«Hamnet»: Ein seltsam befreiender Schmerz

Nr. 4 –

Chloé Zhaos Verfilmung der privaten Familientragödie von William Shakespeare verschachtelt alle grossen Themen der Menschheit: Liebe, Tod, Trauer und ihre Aufhebung in der Kunst.

Filmstill aus «Hamnet»: Jessie Buckley als Williams Frau Agnes, umgeben von traurigen Menschen
Für einmal ins Zentrum gerückt: Williams Frau Agnes (Jessie Buckley) spielt in der Shakespeare-Forschung meist nur eine marginale Rolle. Foto: Agata Grzybowska, Focus Features

Versteht man Shakespeares «Hamlet» besser, wenn man weiss, dass der Dichter einen Sohn hatte, der Hamnet hiess? Wohl kaum. Aber einfach zur Seite schieben kann man dieses Wissen auch nicht. Shakespeares Sohn Hamnet starb 1596 im Alter von elf Jahren, womöglich an der Pest, die damals immer wieder tödliche Schneisen durch Europa riss. Viel mehr ist über ihn nicht bekannt. Das öffnet Raum für Spekulationen. Zumal die verschlungenen Verbindungen und Verschiebungen zwischen Literatur und Leben bis heute immer wieder zum Gegenstand von emotional geführten Debatten werden – nicht nur bei Shakespeare.

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