Pharmapreise: Wie die Milliardenprofite zustande kommen
Das Krebsmedikament Keytruda ist das umsatzstärkste der Schweiz. 183 Millionen Franken kosteten Therapien damit 2024 laut dem Krankenversicherer Helsana. Das ergibt Kosten von 70 000 Franken pro Patient:in und Jahr. Der US-Hersteller Merck erwirtschaftet damit exorbitante Profite. Wie hoch diese ausfallen und mit welchem Geschäftsmodell sie zustande kommen, das hat nun die NGO Public Eye zusammen mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) dargelegt.
Seit der Einführung Ende 2014 hat Merck mit Keytruda weltweit über 160 Milliarden US-Dollar eingenommen. Der Konzern rechtfertigt die hohen Kosten einerseits mit der – unbestrittenen – Wirksamkeit des Medikaments, andererseits mit den angeblich hohen Entwicklungskosten. Diese sollen laut Merck bei dreissig Milliarden Dollar liegen. Gemäss Public Eye dürften diese Kosten allerdings nicht mehr als zwei Milliarden Dollar betragen haben. Die NGO hat für diese Schätzung Datenbanken mit klinischen Studien zu Keytruda ausgewertet. Merck erklärte dagegen gegenüber dem ICIJ, man setze verantwortungsvolle Preise fest, die den Wert für die Patient:innen, die Bezahlenden und die Gesellschaft spiegeln würden.