogar Schulen und Erste-Hilfe-Stationen. Als einer der Ersten nutzte Bernays die Werbewirkung der Philanthropie.

Bernays war in doppelter Hinsicht ein begnadeter Spindoktor: Letztlich war seine Erfindung der Public Relations nichts anderes als eine Fortsetzung der Kriegspropaganda, die er im Ersten Weltkrieg für Präsident Woodrow Wilson betrieben hatte – einfach mit subtileren Mitteln der psychologischen Manipulation. So zögerte Bernays nicht, als der stramme Antikommunist Zemurray die United Fruit Company 1944 in Guatemala in Bedrängnis sah, weil die neu gewählte Regierung Gewerkschaften zulassen wollte: Er gründete eine firmeneigene Nachrichtenagentur, das Middle America Information Bureau, das unter anderem einen wöchentlichen «Latin America Report» für Medien und Unternehmen herausgab. Bei der Zusammenstellung der Informationen arbeitete United Fruit eng mit dem US-Geheimdienst CIA zusammen.

Als Jacobo Árbenz Guzmán, der demokratisch gewählte Präsident Guatemalas und Sohn eines Schweizer Einwanderers, im Zuge seiner Agrarreform 1954 Anspruch auf einen Grossteil der Ländereien des Bananenkonzerns erhob, griff Bernays auf die geknüpften Bande mit der US-Regierung zurück. Immerhin hatten die Brüder Allen und John Foster Dulles – CIA-Chef beziehungsweise Aussenminister unter Präsident Dwight D. Eisenhower – jahrelang als Wirtschaftsanwälte auf der Lohnliste der United Fruit Company gestanden. Ausserdem war die Privatsekretärin Eisenhowers mit dem Cheflobbyisten des Konzerns verheiratet.

Und so begannen die Dulles-Brüder, hinter den Kulissen eine Geheimoperation zum Sturz von Árbenz Guzmán zu orchestrieren, zu der auch die Ausbildung einer Truppe von Exilguatemalteken auf einer grenznahen Plantage von United Fruit gehörte. Derweil bereitete Bernays’ Presseabteilung die Invasion mit einem ganz besonderen Coup vor: Sie lud Journalisten führender US-Medien auf Firmenkosten zu einer Rundreise zu Plantagen in Kolumbien, Panama, Costa Rica, Honduras und schliesslich Guatemala ein. Dort bekamen die Journalisten in einem klimatisierten Hotel in der Hauptstadt Fotos von übel zugerichteten Leichen vorgelegt. Es handle sich, so sagte man ihnen, um Opfer des kommunistischen Terrorregimes von Präsident Árbenz Guzmán. In Wahrheit waren die Bilder nach einem der vielen Erdbeben in der Region aufgenommen worden. Aber selbst Blätter wie die «New York Times», «Time Life» und «Newsweek» fielen auf den Betrug herein.

Der Spindoktor der United Fruit Company war einer der Ersten, die die Werbe­wirkung der Philanthropie zu nutzen wussten.

Der Staatsstreich verlief erfolgreich: Árbenz Guzmán floh ins Exil, der Anführer der Exilguatemalteken wurde zum neuen Präsidenten ausgerufen, die Landreform rückgängig gemacht, und die United Fruit Company erhielt ihren Boden zurück. Guatemala aber versank ähnlich wie zuvor Kolumbien in einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg.

7. Mehr Gift!

Letztlich waren es nicht die schmutzigen Machenschaften, die die United Fruit Company ihre Stellung als absolute Weltmarktführerin im Bananengeschäft kosteten. Es waren die riesigen Monokulturen, die Pilzkrankheiten und der ungeschickte Umgang mit diesen. 1973 befiel Sigatoka die Pflanzungen in Honduras, im September 1974 legte der Wirbelsturm Fifi die kranken Plantagen flach. Und die verspritzten Pestizide gefährdeten bereits damals die Gesundheit der BananenarbeiterInnen: Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, entzündete Augen und Hautausschläge waren nur die akuten Symptome. Langfristig häuften sich Hautkrankheiten, Atemwegserkrankungen, Gedächtnisstörungen sowie verschiedene Formen von Krebs. Männer wurden steril, Frauen erlitten Fehl- und Missgeburten.

Bis heute kommen auf den Bananenplantagen Zentral- und Südamerikas Agrochemikalien mit Wirkstoffen zum Einsatz, die in Europa längst verboten sind – darunter Paraquat und Diuron in Herbiziden oder Chlorothalonil in Fungiziden. Syngenta vertreibt sie in Kolumbien unter Produktnamen wie Cerillo, Gramuron, Gramoxone, Bravonil und Daconil. Andere europäische Agromultis wie BASF oder Bayer vermarkten Glyphosat oder das in Insektiziden verwendete Chlorpyrifos für den Bananenanbau, beide in vielen Ländern Europas mittlerweile ebenfalls verboten.

Die gigantischen Cavendish-Monokulturen sind eigentliche Sondermülldeponien. Die blauen, insektizidbehandelten Plastiksäcke werden nach der Ernte oft einfach liegen gelassen. Jahrzehntelang hat man auf den Plantagen in grossen Mengen Chlordecon versprüht, ein Insektizid, das krebserregend ist und im Boden kaum abgebaut wird. Da nur Bananen das Gift nicht aufnehmen, lässt sich auf diesen Böden nichts anderes mehr anbauen. Und weil viele Plantagen sich dort ausdehnen, wo einst Regenwald stand, vermag ihr Boden das Wasser der tropischen Niederschläge oft nicht zu schlucken. So dringen hochgiftige Stoffe bis ins Grundwasser oder werden ausgewaschen und verseuchen Flüsse, Seen und Küstengebiete. Das atlantische Korallenriff vor Costa Rica stirbt deswegen ab, auf gewissen Inseln von Guadeloupe dürfen keine Meeresfrüchte mehr gegessen werden. Da dieser karibische Archipel politisch zu Frankreich gehört und den strengeren Pestizidrichtlinien der EU untersteht, ist das Besprühen der Felder aus der Luft dort nicht mehr erlaubt. Die Folgen davon waren nur negativ: Weil die Bananenpflanzen nun von unten und von Hand besprüht werden müssen, hat sich der Pestizideinsatz verdoppelt. Und die ArbeiterInnen stehen stundenlang mitten im giftigen Sprühregen.

Die Agromultis und Bananenkonzerne für die Zerstörung von Gesundheit und Umwelt zu belangen, ist schwierig. Das zeigt das Beispiel von Nemagon, dessen Wirkstoff DBCP Fadenwürmer im Boden vernichten sollte. Bereits 1977 war klar, dass der Kontakt mit Nemagon bei Menschen zu Sterilität führt. Die USA verboten das von Shell Oil und Dow Chemical entwickelte Pestizid. Auf den Bananenplantagen Zentralamerikas aber wurde es bis weit in die achtziger Jahre eingesetzt und machte Tausende von Männern unfruchtbar. 3500 nicaraguanische Plantagenarbeiter verklagten damals die Standard Fruit Company (heute Dole), Shell Oil und Dow Chemical auf Schadenersatz. 2007 sprach ein Gericht in Nicaragua den Arbeitern 805 Millionen US-Dollar Schadensersatz zu.

Doch der Bananenkonzern akzeptierte das Urteil nicht. Er argumentierte, sein Sitz sei in den USA, er besitze nichts in Nicaragua. Tatsächlich hatte Dole die Plantagen dort in der Zwischenzeit verkauft. Die Arbeiter reichten deshalb in den USA eine Klage ein. 2009 entschied dort ein Gericht, die US-Justiz sei nicht zuständig, weil sich der Schaden in Nicaragua ereignet habe. Die Arbeiter liessen nicht locker. Sie reichten die Klage gegen alle beteiligten Konzerne in Frankreich ein und wurden von einem dortigen Gericht gehört. Der Fall ist noch immer nicht entschieden. Letzte Zwischenstation war Deutschland, wo am 19. Oktober 2019 ein Gerichtsvollzieher bei deutschen Niederlassungen von Dow Chemical Vermögenswerte von insgesamt 945 Millionen US-Dollar beschlagnahmte.

Mitte der achtziger Jahre kamen die ersten fair gehandelten Früchte in die Schweiz: Die Nica-Bananen.

Zu den wenigen, die den Mut fanden, sich den Bananenmultis in den Weg zu stellen, gehörte 1973 eine kleine Gruppe von Frauen aus dem Thurgau. Sie setzten am anderen Ende der Handelskette an: beim Grossverteiler Migros. Dieser hatte gerade den Bananenpreis um 15 Rappen pro Kilogramm gesenkt. Die Frauen kauften darauf 600 Kilo Bananen und verteilten diese auf der Strasse, zusammen mit Flyern, auf denen sie die schlechten Produktionsbedingungen auf den Bananenplantagen anprangerten. Doch der Grossverteiler mochte sich nicht für eine bessere Entlöhnung der BananenarbeiterInnen einsetzen, und so begannen die Frauen kurzerhand, selber einen Direkthandel mit unabhängigen Bananenproduzenten aufzuziehen. Ursula Brunner, die Initiantin der Schweizerischen Bananen-Aktion, reiste dafür 1977 erstmals nach Guatemala, später auch in andere Länder Zentralamerikas. Ab Mitte der achtziger Jahre kamen so die ersten fair gehandelten Nica-Bananen in die Schweiz, bald gefolgt von den Pablito-Bananen aus Costa Rica, die zahlreiche Volg-Läden in ihr Sortiment aufnahmen. Sie kosteten 15 Rappen mehr als herkömmliche Bananen. Zwei Drittel des Aufpreises gingen in einen Projektfonds, dank dessen in den Herkunftsländern sanitäre Installationen, Kinderkrippen und ärztliche Versorgung auf den Plantagen bezahlt werden konnten.

Die Banane war das erste fair gehandelte Produkt, das in der Schweiz zu kaufen war. Im Jahr 1997 übernahm die Stiftung Max Havelaar den Vertrieb von fair produzierten Bananen. Aktuell ist mehr als jede zweite Banane in Schweizer Supermarktgestellen eine Fairtrade-Banane. Billig sind aber auch diese Bananen – billiger als einheimische Äpfel. Mittlerweile geben nicht mehr die multinationalen Bananenkonzerne den Ton an, sondern die europäischen und nordamerikanischen Supermärkte: Mit ihrer Einkaufsmacht bestimmen sie Produktion und Vermarktung weitgehend. Mehr als ein Drittel des Endverkaufspreises fliesst in die Kasse der Lebensmittelhändler, ein weiteres Drittel sacken die Importeure ein.

Die Produktionsbetriebe und ihre ArbeiterInnen in Mittel- und Südamerika erhalten je nur knapp sechs Prozent. Vom gesetzlichen Mindestlohn für LandarbeiterInnen in Kolumbien, rund 240 Franken im Monat, kann man nur dann eine Familie ernähren, wenn man nebenher auf einem kleinen Stück Land Subsistenzwirtschaft betreibt und deshalb so gut wie keine Lebensmittel einkaufen muss. Die Kinder studieren zu lassen, kann sich keinE BananenarbeiterIn leisten. Besserung ist nicht in Sicht. Obwohl es auch in Kolumbien längst das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung gibt, ist es noch immer gang und gäbe, dass GewerkschafterInnen entlassen werden. Ihre Namen kommen dann auf eine schwarze Liste, die unter den PlantagenbesitzerInnen zirkuliert. Wer wegen gewerkschaftlicher Aktivitäten aus einer Plantage fliegt, findet auf keiner anderen mehr Arbeit.

8. Hoffnung durch Gentech

Nach dem Putsch in Guatemala 1954 ist der United Fruit Company so gut wie nichts mehr gelungen. Im April 1961 stellte sie zwei Schiffe für eine von der CIA aufgebaute Söldnerarmee zur Verfügung, die in der kubanischen Schweinebucht landete und die sozialistische Regierung unter Fidel Castro stürzen sollte. Stattdessen verlor United Fruit aufgrund von Castros Landreformen sämtliche Besitztümer auf Kuba.

1975 flog auf, dass der damalige Vorstandsvorsitzende Eli M. Black die honduranische Militärregierung geschmiert hatte, damit diese ein nach dem Vorbild der erdölexportierenden Länder gebildetes Bananenkartell schwächen sollte, das Steuern auf jede exportierte Bananenkiste erhob. Black stürzte sich am 3. Februar jenes Jahres in New York aus dem Fenster seines Büros im 45. Stockwerk des Pan American Building. Es war das Jahr, in dem die Konkurrenz von der Standard Fruit Company zum ersten Mal mehr Bananen verkaufte.

Noch 2007 gestand der Konzern ein, dass er im Zeitraum von 1997 bis 2004 in Kolumbien ultrarechte paramilitärische Truppen finanziert hatte, die Kleinbauern vertrieben und Jagd auf Gewerkschafterinnen gemacht hatten. Die Firma, die sich – um ihre blutige Geschichte zu verschleiern – 1984 in Chiquita Brands International umbenannt hatte, bezahlte freiwillig 25 Millionen US-Dollar an die US-Justiz, um einen Prozess zu vermeiden. Ihr weltweites Geschäft betreibt Chiquita heute – aus steuerlichen Gründen – von der kleinen Gemeinde Etoy im Kanton Waadt aus. Zusammen mit drei weiteren Konzernen bestimmt sie den weltweiten Bananenmarkt: der aus der Standard Fruit Company hervorgegangenen Dole Food Company, Del Monte Foods mit Sitz in den USA sowie der Exportadora Noboa aus Ecuador. Deren Besitzer, Álvaro Noboa, gilt als reichster Mann des Landes, ist zudem Grossaktionär von Chiquita und hat schon drei Mal eine Stichwahl ums Präsidentenamt verloren.

Den Trick, mit dem sich Dole im Nemagon-Skandal aus der Verantwortung für die Gesundheitsschäden der BananenarbeiterInnen stahl, haben alle grossen Bananenkonzerne angewandt: Sie verkauften ihre Plantagen an lokale Produzenten. Heute treten sie nur noch als Händler auf und kaufen die Ware frei Schiff. Das wiederum bedeutet: Die lokalen Produzenten tragen das Risiko – also auch die Verluste, die Fusarium TR4 anrichten wird. José Francisco Zuñiga, dem Bananenfunktionär im kolumbianischen Santa Marta, bleibt ein Hoffnungsschimmer: «Es scheint auf den Philippinen drei Sorten zu geben, die gegen den Pilz resistent sein sollen. Wir wollen sie herbringen, um sie auf ihre Produktivität und Exportfähigkeit zu prüfen.» Allerdings müsse man zunächst sicher sein, dass man sich mit diesen Pflanzen keine neue Krankheit ins Land hole. Erst dann soll in Guajira eine Versuchsfarm aufgebaut werden. Das wird viele Jahre in Anspruch nehmen, der Ausgang des Experiments ist ungewiss.

Fusarium TR4 wird die Cavendish, wie wir sie heute kennen, über kurz oder lang vernichten. Daran wird auch der biologische Anbau der Exportbanane nichts ändern. Zwar sorgen die aufwendige Pflege der Pflanzen und eine Begrünung des Bodens unter den Bananenstauden für ein stabileres ökologisches Gleichgewicht und vor allem für eine grössere Biodiversität im Boden. Wird dieser ausserdem von Beginn weg regelmässig biologisch gedüngt, entwickelt sich ein unterirdisches bakterielles Netzwerk, das TR4 ziemlich gut in Schach halten kann, wie eine Feldstudie 2016 in China gezeigt hat. Aber für eine Produktion im grossen Stil rechnet sich das nicht. Keine fünf Prozent der Bananenanbauflächen in Lateinamerika und der Karibik werden biologisch bewirtschaftet.

Rund um die Welt suchen ForscherInnen nach Wegen, die Cavendish doch noch zu retten. Auf eine originelle Idee kam das Team von Gert Kema an der niederländischen Universität Wageningen: Weil Fusarium TR4 ein Bodenpilz ist, haben die ForscherInnen der Bananenpflanze kurzerhand den Boden entzogen und sie stattdessen im Gewächshaus auf Substraten aus Kokostorf und Steinwolle wachsen lassen. Pünktlich zum Hundert-Jahr-Jubiläum des Forschungsinstituts waren die Bananen der sechzig Stauden im Dezember 2018 erntereif. Viel mehr als ein PR-Stunt dürfte diese Hors-sol-Cavendish indes nicht sein, zumal es die Produktion von 5,7 Millionen Hektaren Bananenplantagen zu ersetzen gilt. «Das ist eine rein akademische Lösung des Problems», findet auch Zuñiga. «Auf grossen Plantagen wird diese Methode nie und nimmer rentabel sein.»

Mittlerweile hat man auch Wildbananen gefunden, denen Fusarium TR4 offenbar nichts anhaben kann. Besonders interessant sind dabei Wildsorten der Musa acuminata, denn sowohl die Cavendish als auch die Gros Michel sind Mutanten dieser Wildbanane. Chinesische WissenschaftlerInnen haben 2019 die Musa acuminata Pahang genauer unter die Lupe genommen und festgestellt, dass die Pflanze sieben Tage nach einem Befall mit TR4 beginnt, ihre Wurzeln zu stärken und den Pilzangriff zurückzuschlagen. Noch wissen die WissenschaftlerInnen aber nicht, welche Mechanismen dafür verantwortlich und welche Gene dabei involviert sind. Die Absicht hinter solchen Forschungsanstrengungen ist klar: Da Wildbananen wegen ihrer harten Samen ungeniessbar sind, geht es darum, ihren Schutzmechanismus auf die Cavendish zu übertragen. Das ist nur mit gentechnischen Methoden möglich.

Am weitesten fortgeschritten ist hier ein australisches Forschungsteam um James Dale von der Universität Queensland. Bereits 2012 identifizierten die ForscherInnen ein einzelnes Gen der Musa-acuminata-Wildbanane, das eine zentrale Rolle für die Resistenz gegen Fusarium TR4 zu spielen schien. Deshalb brachten sie dieses Gen in die Cavendish ein und erzeugten insgesamt sieben Varianten der Pflanze. Diese testeten sie drei Jahre lang im Feldversuch auf einer Bananenplantage, deren Boden stark mit TR4 belastet war. Eine der gentechnisch veränderten Cavendish-Varianten erwies sich als komplett immun, in drei weiteren Varianten traten nur bei zwanzig Prozent oder weniger Krankheitssymptome auf. Weitere Freilandversuche laufen aktuell noch. Dabei wird auch kontrolliert, ob sich hinsichtlich Ertrag, Transportfähigkeit und Geschmack etwas verändert. Forscher Dale ist zuversichtlich; nächstes Jahr will er eine Marktzulassung für die transgene Cavendish beantragen.

ForscherInnen wollen die Cavendish-Banane retten, indem sie mit der Genschere ihre DNA manipulieren.

Das Resistenzgen namens RGA2 kommt auch in der ursprünglichen Cavendish vor, wie Dales Team herausgefunden hat – aber es ist inaktiv. Mithilfe von Genome Editing wollen die ForscherInnen nun versuchen, das Gen zu reaktivieren. Dabei kommt die sogenannte Genschere Crispr/Cas zum Einsatz, die das Erbgut präzis am gewünschten Ort schneiden und dort neues Erbgutmaterial einfügen kann. Im Fall der Cavendish sollen so gleich mehrere Kopien von RGA2 eingeschleust werden, um die Widerstandskraft der Pflanze gegen TR4 zu erhöhen. Doch die Technologie hinter Crispr ist komplex, Dale spricht von einem «Langzeitprojekt», bei dem noch Jahre vergehen dürften, bis eine TR4-resistente Cavendish im Feld getestet werden kann.

Auch andernorts wird mit der Genschere an der Cavendish experimentiert: In Nairobi arbeitet die Molekularbiologin Leena Tripathi daran, Gene zu deaktivieren, von denen sie vermutet, dass sie die Banane für TR4 anfällig machen. Und ein britisches Biotech-Start-up versucht gar, die Cavendish mittels Genome Editing dazu zu befähigen, Gene des Pilzes auszuschalten und den Angreifer so unschädlich zu machen. Solche Forschungsvorhaben sind komplex, und es dürften noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte vergehen, bis klar ist, ob je eine solche Cavendish den Weg ins Gestell eines Supermarkts finden wird. Dass sich trotzdem viele Forschungsanstrengungen auf die Crispr-Technologie konzentrieren, hat einen einfachen Grund: Einige Länder, die gentechnisch veränderte Lebensmittel verbieten, haben signalisiert, die Crispr-Genscheren-Technologie unter Umständen vom Verbot auszunehmen. Darunter auch Kolumbien.

Für José Francisco Zuñiga eröffnen solche Projekte trotzdem keine Zukunftsperspektive. «Ich bin überzeugt, dass man eine Supercavendish zusammenbasteln kann», sagt er. «Aber ich kann sie nicht verkaufen.» Über achtzig Prozent der kolumbianischen Bananenexporte gehen in die Europäische Union, wo der Verkauf genmanipulierter Früchte verboten ist. Und die EU hat bereits klargemacht, dass auch Crispr dem Gentechnikgesetz untersteht.

9. Die drohende Katastrophe

Warum versucht man nicht einfach, eine neue Bananensorte zu züchten? Immerhin gibt es im «Bananengürtel» rund um die Welt eine grosse lokale Diversität an essbaren Bananen – wie jene auf den Philippinen, die Zuñiga nach Kolumbien importieren will. Ein Problem ist: Sie sind nicht für den Transport geeignet. Die grösste Herausforderung für die Züchtung einer neuen Sorte aber ist der Umstand, dass alle essbaren Bananen steril sind. Statt zwei Chromosomensätze haben sie drei, sie sind triploid. Wildbananen, die fruchtbar sind, haben bloss deren zwei, sind also diploid. Die entscheidende Frage lautet demnach: Lassen sich Wildbananen in essbare Bananen verwandeln?

«Grundsätzlich ja», sagt der Schweizer Genetiker und Entwicklungsbiologe Ueli Grossniklaus. Er verbringt im Winter immer wieder Forschungsaufenthalte auf Guadeloupe. Dort befindet sich ein Forschungszentrum des Cirad, eines französischen Netzwerks von landwirtschaftlichen Forschungseinrichtungen für nachhaltige Entwicklung. Vor über zehn Jahren nahm auf Guadeloupe ein Projekt seinen Anfang, aus dem dereinst eine neue Dessertbanane hervorgehen soll – ganz ohne Gentech. Grossniklaus erklärt das Prinzip dahinter: Erst verdoppelt man den Chromosomensatz einer Wildbanane, aus einer diploiden entsteht so eine tetraploide Pflanze. Anschliessend kreuzt man die tetraploide mit einer diploiden Pflanze. Das Resultat ist eine triploide Banane – steril, also ohne Samen, und damit essbar.

Diese Prozedur führten ForscherInnen am Cirad auf Guadeloupe mit über 600 verschiedenen Wildbananen durch. Mehr als 4000 unterschiedliche Varianten essbarer Bananen sind daraus hervorgegangen. Sie alle wurden auf rund vierzig Charaktereigenschaften geprüft, die für einen kommerziellen Anbau wichtig sind. Zwingend erfüllt sein mussten folgende Voraussetzungen: Resistenz gegen Fusarium TR4, Resistenz gegen Black Sigatoka – und natürlich soll die Banane nicht nur essbar sein, sondern auch gut schmecken. Gleich mehrere Kriterien betreffen ausserdem ihre Transportfähigkeit. So dürfen ihre Schale nicht zu dünn und ihr Wuchs nicht zu gerade sein, damit sie sich in den Bananenschachteln nicht gegenseitig wund kratzen. Bereits kleinste Verletzungen lassen die Bananen Ethylen produzieren, worauf sie nicht nur vorzeitig reifen, sondern auch die anderen Bananen zur Reifung anregen und gelb werden lassen.

Aus den über 4000 Varianten schafften es schliesslich nur sechs Bananensorten in die engere Auswahl. Die aussichtsreichste Kandidatin wird aktuell auf Testfeldern angebaut und soll schon bald auf den Markt kommen. Einer Kommerzialisierung stehen aber ein paar gewichtige Handicaps im Weg. «Ich habe die Pflanzen im Testfeld gesehen», sagt Genetiker Ueli Grossniklaus. «Sie sind viel grösser als die Cavendish-Stauden, die eigentlich ein Zwergwuchs sind. Solch grosse Pflanzen verursachen viel mehr Aufwand und Pflege und lassen sich nicht kostengünstig anbauen.» Ausserdem wachsen bei der neuen Sorte weniger Bananen pro Hand. Die meisten Produzenten würden sich weigern, sie überhaupt anzubauen – es sei für sie schlicht nicht rentabel, sagt Grossniklaus. Aber für Biobetriebe könnte es sich eventuell rechnen.

Die Exportbanane der Zukunft darf nicht zu gerade sein – sonst kratzen sich die Früchte in den Kisten gegenseitig wund.

Ein Vorbild gibt es bereits: Auf Guadeloupe und Martinique wächst auf insgesamt 35 Hektaren Land von Biobetrieben eine vom Cirad gezüchtete neue Bananensorte. Sie wurde auf den Namen Pointe d’Or getauft und ist gegen Black Sigatoka resistent. Für dieses Jahr wird mit einer Ernte von 1000 bis 1200 Tonnen gerechnet. Seit ein paar Wochen findet man die Pointe d’Or in ausgewählten Bioläden der Carrefour-Kette in Paris.

Dereinst liegt dort vielleicht auch die TR4-resistente Banane, die aktuell erst in Testfeldern auf Guadeloupe heranwächst: ein Nischenprodukt für ein kaufkräftiges, sozial- und ökologiebewusstes urbanes Publikum.

Doch Bananen sind nach Reis, Getreide und Milch das viertwichtigste Lebensmittel der Menschheit. In vielen tropischen und subtropischen Ländern sind sie ein zentraler Bestandteil der täglichen Ernährung der Armen. Allein die EinwohnerInnen von Uganda, Ruanda oder Kamerun konsumieren pro Kopf und Jahr mehr als 200 Kilogramm Bananen, meist in Form von Kochbananen. Drei von vier KleinbäuerInnen in diesen Ländern verdienen ihren Lebensunterhalt mehrheitlich mit der Produktion von Kochbananen. Und die sind ebenso wenig gegen Fusarium TR4 resistent wie die Dessertbanane Cavendish. Der Pilz, der den gigantischen Monokulturen von Exportbananen für westliche KonsumentInnen entsprang und nun weltweit um sich greift, bedroht so die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen.

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