Nr. 21/2010 vom 27.05.2010

«Eigentlich wollten wir vor dreissig Jahren genau dasselbe»

Der Vater ist politisiert in Zürich und engagiert sich im Bereich Stadtentwicklung. 1980 hat seine Biografie nachhaltig geprägt. Im Gespräch mit ihm und seinem jüngsten Sohn wird deutlich: Alternative Lebensformen wirken fort, auch wenn die Vorzeichen andere geworden sind.

Von Jan Jiràt und Franziska Meister

Dass sie Vater und Sohn sind, sieht man gleich: dieselben feingliedrigen, agilen Hände, derselbe Lockenkopf – fast zumindest. Was bei Jonathan wild und dunkel wuchert, ist bei Richi schon etwas ausgedünnt und angegraut.

Die beiden eint mehr als Familienbande: Richi Wolff hat sich 1980 in Zürich als junger Student kopfüber in die Bewegung gestürzt, Jonathan ist vor ein paar Monaten mit knapp sechzehn Jahren in die «Szene» abgetaucht und lebt jetzt in einem besetzten Haus. Anderswo die besten Voraussetzungen für einen handfesten Familienstreit. Jonathan möchte gern anonym bleiben, was sein Vater unterstützt – immerhin steht bald das erste Lehrjahr an. Überhaupt hält Richi seinem Sohn die Stange, ist stolz darauf, dass sich Jonathan seine eigenen Freiräume geschaffen, sein eigenes soziales Netz aufgebaut hat. Entsprechend verblüfft reagiert Jonathan auf die Frage, ob er es mit einem so verständnisvollen Vater nicht manchmal schwer habe: «Abgrenzen? ... warum?»

Im «Nordpol» zu Hause

«‹Läbe wie me wott›, das forderten wir damals», erinnert sich Richi. «Wir wollten Freiräume: Freiräume für unsere Kultur, Freiräume zum Wohnen, uns unsere eigenen Strukturen schaffen.» Häuser zu besetzen, gehörte da zentral dazu. Richi lebte in verschiedenen WGs, meist in Zürich. Teil einer Besetzergruppe war er nie. Am nächsten sei er wohl bei der Stauffacher-Besetzung dran gewesen, meint er, aber nicht drin. Kollegen von ihm waren dabei, und mit denen hat er sich solidarisiert, hat an Demos mitgemacht.

1981 gründete er mit FreundInnen eine grosse WG an der Nordstrasse – ein ganzes Haus haben sie gemietet, später sogar gekauft. Richi ringt die Hände, scheint für einen Moment fast verlegen. «Ich hatte kein Bedürfnis, andere Häuser zu besetzen – wir hatten ja unser Zuhause.» Er lebt mit seiner Familie noch immer dort, im «Nordpol».

Richi: «Wir waren eine riesige WG, so sechzehn, achtzehn Leute. Und wir hatten sehr viele Beziehungen in andere Häuser, in die Besetzerszene. Wechsel waren bei uns häufig: Leute zogen ein, zogen dann weiter in besetzte Häuser oder kamen von dort zu uns. Aber die Kerngruppe von damals, die ist heute noch im Haus. Pärchen bildeten sich, die ersten Kinder kamen, und mit der Zeit entwickelte sich die Gross-WG in Richtung Familienetagen. Jetzt sind die Kinder am Ausziehen. Obwohl: Wir haben auch schon darüber diskutiert, dass die Kinder bleiben und wir ausziehen.»

Jonathan: «Eigentlich ist das der Plan, genau: Die Alten sollen ausziehen ... Aber dazu muss man sie erst mal überreden, nachdem sie dreissig Jahre hier gewohnt haben.»

So ganz ist Jonathan noch nicht von zu Hause ausgezogen. Seine Sachen sind noch alle dort. Überhaupt, sein richtiges Zuhause sieht er nicht im besetzten Haus. «Es ist ein Wohnraum, gut zum Schlafen, aber wenn ich morgens früh arbeiten gehen muss, übernachte ich doch lieber im ‹Nordpol›, weil der Arbeitsweg von da aus viel bequemer ist.» Er schläft vor allem im besetzten Haus, wenn dort etwas läuft, wenn Bar ist und ein DJ auflegt. Den «Nordpol» will er so schnell nicht aufgeben. Das Haus mit dem grossen Gemeinschaftsraum findet er «voll cool». Dort würde er später gern mit einer WG einziehen und ganz regulär Miete zahlen.

Jonathan: «In unserm Haus leben sehr viele verschiedene Leute mit unterschiedlichen Interessen. Wir haben eine Gemeinschaftsküche, aber das Essen ist mehr oder weniger Privatsache. Wir containern manchmal für den Kühlschrank, ein Kässeli gibt es nicht.»

Richi: «Wir haben das viel kollektiver zu organisieren versucht. In den ersten Jahren war die grosse Stube im ersten Stock der gemeinsame Essraum. Dann, als wir das Haus gekauft hatten, haben wir gleich die ehemalige Backstube im Keller ausgebaut, damit wir dort zusammen kochen und essen konnten. Wir haben sicher fünfmal die Woche zusammen gegessen. Das war einfach Teil des Lebensstils.»

Der Frust mit der Roten Fabrik

Und dieser Lebensstil war «Punk», sagt Richi: «Jetzt und alles und sofort.» Mit dieser Grundhaltung grenzten sich die Achtziger auch von den theorielastigen Achtundsechzigern ab. Ihr Verhältnis zu Studierenden und zur Uni war distanziert. Richi fühlte sich trotzdem akzeptiert – auch, weil er nie herausstrich, dass er studierte. Mit den Bewegten teilte er vor allem den Frust darüber, dass es in der Stadt im Frühling 1980 keine Lokale mehr gab, in denen sich Jugendliche überhaupt treffen konnten. «Etwas trinken, tanzen – das lief zum grossen Teil privat ab, jemand organisierte einen Fez.» Die wenigen Privatclubs, die dank Spezialbewilligung auch nach Mitternacht noch geöffnet hatten, kosteten zehn oder sogar zwanzig Franken Eintritt, und den Alkohol musste man auch selber mitbringen. «Dieses Geld hatten wir nicht», sagt Richi. «Der Notstand war riesig.» Und dann kam der Sechzigmillionenkredit für das Opernhaus.

Die angestaute Wut entlud sich explosionsartig in einer Strassenschlacht, die eigentlich mit einer harmlosen Kundgebung vor dem Opernhaus angefangen hatte. «Von da an war klar: Jetzt gibts Bewegung», sagt Richi, der seit Tag zwei mit Tausenden anderen Jugendlichen an den Demos teilgenommen hat. «Wir forderten unsern eigenen Kulturraum.» Eine Forderung, die sich zu Beginn ganz auf die Rote Fabrik konzentrierte. Gemäss einer Volksabstimmung aus dem Jahr 1977 hätte die Rote Fabrik in ein Kultur- und Freizeitzentrum umgewandelt werden sollen. Geschehen war nichts. Im Mai 1980 lagerten dort vor allem Kulissen und Kostüme des Opernhauses.

Richi: «Die Forderung nach einem AJZ überlagerte den Kampf um die Rote Fabrik aber schon bald – und es wurde dann auch ganz rasch Realität. Denn unser Druck von der Strasse war enorm. Die hatten richtig Angst, dass so etwas wie ein Bürgerkrieg ausbrechen könnte. Es war unglaublich! Ich war an den meisten Demos mit dabei. Aber zu denen, die in der vordersten Reihe kämpften, gehörte ich nicht. Jene, die Tränengaspetarden vom Boden auflasen und zurückschmissen – so einer war ich nicht.»

Voll engagiert war Richi auch im AJZ und in den einzelnen Arbeitsgruppen dort nicht. «Aber es gab so etwas wie eine Rückwirkung von der Strasse ins Studium hinein», sagt er. Die Stadt wurde zum zentralen Thema für das Grüppchen autonomer Geografiestudenten, dem er angehörte. Sie wollten Wissenschaft in den Alltag überführen, sie in den Dienst der Stadtbevölkerung stellen. Die Gruppe SAU – Ssenter for Applied Urbanism – entstand. «Wir begaben uns gezielt in verschiedene Quartiergruppen hinein und beteiligten uns an ihrem Kampf, den städtischen Raum nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Wir versuchten unser Uni-Wissen in politischen Diskussionen umzusetzen.»

Die Rote Fabrik war ein zentraler Ort dafür. Für die Fabrik-Uni, eine Art Volkshochschule, produzierten Richi und seine SAU-Kollegen eine Agitprop-Tonbildschau zur Stadtentwicklung von Zürich, mit der sie später auf Tournee nach Deutschland, Österreich, Holland und Polen gingen. Wiederholt organisierten sie in der Roten Fabrik auch ganze Veranstaltungsreihen unter Namen wie «Capitales Fatales» oder «Città Frontale», zu denen sie Gäste aus Städten wie London oder Amsterdam einluden, um politische Debatten zur Stadtentwicklung zu lancieren. Er sei ein alter «Fabrikaktivist», sagt Richi.

Jonathan: «Ich bin praktisch in der Roten Fabrik aufgewachsen. Meine Eltern haben beide dort gearbeitet, in Betriebs- und Konzeptgruppen, und ich bin in den Hinterräumen, den Büros oder auf der Bühne rumgekrabbelt. Bin auch aufgewachsen mit den Leuten, die dort verkehrten, den Punks, den Säufern, den andern aus der Szene. Eigentlich finde ich die Fabrik total lässig. Aber heute muss man sich schon fragen, ob man dort noch hinwill – aus politischen Gründen. Zum Beispiel wegen der Geldpolitik. Die Rote Fabrik macht alternative Kultur für 25 Franken, die sich niemand leisten kann, der sich dafür interessiert, und kriegt dafür sogar noch Geld von der Stadt.»

Richi: «Ohne die Subventionen würde das doch gar nicht funktionieren. Aber die Eintrittspolitik ist tatsächlich ein Problem. Die geht vorbei an den Jugendlichen.»

Jonathan: «Ein Problem habe ich auch mit der Roten Fabrik, wenn sie gegen ihre eigenen Statuten verstösst und das nicht mal schlimm findet. Zum Beispiel hat sie dem bekanntermassen sexistischen jamaikanischen Reggaemusiker Sizzla einen Auftritt erlaubt – trotz Protesten aus der linken und alternativen Szene. Dabei steht in den Statuten ganz klar: kein Sexismus.»

Richi: «Ja, das ist dumm gelaufen ...»

Jonathan: «Und dann hat Sizzla sogar noch ein zweites Konzert gegeben. Sehr toll. Sehr alternative Kultur. Wir wollen unser eigenes alternatives Ding, unsere eigenen Räume. Wo jemand, der sich ein Konzert für fünf Franken nicht leisten kann, halt trotzdem reinkommt. Wo nicht Sizzla auftritt, sondern ein Schweizer Musiker oder einer aus den Nachbarländern. Einer, der nicht in der Hitparade läuft.»

Richi: «So wie du das jetzt sagst ... eigentlich wollten wir vor dreissig Jahren genau das Gleiche. Nur, wir haben uns diese alternativen Kulturräume erkämpft, und die haben sich mittlerweile etabliert und institutionalisiert. Klar: Das sind nicht mehr die Räume, die ihr wollt.»

«Huberta» – der Traum

Der erste Schritt in die Szene führte Jonathan im Februar 2010 gleich ins Paradies: In ein Fabrikgebäude im Kreis 9, die «Huberta». «Ich kannte zwar ein paar Leute aus der Szene, aber ein Teil davon war ich nicht. Ich bin aus dem Nichts gleich in die ‹Huberta› rein. Das war einfach toll! Das Zusammenleben, wie wir aus dem Nichts in ein paar Tagen alles eingerichtet hatten ... Es war genial!»

Zwanzig Leute waren sie etwa, die aus dem leer stehenden, zweistöckigen Fabrikgebäude innert zweier Wochen Jonathans Paradies aufstellten. Im Erdgeschoss entstand der Gemeinschaftsraum, wo eine Küche für alle, die sogenannte Vokü (Volksküche) eingerichtet wurde. Und eine Bar samt Musikanlage. Zwei-, dreimal pro Woche fand ein Konzert statt. Sie richteten auch ein kleines Kino ein, malten die Wände an, immer war etwas los. Im Obergeschoss war der Wohnbereich, im Grunde genommen eine grosse Stube, in der sich die BesetzerInnen so einrichteten, wie es gerade passte. Manchmal übernachteten auch «Partygäste» dort. Jonathan gefiel es in der «Huberta» so gut, dass er praktisch einen ganzen Monat lang dort wohnte. Nur der teure Compi und die Gitarre blieben im «Nordpol».

Auch die Autonome Schule Zürich (ASZ), die ein breites Programm an kostenlosen Bildungskursen zu Computern, Selbstverteidigung oder Sprachen anbietet (siehe WOZ Nr. 42/09), fand in der «Huberta» Unterschlupf, nachdem sie von der Polizei zuvor aus diversen Räumlichkeiten vertrieben worden war. «Die Zusammenarbeit hat super geklappt. Die Leute von der ASZ haben uns beim Aufbau der Strukturen sehr geholfen», sagt Jonathan. «Zu Beginn war es schon nicht ganz einfach: Plötzlich standen dreimal wöchentlich 120 Leute im Haus, die wir nicht kannten. Aber das hat sich automatisch ergeben.» Es waren vorwiegend MigrantInnen, die die ASZ-Deutschkurse in der «Huberta» besuchten. Die Begegnungen mit ihnen haben Jonathan sichtlich geprägt. Das Thema «Migrationspolitik», mit dem sich ein Teil der Szene ohnehin intensiv auseinandersetzt, hat nicht nur einen aktuellen, sondern auch einen sehr persönlichen Bezug erhalten.

Jonathan: «Viele Migranten sind Kollegen geworden. Ich sehe immer mehr, wie sie leben, wie sie denken und wie sie vom Staat wahrgenommen und behandelt werden. Vor rund zwei Wochen ist ein Sans-Papiers und Kursleiter der ASZ von der Polizei wegen fehlender Ausweispapiere verhaftet worden. Wir sind daraufhin vors Kasernenareal gezogen. Der Verhaftete ist jetzt wieder draussen, und wer weiss, vielleicht haben wir dazu beigetragen, dass es so schnell ging. Früher hätte ich gedacht: Okay, den sollte man schon rausholen. Aber heute, da kenne ich ihn, habe mit ihm geredet, da gibt es keine Frage: Der muss raus!»

Raus musste auch Jonathan aus seinem Paradies. Nach eineinhalb Monaten standen die «Bullen» vor der Tür: Drei Tage liessen sie ihnen Zeit, die «Huberta» zu räumen. Jonathans kurzer, fiebriger, schöner Traum endete ...

Bei Richi hiessen sie «d Schmier», und 1980 wären eineinhalb Monate in einem besetzten Haus noch unmöglich gewesen.

Richi: «Damals sind die Hausbesetzungen meistens innerhalb von wenigen Stunden geräumt worden. Eine Ausnahme war die Stauffacher-Besetzung, die hat ungefähr zehn Tage gedauert. Ich denke, man ist heute allgemein viel toleranter. 1980 haben die Polizei, aber auch die Medien völlig hysterisch auf uns reagiert. Heute ist fast schon eher eine Art von Gleichgültigkeit entstanden. Das Häuserbesetzen hat sich etabliert.»

Jonathan: «Wir kriegen ein Ultimatum gestellt und wissen, bis dann und dann müssen wir draussen sein. Im Gegenzug boykottieren wir den Auszug nicht, wie das in den achtziger Jahren der Fall war, wo es zu Zusammenstössen kam. Aus der ‹Huberta› sind wir übers Osterwochenende ausgezogen. Als die Bullen kamen, war das Gebäude leer. Es läuft jetzt viel friedlicher ab. Das finden die einen gut und die anderen weniger. Wie immer, wenn man bei uns im besetzen Haus über Politik redet, dann ist das eher schwierig. Denn es sind Anarchisten dabei, es gibt Linke, die den parlamentarischen Weg für richtig halten, und jene, die ihn ablehnen, es hat Gewaltbefürworter und solche, die sie kategorisch ablehnen. Würde man über all das reden, gäbe das nur Streit. Bei uns sagt man deshalb einfach, wir machen das jetzt so.»

Richi: «Das macht ihr besser als wir früher. Früher hat man sich auseinanderdividiert in all diesen politischen Diskussionen.»

«Friesi» – der Kampf

Im neu besetzten Haus, einem Wohnreihenhaus am Fuss des Uetlibergs, musste Jonathan freilich erleben, dass sich die Szene im Vergleich zur «Huberta» ebenfalls auseinanderdividiert hat. «In der ‹Friesi› ist alles ... anders.»

Das liegt massgeblich an den Räumlichkeiten; wo in der «Huberta» grosse, offene Flächen zur Verfügung standen, besteht die «Friesi» hauptsächlich aus Zweieinhalbzimmerwohnungen. «Jeder baut für sich, macht seine eigenen Dinge in seiner Wohnung. Ich habe mir aus lauter Langeweile schon eigene Möbel gebaut – ein Bett und einen Schrank», sagt Jonathan. Kommt hinzu, dass nicht alle BesetzerInnen in einem Wohnreihenhaus Platz gefunden haben. So gibt es ein vorderes Haus, in dem Jonathan wohnt, und ein hinteres. Und die Trennlinie scheint nicht bloss räumlich zu verlaufen. Im hinteren Haus haben sie vor allem am Wohnraum Interesse und beschäftigen sich sonst mit anderen Dingen. Aber sie seien trotz der unterschiedlichen Interessen auf jeden Fall noch immer eine Gruppe, sagt Jonathan.

Die bewusste Abgrenzung «seiner» Szene spielt für Jonathan eine wichtige Rolle. Fast scheint es, als sei sein Lebensentwurf weniger gegen die Bullen, die Kapitalisten oder den Staat gerichtet (und schon gar nicht gegen die eigenen Eltern), als vielmehr gegen die eigene Jugend: Gegen die «Teeniepartys im Dynamo», die «blöden Hools, die am 1. Mai nur zum Prügeln in die Stadt kommen», und die ehemaligen Mitschüler, die «nur am Gamen interessiert waren».

Am meisten zu schaffen macht Jonathan aber die aktuelle Lage im «Friesi». «Es ist super für diejenigen Leute, die einfach einen Platz zum Wohnen brauchen», sagt Jonathan, aber für diejenigen, die Kultur machen wollen, bräuchte es etwas anderes. Immerhin ist zumindest ins vordere Haus Bewegung gekommen: Sie haben Wände rausgerissen und andere angestrichen, eine Küche zur Vokü ausgebaut. Auch eine Bar ist mittlerweile eingerichtet.

Jonathan: «Bei uns läuft was, wir wollen Leben ins ‹Friesi› bringen. Wir haben uns deshalb in unserm Stock zu einer WG zusammengeschlossen. Ein Zimmer ist zur Stube erkoren worden, wir kochen und essen auch gemeinsam. Zudem haben wir erste Kontakte zur Nachbarschaft geknüpft. Die hängen zwar nicht an unserer neu eingerichteten Bar ab, sind aber freundlich. Und von einer nahen Bäckerei haben wir schon öfter Gipfeli oder Brötli erhalten. Es kommt langsam. Trotzdem: Wir wollen möglichst rasch ein Kultursquat. Einen Ort für alternative Kultur, wo man einfach so hingehen kann und weiss: Dort läuft etwas, selbst wenn es nur darum geht, spannende Leute zu treffen. So wie in der ‹Huberta›. Das werden wir uns holen und organisieren.»

An einen heissen Sommer wie 1980 mag Jonathan aber nicht glauben. Das habe sich damals ja auch nicht abgezeichnet, sagt Richi nur.

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