Nr. 38/2020 vom 17.09.2020

Im Schlafwagen nach Rom

Von Sarah Schmalz

Zumindest eine gute Nachricht brachte diese Woche: Die SBB will ihr Nachtzugangebot ausbauen. Zusammen mit der österreichischen Partnerin ÖBB plant sie, die Verbindungen ab der Schweiz von sechs auf zehn Linien zu erweitern. Insgesamt 25 Destinationen peilt die SBB mit dem Projekt «Nightjet-Net Schweiz 2024» an. Als Erstes soll ab Dezember 2021 die Linie via Köln nach Amsterdam dazukommen. Rom und Barcelona sollen folgen. Das erinnert schon fast an die goldenen Zeiten, als man von der Schweiz aus etwa direkt im Schlafwagen nach Moskau gelangen konnte.

Im Jahr 2009 befand die SBB, die Ära der Nachtzüge sei vorbei – und stellte ihre Linien ein. Ende 2016 gab auch die Deutsche Bahn auf: Am 10. November fuhr ihr letzter City Night Line von Berlin nach Basel. Einzig die ÖsterreicherInnen hielten im Europa der Billigflieger das Fähnchen der Nachtzüge hoch. Der Klimastreik hat die Züge wieder hip gemacht.

Nun ist die Politik gefragt: Der geplante Ausbau könne nur mit finanzieller Unterstützung aus dem Schweizer Klimafonds sichergestellt werden, schreibt die SBB. Das Parlament hat dem letzte Woche im Rahmen der Totalrevision des CO2-Gesetzes zugestimmt. Ob der Beschluss über die Abschlussabstimmung hinaus Bestand hat, bleibt aber offen. 

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