Nr. 28/2021 vom 15.07.2021

Ankunft in Genf

Von Zoe Stadler

Nach genau 42  Tagen, 680  Kilometern und 73  Begegnungen, Besuchen, Gesprächen und Manifestationen ist die Klimaspuren-Wanderung in Genf angekommen. Wir haben die Schweiz zu Fuss durchwandert und das Engagement der Klimabewegung sowie auch die Schwierigkeiten im Umgang mit dem Klimawandel erforscht. Es hat uns verregnet, die Köpfe verbrannt und verhagelt.

In den Gesprächen haben wir gelernt: Die Bevölkerung will einen anschaulichen, gerechten und handfesten Klimaschutz. Und die Klimapolitik muss die Menschen mitnehmen. Der Klimaschutz braucht Gesichter, nicht nur Modelle. Menschen, nicht nur Zahlen. Im ganzen Land, nicht nur in der Stadt.

Die Bedächtigkeit des Gehens fördert die Achtsamkeit der Wandernden. Sie hilft, sich Gedanken und Diskussionen hinzugeben, Eindrücke zu verarbeiten und die Umgebung besser wahrzunehmen. Das stundenlange Wandern entlang von überdüngten Feldern, die schlaflosen Nächte in verkehrsgeplagten Ortschaften und die staunende Betrachtung von unzähligen Betonbauten führten uns die Dimension des Klimaproblems vor Augen.

Es sind Beobachtungen, die während schnellen Zug- und eintönigen Autofahrten untergehen. Die alltägliche, oft unnötige und unbedachte Zerstörung ist gross. Wir haben Mühe, sie wahrzunehmen und allenfalls anders zu handeln, weil wir gar schnell unterwegs sind.

Doch zu Fuss sind wir auch Lösungen begegnet, Experimenten und Aufbrüchen: vernünftigen Umbauten, klimatauglichen Landwirtschaftsbetrieben, klugen Mobilitätsprojekten.

Der Klimaschutz braucht Dynamik. Es gibt zahllose Projekte von aufgeweckten Menschen, Firmen und Gemeinden, die es anders, besser machen wollen. Sie wollen die Klimakrise nicht einfach hinnehmen. Und sie kennen die wirksamen Hebel. Sie fügen dem Ausruf «So nicht!» ein «Besser so!» hinzu.

Mit dieser sechsten Nachricht geht auch die Klimaspuren-Kolumne in der WOZ zu Ende. Von unterwegs berichtet haben in den vergangenen Wochen Köbi Gantenbein, Dominik Siegrist und Zoe Stadler. Eine Zusammenfassung der Wanderung in zwölf Punkten findet sich auf der Website www.klimaspuren.ch.

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