Demokratie beschränkt sich zunehmend auf politische Repräsentation und nimmt keinen Einfluss auf ökonomische Machtverhältnisse. Auch Parteien wie die deutschen Piraten betreiben höchstens symbolische Politik. Oder lassen sich aus der Freien-Software-Bewegung Anregungen für eine «freie Assoziation der ProduzentInnen» holen?
Dietmar Dath und Barbara Kirchner legen eine glühende Verteidigungsschrift des Kommunismus vor. An den zeitgenössischen Debatten beteiligen sie sich nicht. Lesenswert ist das Buch trotzdem.
Jahrelang wurde WOZ-Autor Raul Zelik vom deutschen Verfassungsschutz observiert, wie er kürzlich erfahren hat. Weshalb gibt sich der Geheimdienst diese Mühe, versagt jedoch bei der Überwachung einer mordenden Naziterrorgruppe?
Der Occupy-Bewegung wird immer wieder der Vorwurf gemacht, sie agiere naiv und unpolitisch. Tatsächlich scheint das theoretische Wissen früherer Bewegungen verschüttet zu sein – was die Entwicklung von Alternativen zum System erschwert.
In vielen Armenvierteln von Venezuelas Hauptstadt Caracas organisieren sich die Menschen, um selbst für eine Verbesserung ihrer Lebensumstände zu sorgen. Ihr Vertrauen in den Präsidenten ist deshalb nicht geschwunden.
Die gegenwärtigen sozialen Proteste deuten auf das Ende des heutigen Kapitalismus hin. Das skandinavische Modell mit hohen Steuerabgaben wäre eine Alternative. Doch das Wachstumsmodell als solches ist in der Krise.
Bogotá gilt als Vorbild einer gelungenen Stadterneuerung. Aus dem Blick gerät dabei fast immer jene andere Seite der Stadt, die von Armut, Bandenkriegen, Korruption und politischen Morden beherrscht wird. Reportage aus einem der grössten Slums Lateinamerikas.
Endlich auf Deutsch zu lesen: Das über tausend Seiten dicke letzte Buch des chilenischen Autors Roberto Bolaño ist ein atemberaubendes Feuerwerk der Erzählkunst.