Nr. 26/2021 vom 01.07.2021

Metaphorische und Geigenbögen

Von Stephan Pörtner

Das Überspannen von Bögen aller Art, metaphorischer wie auch in mehrtägigen Kursen nach traditioneller Art gefertigter oder auch schlichter Geigenbögen, hatte im letzten Jahr einen derartigen Aufschwung erlebt, dass es geradezu als neuer Mainstream gelten durfte. Selbstverständlich wurde diese Einschätzung von den Betreffenden vehement abgelehnt. Wie zu erwarten von VertreterInnen an sich weitverbreiteter und allgemein akzeptierter Denk- und Handlungsmuster, die auf ihren vermeintlich originellen und scharfen Geist mächtig stolz sind und sich unbedingt in der Rolle der mutigen Minderheit sehen wollen, die im besten Fall unterdrückt oder gar gecancelt wird, auch wenn sich dazu schon längst niemand mehr aufraffen mag.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im Herbst 2019 ist sein neuster Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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