Nr. 25/2021 vom 24.06.2021

Wirre Gesamtansichten

Von Stephan Pörtner

Ob es nun zu früh sei, sich zu freuen, oder ganz im Gegenteil längst zu spät, war eine Frage, die nicht nur im privaten, sondern auch im öffentlich-rechtlichen Rahmen eingehend diskutiert wurde. Dabei verlief die Trennlinie nicht einfach zwischen jenen, die positiv dachten, und den grundsätzlich Missmutigen, die Meinungen verliefen im Gegenteil geradezu kreuzstichartig durch das angestammte Spektrum etablierter Auffassungen. Was wiederum zur Folge hatte, dass es immer schwieriger wurde, sich zu orientieren oder gar zu entspannen in einer Welt, deren Fugen noch immer ächzten und knarzten. Nur schon darum war mittelfristig nicht mit dem Verschwinden wirrer Gesamtansichten zu rechnen.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im Herbst 2019 ist sein neuster Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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