Nr. 39/2020 vom 24.09.2020

Phantomschmerz und Masturbation Körperkult zwischen Leben und Tod

Haben wir einen Körper, oder sind wir ein Körper? Lust, ebenso wie Krankheit und Schmerzen, lässt uns ganz in unseren Körpern versinken. In Rausch und Ekstase, aber auch im Tod, lassen wir den Körper hinter uns. Ein Leben lang bleibt er ein Hort des Widerstands – auch gegen allzu luftige geistige Höhenflüge. Eine erdenschwere Erinnerung an die Vergänglichkeit: Fleisch und Blut mit Puls – und mit einem Ablaufdatum. Dieses «wobei» nimmt nicht direkt Bezug auf Corona. Aber natürlich dreht sich auch in dieser weltweiten Pandemie alles um den Körper. Im Kampf gegen das Virus offenbart er sich als Gefahrenherd, rebellisches Abwehrsystem und zugleich als Ort extremer Verletzlichkeit. So pendeln wir in und mit unseren – mal leichtfüssigen, mal schwerfälligen – Körpern zwischen den Polen von Lust und Last, von sinnlicher Stärke und mächtig wuchernden Phantomgliedern.

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