Nr. 24/2021 vom 17.06.2021

Der Büezer- und Bauernstaat

Ruedi Widmer zum Wochenende, zu Bundesräten und zum Linksextremismus

Von Ruedi Widmer

Ich will Rückschau und Ausschau halten, wie es nach dem angeblichen Debakel vom Wochenende weitergehen soll.

Vieles wendet sich trotz Temperaturanstieg nun auch zum Guten. In der Schweiz wird es dank abgelehntem CO2-Gesetz und Durchmarsch des Borkenkäfers keine Wälder mehr geben, in denen Linksradikale den bewaffneten Kampf üben können, und es wird dank dem Terrorgesetz auch keine Anschläge mehr geben. Die Islamisten können sich nicht mehr unter der Borka oder der Hitlereiche in Winterthur verstecken und ihrem wilden Treiben nachgehen. Viele der jugendlichen Klimasünder der Frieda-for-Fun-Bewegung (bzw. Greta) werden im Kellersutter eingebuchtet, bevor sie mit Demonstrieren beginnen können. Islamisten und Linksextreme erhalten die gerechte Strafe. Das bringt dem verrohten Land Frieden, Ochsen, Löwen und Einkehr.

Die Menschen haben am Wochenende verstanden: Wir haben nun mal nur eine SVP, und dieser müssen wir Sorge tragen. Ich verstehe jeden Senior und jeden rechtschaffenen Bürger auf dem Land, der sich Sorge macht, seine Enkel müssten in eine völlig zerstörte SVP eintreten. Eine, in der die Rösti mit ranzigem Erdöl angebraten werden muss, eine, in der es nicht mehr genug Geld hat für Thomas Matter, der deswegen sein Matterhorn nicht mehr pflegen kann.

Doch Schluss mit SVP-Witzen; die Linken sollten sich endlich an der eigenen Nase nehmen (das komische Teil, das wir verschämt unter der Maske verstecken).

Grundsätzlich macht es Sorge, wie die Linke mit wichtigen Fragen umgeht. 19 Prozent der WählerInnen der Grünliberalen, 11 Prozent der Grünen und 24 Prozent der Sozialdemokraten haben, so der «Tages-Anzeiger», das CO2-Gesetz abgelehnt. Da gebührt mein Dank den 12 Prozent SVPlerInnen, die das Gesetz befürwortet haben.

Generell ist die Demokratie für viele, auch Linke, viel zu kompliziert. Man will nicht wissen, wie viele nur schon das CO2-Gesetz mit dem Covid-19-Gesetz verwechseln, weil beides mit «Co» beginnt. Doch zwischen 2 und 19 fehlen 17! Solche Fehler haben viel mit den fragwürdigen Bildungsreformen der Volksschulen und den sozialen Medien zu tun. Man liest nur den Anfang und schon weiss man, was Sache ist, und posaunt seine Meinung dazu hinaus.

Ebenso hat SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga kaum Werbung für das CO2-Gesetz gemacht. Klar, eine Bundesrätin muss sich zurückhalten, ganz im Gegensatz zu einem Bundesrat, der als Mann seine Meinung zu seiner Lustlosigkeit ohne Probleme kundtun darf. Aber auch Bundesrätin Karin Keller-Sutter hat bewiesen, dass man sich als Frau für ein Gesetz einsetzen kann und es durchbringt (Ende der Beziehungen mit der EU). Und FDP-Chefin Petra Gössi ist sogar zurückgetreten, wo sich doch ein FDP-Mann normalerweise stramm am Amt festklammert (Pierre Maudet, Ignazio Cassis).

Aber nun endlich wieder zurück zum SVP-Bashing: Wer sind die Leute, die Angst haben vor der Impfung oder vor 5G-Strahlung und dann literweise Pestizid runterspülen und sich Gifthack reinhauen? Die sagen, wenn schon müssen die Chinesen und nicht wir weniger CO2 rauspusten, um dann sogleich bei Alibaba Waren aus dem Reich der Mitte zu bestellen? Die Löhne und Sozialleistungen abbauen und treuherzig von den Plakatwänden säuseln, die Armen können nicht mehr fliegen, wenns zwölf Franken teurer ist? Die hier geborene Einbürgerungswillige mit allen möglichen Spitzfindigkeiten schikanieren, aber einen Parteipräsidenten haben, der keinen geraden Satz Deutsch spricht? Das ist der Landschweizer, der Rimaschweizer, wie er leibt und lebt. Man glaubts nicht, aber es ist die Realität.

Auf jeden Fall ist dem Büezer- und Bauernstaat Schweiz eine gloriose gasoline Zukunft unter den Fittichen Moskaus sicher.

Ruedi Widmer ist bis oben voll Methan vor Wut. Hoffentlich explodiert er nicht.

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