Nr. 27/2022 vom 07.07.2022

Zusammenbrüche auf dem Flughafen

Von Stephan Pörtner

Ungeachtet möglicher Klimaschäden, während der Pandemie erprobter Alternativangebote und eines dringlich gegebenen Anlasses, sparsam mit Treibstoff umzugehen, wollten viele Menschen wieder irgendwohin fliegen, wo es anders ist als zu Hause, in eine Stadt vielleicht oder an einen Strand, weil es möglich ist oder möglich hätte sein können. Aufgrund einer Verknüpfung unglücklicher Umstände nahm dieses anfällige System beträchtlichen Schaden, und wer gerade noch verreisen wollte, wollte nun wieder nach Hause, was zu erneuten Zusammenbrüchen auf den Flughäfen führte. Dieser Ausbruch aus dem Alltag, das Erleben von Unverhofftem und Unvorhergesehenem, wurde aber, weil unangenehm, nicht als wertvolle Vorbereitung auf kommende Ereignisse wahrgenommen.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Pöschwies») und lebt in Zürich. 2022 ist sein neuer Roman, «Heimatlos», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Heimatlos» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop, www.woz.ch/shop, als Buch erhältlich.

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