Nr. 42/2020 vom 15.10.2020

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Ruedi Widmer nutzt die Tage vor der allerletzten US-Präsidentschaftswahl

Von Ruedi Widmer

Der inzwischen immune Coronado, QAnon-Priester und Atombombenbesitzer Donald Trump (Präsident auf Lebzeiten) kommandiert demnächst von seiner verseuchten Weissen Räuberhöhle aus seine zurzeit noch standbacken Milizen, die Terroranschläge ausüben und Gouverneurinnen der Demokratischen Partei (Gretchen Whitmer, Michigan) entführen sollen.

In seinen medikamentösen Twitter-Botschaften ruft er den Amerikanischen Staat (AS) aus und richtet sich direkt an seine Schläfer («Erwachet»). Diesen tweetete er zu, Barack Obama und Hillary Clinton müssten sofort eingesperrt werden. Schliesslich hat Obama in seiner Amtszeit den von Trump vermutlich hochgeschätzten Terrorfürsten Osama Bin Laden («Destroy America») hinrichten lassen. Ausserdem weigerte sich Obama, mit Kim Jong-un eine tiefe Männerfreundschaft einzugehen.

Diese Facts befeuern seine Wähler, ihn im November zum grössten Fernseher aller Zeiten (550 Zoll) zu machen. Die grosse Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner ist mit seiner Amtsführung zufrieden (sogar noch mehr: 42 %). Im Amt «Fernsehen gucken» (+28 %) ist er besonders gut (im Gegensatz zu SRF-Direktorin Wappler), das Amt «Twitter» (+929 %) führt er so pünktlich wie minütlich aus, und das gemeinnützige Trump-Firmenimperium hat er mit Millionen ausgebaut (+28 192 %). Ob seine Follower wissen, was Politik ist oder was die Abkürzung U. S. A. überhaupt bedeutet, ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass sie für die U. S. A. und Trump demonstrieren (daher der Begriff «Demokratie»).

Die Rolle der Narzissen im Narzissengarten des Weissen Hauses wurde bis jetzt nicht beachtet. Vielleicht haben diese die Leute der US-Regierung mit dem ganzen Wahnsinn angesteckt? Oft wird man Narzisst, wenn man an einer Narzisse riecht.

Markus Somm (FDP), Chefjournalist der Republikanischen Partei, hat in «Arena» wie «SonntagsZeitung» die Weltbevölkerung kritisiert, sie spräche nurmehr über den Stil, aber nie über die Politik von Trump. Dabei sprechen wir nur noch darüber, sogar im Schlaf.

Hierzulande ist es immer noch nicht gelungen, Trumps geniale Amtsführung auf unsere Schweizer Demokratie zu übertragen, wo wir doch seit 1848 der amerikanischen Demokratie wie ein Hündchen folgen (Zweikammersystem, Tinner-Akten, Fall Crypto). Natürlich, Cédric Wermuth und Mattea Meyer polarisieren in der Bevölkerung ähnlich wie Trump, Dr. Alfred Heer hat die Corona-Erkrankung, Dr. Glarner die Unverschämtheit, Dr. Gerhard Pfister das Selbstbewusstsein, Dr. Aeschi die falschen Zahlen und Frau Dr. Martullo Blocher die Familienbande. Aber alles vereinigt in derselben Person? Ich bete täglich zu Gott, dass eine solche Gestalt noch zu meiner Lebenszeit vom Rütli heruntersteigen möge!

Ob sich Trump nochmals mit dem alten, weisshaarigen Herausforderer (wie heisst der schon wieder? … John McCain?, Mike Pence? oder so was …) im TV duellieren wird?

Zum Komikerduell Patrick Frey / Rob Spence: Wenn Satiriker sich fast wie US-Präsidentschaftskandidaten verprügeln und mit Dreck bewerfen, wird die Satire der Grenze deutlich überschritten.

Kennt jemand jemanden, der Contact Tracer ist? Ich nicht. Deshalb glaube ich, es gibt gar keine Contact Tracer.

Der Verkauf von Hundewelpen hat in der Coronazeit angeblich stark zugenommen. Hunde schützen vor Einsamkeit, aber am besten schützt ein Hund der Schutzklasse FFP3. Stoffhunde schützen NICHT vor Einsamkeit. In Läden gilt Hundepflicht.

Die Fallzahlen steigen in allen Kantonen. Deshalb hat die Covid-Taskforce des Bundes die sogenannte «Winterstrategie» entworfen. Das einzige Beruhigende daran ist, dass es offenbar nochmals einen letzten Winter geben wird.

Ruedchen Whitmer ist solidarisch mit Gretchen und deshalb in dieser Autorenzeile für einmal Gouverneur von Winterthur.

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