Nr. 25/2021 vom 24.06.2021

Heisse Tage

Von Zoe Stadler

Vor 24 Tagen startete Klimaspuren in Ilanz. Seither wandern wir Tag für Tag in Richtung Genf, drei Wochen liegen hinter und drei Wochen vor uns. Und während wir uns unterwegs gegen die Erderwärmung engagieren, machen uns die Hitzetage zu schaffen.

Dass sie und die Tropennächte stark ansteigen werden, hören wir von Grün Stadt Zürich. Ein Vertreter dieser städtischen Abteilung zeigt uns, wie dank Hitzeminderung urbanes Leben erträglich bleiben soll. Der Sommerhitze wollen auch zwei Initiativen entgegenwirken: die Stadtgrün-Initiative und die Gute-Luft-Initiative. Ach, wären sie schon umgesetzt!

Doch auch in der Agglomeration, in den Kleinstädten und Gemeinden, lässt der schattenspendende Baumschutz zu wünschen übrig. Wie wenig die Schweizer Ortschaften auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet sind, spüren wir am eigenen Leib. Das Wandern auf Teerstrassen für die letzten Kilometer hin zu Ortsterminen und zu Hotels wird zur Belastung. Man wünscht sich den Wald in die Stadt.

Diese Idee hat Bibergeil aufgegriffen, eine Aargauer Architektur- und Landschaftsarchitekturgruppe. Sie hat uns oberhalb von Baden zu einem Waldfest empfangen. Um dem steigenden CO2-Gehalt in der Luft entgegenzuwirken, schlagen sie vor, viele Bäume zu pflanzen. So soll etwa im Kanton Aargau der Waldbestand um 25 Prozent wachsen. Der «Forêt en plus» soll nicht nur im bestehenden Wald stehen, sondern auch in den Dörfern und Städten bei den Menschen. Wie Finger finden Waldpassagen ihren Weg durch die Strassen in die Wohngebiete und Arbeitsorte. Sie kühlen vor Ort und stärken die lokale Biodiversität.

Eine Folge der Hitze sind heftige Gewitter am Abend. Nach einem Flussgang von Baden über Brugg kommen wir in Wildegg an – zum zweiten Mal erst sind wir in den Regen geraten, dafür richtig. So wandelt sich der heisse Tag und lässt uns durchnässt, aber vergnügt zum Hotel wandern. 

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