Nr. 28/2021 vom 15.07.2021

Der Schaden war angerichtet

Von Stephan Pörtner

Der im letzten, wenn nicht gar vorletzten Jahrhundert aufgekommene Megatrend, in den Süden zu fahren und dort nicht, wie einigermassen nachvollziehbar, den Winter, sondern den Sommer zu verbringen, beruhte letztendlich auf einem Missverständnis. Ob dieses aus der Unwissenheit der Massen, die seit dem Wirtschaftswunder ans Mittelmeer fuhren, entstanden oder von den vorangegangenen Mitgliedern des Adels und des Grossbürgertums, den KünstlerInnen, DichterInnen und sonstigen Nichtsnutzen aus reinem Schabernack in die Welt gesetzt worden war, liess sich nicht mehr feststellen. Der Schaden war indessen angerichtet, und so würden auch dieses Jahr wieder Hunderttausende nach durchlittenen vierzehn Tagen froh sein, endlich wieder heimzukehren.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im Herbst 2019 ist sein neuster Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch