Geschichtspolitik: Zu Recht das Recht gebrochen

Nr. 10 –

Nächste Woche berät der Nationalrat über die Rehabilitierung von Schweizer:innen im französischen und italienischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Welche Bedeutung hat diese Erinnerung heute?

historisches Bild von Partisan:innen 1944 im italienischen Domodossola
Auch knapp 450 Schweizer:innen schlossen sich der Resistenza an: Partisan:innen 1944 im italienischen Domodossola, nahe der Schweizer Grenze. Foto: Keystone

Der Tessiner Florindo Meraldi, 1913 in Ascona geboren, ist gelernter Schlosser und überzeugter Antifaschist. Nach einem Kriegseinsatz mit dem kommunistischen Garibaldi-Bataillon im Spanischen Bürgerkrieg in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre schliesst er sich im Sommer 1944 den Partisan:innen in der norditalienischen Region Ossola an. Im November verurteilt ihn ein Militärgericht in Lugano wegen «heimlichen Grenzübertritts» nach Italien und der «Verschleuderung von Armeematerial» in Abwesenheit zu sechs Monaten Gefängnis. Meraldi hatte ein Paar Militärhosen und -schuhe in den Kampf mitgenommen. Den Vorwurf, mit dem Einsatz in Italien habe er die «Wehrkraft» der Schweiz geschwächt, verfolgt das Gericht nicht weiter.

Um diesen Artikel zu lesen, haben Sie drei Möglichkeiten:

Jetzt die WOZ abonnieren Login (für Abonnent:innen) App laden und Einzelausgabe kaufen