Antifaschismus in Italien: Als der Duce kurz ins Wanken kam

Nr. 23 –

Vor hundert Jahren wurde in Rom der Sozialist Giacomo Matteotti ermordet. Auf seinen Tod folgte eine Krise der faschistischen Herrschaft – und ihre brutale Konsolidierung. Das Gedenken an den Abgeordneten ist heute politischer denn je.

Gruppen-Foto aus den zwanziger Jahren mit Giacomo Matteotti
Mussolini wollte ihn aus dem Weg geräumt sehen: Giacomo Matteotti (Mitte), hier mit Genossen in den zwanziger Jahren. Foto: Imago

Von einer «Lektion in demokratischer, antifaschistischer Moral» schrieb die Tageszeitung «La Repubblica» vergangene Woche und meinte damit eine Lektion nicht zuletzt für Italiens Rechte, die das Land seit 2022 regiert. Ort der Nachhilfestunde am 30. Mai war die Abgeordnetenkammer im Palazzo Montecitorio in Rom, ihr Anlass der 100. Jahrestag der Ermordung des sozialistischen Abgeordneten Giacomo Matteotti. Am 10. Juni 1924 wurde dieser umgebracht – von fünf Faschisten mit direktem Kontakt zu ihrem «Duce» Benito Mussolini, dem mutmasslichen Auftraggeber des Verbrechens.

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