Nr. 01/2011 vom 06.01.2011

Ein Geschenk, das nicht allen gefällt

Der Kanton St. Gallen will der Gemeinde Pfäfers ein grandioses Bauwerk schenken: eine Brücke über die Taminaschlucht. Doch dagegen regt sich Widerstand, weil sie am Ende nicht gratis sein wird. Ein Lehrstück über die Schwierigkeiten, in einem Tal Opposition zu machen, in dem alle einander kennen.

Von Susan Boos

Das Postauto fährt sachte auf der verschneiten Strasse, vorbei am prächtigen Kloster St. Pirminsberg, der ersten «Irrenanstalt» des Kantons St.Gallen. Hinter Pfäfers fallen die Wiesen gäch in die Tiefe. Unten in der engen Taminaschlucht quillt blutwarm heilendes Wasser aus dem Fels. Am Hang drüben leuchten die Lichter von Valens, dem Weiler mit der Rehabilitationsklinik, wo das Thermalwasser immer noch genutzt wird.

Hier irgendwo soll sich bald einmal eine Brücke über die Schlucht schwingen, um Pfäfers mit Valens zu verbinden. Eine Brücke, die für Aufregung sorgt. Das Postauto fährt weiter in die Nacht, vorbei am schwarz schimmernden Stausee Mapragg nach Vättis, dem letzten Dorf im Tal. Nach Süden geht es über den Kunkelspass ins Bündnerland und gegen Westen ins Calfeisental zum Gigerwaldstausee hinauf bis auf den Piz Sardona. Das alles gehört zu Pfäfers: Valens, die Schlucht, die Therme, die Stauseen, die Alpweiden und Berggipfel. Pfäfers ist eine riesengrosse Gemeinde und eine der ärmsten im Kanton.

Das 56-Millionen-Bauwerk

Hans-Ulrich Frey und Stephan Burkhardt leben in Vättis. Frey ist Forstingenieur, früher lebte er in Zürich und kam vor zwanzig Jahren ins Tal. Damals schrieb er an seiner Dissertation über den St. Galler Wald. Geblieben ist er, so sagt er, «weil es so schön ist hier». Burkhardt wohnt seit siebzehn Jahren in Vättis. Er hat Theologie studiert und in Winterthur gelebt. Nach Vättis hat es ihn verschlagen, weil Hans-Ulrich Frey da war. Die beiden wohnen mitten im Dorf, in einem betagten, dreistöckigen Haus. Es ist gefüllt mit alten Maschinen und unermesslich vielen Buchstaben. Frey und Burkhardt pflegen ein Handwerk, das eigentlich schon ausgestorben ist. Mit Bleilettern drucken sie wunderbare Bücher. Vermutlich besitzt niemand auf der Welt so viele Bleischriften wie sie, 3000 sollen es sein, doch das wäre eine Geschichte für sich.

An diesem Winterabend wollen sie erzählen, weshalb sie gegen die Brücke sind und was es heisst, in diesem Tal Opposition zu machen.

Schon seit vierzig Jahren werde über eine Brücke geredet, die Pfäfers mit Valens verbinden soll, sagt Frey. Vor vierzig Jahren wurde das Bad unten in der Schlucht geschlossen und oben in Valens eine moderne Klinik eröffnet, die heute weitherum berühmt ist.

Im Dorf wohnen etwa 400 Menschen, und es ist nur über eine schmale, steile Strasse über die linke Talseite von Bad Ragaz her zu erreichen. «Die Strasse ist ein Horror», sagt Frey, sie müsste auf zwei Spuren ausgebaut werden. Das könnte man auch, und das wäre viel billiger, als eine Brücke zu bauen, davon ist Frey überzeugt. Doch der Kanton will Pfäfers eine grandiose Bogenbrücke vermachen. Vermutlich wird es die längste in der Schweiz. Ein Monument, wie man es nur noch an wenigen Orten bauen kann. Die Brücke wird 400 Meter lang, an ihrem imposantesten Punkt geht es 200 Meter in die Tiefe – die Pfeiler der Golden Gate Bridge in San Francisco sind gerade mal etwa so hoch. Die Brücke selber soll 41 Millionen Franken kosten, und die neue Zufahrtsstrasse, die Pfäfers umfahren wird, dürfte weitere 15 Millionen beanspruchen.

Laut der St. Galler Regierung befahren täglich tausend Autos die Strasse nach Valens. Genau weiss es niemand, weil es nie eine exakte Zählung gab. Frey sagt, eine richtige Verkehrszählung würde nicht einmal tausend Franken kosten. Aber niemand hat dies je veranlasst. EinwohnerInnen von Valens sprechen eher von 500 Autos am Tag. Offiziell heisse es, die Brücke müsse gebaut werden, weil die heutige Strasse durch einen gefährlichen Rutschhang führe. Frey zweifelt daran: Hundert Jahre alte Trockenmauern säumten fest und unbeschadet den Strassenrand.

Das Tal kann nicht mehr abstimmen

Der Gemeindepräsident von Pfäfers wolle sich mit der Brücke ein Denkmal setzen, wirft Stephan Burkhardt ein. Die Zeitungen würden schon von «seiner Brücke» schreiben. Der Gemeindepräsident verkünde auch überall, das ganze Tal stehe geschlossen hinter dem Brückenprojekt.

Im Herbst trafen sich auf Einladung von Frey und Burkhardt ein knappes Dutzend Leute und gründeten das Bürgerforum Taminatal. Sie wollten herausfinden, ob sie wirklich die Einzigen sind, die die neue Brücke ablehnen. Und wirklich zornig machte sie, dass das Tal nicht mehr über das Projekt abstimmen kann.

Die Chance hat es zwar gegeben, aber sie verstrich unbemerkt. Genau vor einem Jahr ging es um eine Stellungnahme des Gemeinderats, die man einsehen konnte. Hans-Ulrich Frey ging im Gemeindehaus vorbei, ein Angestellter gab ihm Unterlagen und einen zweiseitigen Brief an die Regierung, in dem stand, der Gemeinderat befürworte das Brückenprojekt. Der Gemeindeangestellte sagte zu Frey, man könne jetzt gegen diesen Brief das Referendum ergreifen, das eigentliche Projekt komme aber später zur Abstimmung. Doch der Gemeindeangestellte irrte. Mit der Stellungnahme des Gemeinderats sagte die ganze Gemeinde stillschweigend Ja zur Brücke. Derweil man im Tal nur 178 Unterschriften hätte sammeln müssen, um die Vorlage an die Urne zu bringen. Das wäre keine Sache gewesen, sagt Frey, nur hat man ihm das eben nicht gesagt.

Erst im Herbst begriffen die Leute, was los war. An einer Bürgerorientierung meinte jemand, die 56 Millionen würde man besser nutzen, um die Steuern zu senken – hat doch Pfäfers den höchsten Steuersatz im Kanton. Der Mann sagte auch, man solle jetzt das Volk über die Brücke abstimmen lassen. Da erklärte der Gemeindepräsident: Das Geld komme vom Kanton, aus dem Topf für den Strassenbau – die Brücke werde Pfäfers geschenkt, doch wenn sie nicht gebaut werde, könne die Gemeinde das Geld nicht nutzen, um die Steuern zu senken. Eine Abstimmung werde es keine geben, weil die Referendumsfrist ungenutzt verstrichen sei. Tags darauf stand dies in der Lokalzeitung – jetzt war allen klar, dass sie zur Brücke nichts mehr zu sagen hatten.

Eine Umfrage und ihre Folgen

Das Bürgerforum wollte es trotzdem wissen und verfasste eine Umfrage: Fühlen Sie sich gut informiert? Wollen Sie die Brücke? Wünschen Sie eine Abstimmung?

Noch am selben Morgen, an dem die Post die Fragebogen verteilte, bekam Frey eine Mail von einem Gemeinderat, der bei der Kraftwerke Sarganserland AG (KSL) arbeitet. Frey und Burkhardt hatten von der KSL einen grösseren Lagerraum genutzt. In der Mail, die den Betreff «Taminabrücke» trug, stand: «Lieber Hansueli. Leider kann ich mich mit deiner Frustbewältigung und z.T. Verbreitung von Unwahrheiten nicht mehr identifizieren! Man kann geteilter Meinung sein, da bin ich mit dir voll und ganz einverstanden, aber es kann nicht auf den erwähnten Prinzipien aufgebaut sein!! Ich möchte dich daher bitten, alles noch euch gehörende Material, das in der KSL-Garage lagert, innert vierzehn Tage zu räumen und mir den Schlüssel persönlich abzugeben!» Was Frey und Burkhardt dann auch taten.

Man habe ihnen vorgeworfen, dass das Bürgerforum nicht offenlege, wer ihm angehöre, sagt Frey. Aber der Druck, dem sie selber ausgesetzt gewesen seien, zeige, dass Anonymität überlebensnotwendig sei. Der Gemeindepräsident sitze zum Beispiel auch im Verein Südkultur, der öffentliche Kulturgelder verteile. Sie hätten dies schon zu spüren bekommen, beantragte Gelder seien plötzlich massiv gekürzt worden. «Aber wir haben uns entschieden: Lieber riskieren wir öffentliche Gelder, verschieben Projekte oder verzichten ganz auf sie – als dass wir uns nicht mehr einmischen», sagt Burkhardt. Andere fürchteten jedoch zu Recht um ihren Job oder um Aufträge und müssten deshalb anonym bleiben.

Von den Umfragebögen kamen fast 40 Prozent zurück. Knapp 52 Prozent befürworteten den Bau der Brücke, 56 Prozent hätten jedoch gerne über das Projekt abstimmen wollen. Erstaunlich die Antworten, die aus Valens zurückkamen: Fast 70 Prozent sprachen sich gegen die Brücke aus.

Heftige Unterstellungen

Anfang Dezember kam das Geschäft ins Kantonsparlament. Das Bürgerforum schickte allen ParlamentarierInnen einen Brief. Es legte unter anderem dar, weshalb es an der Rechnung der Regierung zweifelt: «Im Argumentarium wird die Lebensdauer einer entsprechenden Betonbrücke mit 80 bis 100 Jahren angegeben, während die eines ‹normalen› Strassenwerkes (Sanierung der bestehenden Valenserstrasse) mit 20 bis 30 Jahren gerechnet wird. Die Realität des jüngeren Schweizer Strassenbaus zeichnet leider ein anderes Bild: Hammermühle-Viadukt N1 bei Winterthur: Gesamtsanierung nach 23 Jahren für 18 Millionen – Felsenauviadukt Bern: Totalsanierung nach 30 Jahren für 104 Millionen – Hardbrücke Zürich: Gesamtsanierung nach 36 Jahren für rund 100 Millionen. Mit dieser Realität käme die Variante Totalsanierung der bestehenden Valenserstrasse (für 16 Millionen) wieder wesentlich günstiger.»

Der Gemeindepräsident vernahm vom Schreiben des Bürgerforums. Er sitzt selber für die FDP im Grossen Rat und schickte seinen RatskollegInnen eine Mail: «Gestern wurden Sie per Brief mit dem Resultat einer Bürgerumfrage bedient. Ich kann Ihnen nur versichern, dass die Umfrage anonym, unseriös und manipulierbar war.»

Frey erhielt die Mail ebenfalls, und es macht ihn immer noch wütend. Er sei promovierter Naturwissenschaftler, es sei ehrverletzend, wenn der Gemeindepräsident behaupte, sie hätten die Umfrage manipuliert.

Der Kanton besitzt Pfäfers

Ferdinand Riederer, der Gemeindepräsident, empfängt tags darauf in seinem Büro im Gemeindehaus in Pfäfers. Er sagt, in der Presse ausserhalb der Region sei das Thema ein bisschen komisch dahergekommen. «Es sind nur ganz wenige Leute, die das Brückenprojekt hinterfragen.» Er überreicht sein Votum, das er im Grossen Rat für die Brücke gehalten hat: Die Bevölkerung sei immer einbezogen gewesen, «eine freie Bürgerbewegung hat diese Meinungsbildung in einer Broschüre 1990 zusammengefasst und damit auch den Bürgerwillen kundgetan. Unsere Bevölkerung befasst sich schon viel länger mit der Brücke als das heutige, anonyme sogenannte Bürgerforum. Dies ist ja auch verständlich, waren zwei der drei Initianten 1990 noch nicht in unserer Gemeinde sesshaft, oder der dritte hatte das Licht dieser Welt noch gar nicht erblickt!» Riederer glaubt bis heute nicht, dass eine ernsthafte Opposition besteht.

Er führt aus, wie gefährlich der Rutschhang sei und dass die Leute Angst hätten, die Valserstrasse nach Bad Ragaz zu befahren. Er kenne die Strasse, sei in Valens aufgewachsen und lebe heute noch dort.

Fast 400 Arbeitsplätze wären gefährdet, wenn die Brücke nicht komme. Zwar würde heute nur ein Drittel der Leute, die in der Rehaklinik arbeiteten, in Valens leben. Die meisten ziehen es vor, ausserhalb des Tals in steuergünstigeren Orten wie Bad Ragaz oder Maienfeld zu wohnen. Doch die Brücke werde Valens und Pfäfers einander näherbringen und helfen, die Abwanderung zu stoppen.

Der Kanton zahlt zwar die Brücke, aber schenken wird er sie der Gemeinde nicht. Die Regierung verlangt von ihr, dass sie die «öffentliche Infrastruktur optimiert» und spart, damit der Kanton künftig weniger zahlen muss. Denn heute hat Pfäfers ein Jahresbudget von elf Millionen Franken – davon kommen fünf Millionen vom Kanton, weil der Gemeinde selber die Mittel fehlen.

Wo also will man künftig sparen? «Das fragen wir uns auch», sagt Riederer. Schon im Januar muss er eine erste Verzichtsplanung abliefern. Die Kosten für die Schülertransporte würden um einiges reduziert, wenn die Brücke einmal stehe. Die Schulen könnten enger zusammenarbeiten, was sich finanziell auswirke, sagt Riederer, aber viel mehr liege wohl nicht drin.

Die Gemeinde hat nichts, kaum Vermögen und kein bisschen Boden. Der Kanton hingegen ist einer der grössten Landbesitzer in Pfäfers. Jedes schöne Stück Land gehörte früher dem Kloster und heute dem Kanton. Dank der Wasserkraftwerke, die auf Pfäferser Boden stehen, streicht der Kanton zudem jährlich vier bis fünf Millionen Franken an Wasserzinsen ein. Die Gemeinde erhält zwar etwas davon, muss aber einen schönen Teil an die Ortsgemeinden weitergeben. Auch die Therme, die Bad Ragaz weltberühmt gemacht hat, gehört dem Kanton. Pfäfers erhält für das Thermalwasser gerade mal 5000 Franken pro Jahr, was nicht einmal die Unkosten deckt, die der Unterhalt der Quelle verursacht.

Pfäfers gebe dem Kanton viel, sagt Riederer. Jetzt gebe dieser mit der neuen Brücke auch einmal etwas zurück. Riederer holt die Pläne hervor, auf denen dargestellt ist, wie der filigrane Bogen von beiden Hangseiten über die Schlucht wachsen wird.

Später zeigt Riederer den Ort, wo die Strasse hinter Pfäfers aus dem Wald kommt und über die Schlucht führen wird. Es gebe ein schönes Bauwerk, das sich elegant in die Landschaft einfüge, sagte er, «Brücken verbinden doch».

In der Schlucht

Am Nachmittag in der Schlucht. Zart wie Klöppelspitzen hängen Eiszapfen an den schroffen Felswänden. An manchen Stellen liegen Eisbrocken gross wie Fussbälle auf der Strasse, die zum alten Bad führt. Von Bad Ragaz sind es etwa zwei Kilometer bis zur Stelle, wo die Brücke die Schlucht queren soll.

«Die Schlucht ist völlig unberührt. Wenn man hier unten steht, sieht man kein Haus, hört man kein Auto», sagt Stephan Burkhardt. Die Schlucht wäre mit der Brücke nicht mehr, was sie heute noch ist: ein Rest stille Natur. Der Fehler sei wohl gewesen, dass man das Projekt immer nur von oben angeschaut habe, sagt Hans-Ulrich Frey. Von oben sehe die Brücke ja gar nicht so übel aus, meint er, «aber von hier unten ...».

Dass der Hang so gefährlich sei und die Strasse mitreissen würde, glaubt Frey nicht. In den Bergen gebe es immer mal wieder Steinschlag, immer mal wieder sacke ein Stück Strasse ab, das sei nichts Besonderes. Er kenne diesen Wald, er habe ihn schliesslich selber kartiert: «Da wachsen Buchen, die sechzig bis hundert Jahre alt sind. Wenn es wirklich ein solches Rutschgebiet wäre, hätten wir hier eine andere Vegetation.» Es gebe schon Stellen im Taminatal, wo die Bäume kreuz und quer stünden, weil der Hang rutsche, aber das sei viel weiter oben, hinter Valens, und das habe noch nie zu grösseren Sanierungsprojekten geführt.

«Wir möchten diese Landschaft schützen», sagt Frey, «die Brücke würde knapp neben national geschütztem Gebiet gebaut und tangiert kantonales Schutzgebiet, doch das scheint niemanden zu interessieren. Es ist ein absurdes Projekt: Wenn die Gemeinde nur zehn Prozent der Baukosten selber zahlen müsste – die Brücke würde niemals gebaut.»

Fidel, der Appenzeller Bläss von Frey und Burkhardt, jagt fröhlich durch den Schnee. Weit oben verschwindet die Sonne, klirrende Kälte sinkt in die Schlucht.

Nachtrag: Der dritte Mann, der mit Hans-Ulrich Frey und Stephan Burkhardt öffentlich für das Bürgerforum auftritt, heisst Urs Kühne. Er lebt in Valens und ist tatsächlich erst zwanzig Jahre alt. Sein Vater und Grossvater seien auch gegen die Brücke, sagt er am Telefon. Sie seien keine Zugezogenen, wirklich nicht. Er teile die Meinung von Frey und Burkhardt. Es gebe in Valens viele, die mit Gemeindepräsident Riederer nicht einig gingen – «aus welchen Gründen auch immer».

Nachtrag vom 30. Juni 2011

Pause für die Brücke

Anfang des Jahres sah es aus, als ob im Taminatal in der südlichsten Ecke des Kantons St. Gallen bald mit dem Bau der grössten Bogenbrücke der Schweiz begonnen würde. Der St. Galler Kantonsrat hatte das 56-Millionen-Projekt im Dezember abgesegnet. Im Tal selbst regte sich zwar Widerstand, weil einige das Bauwerk für übertrieben halten und es die unberührte Taminaschlucht stören würde. Von aussen bekam die lokale Opposition jedoch kaum Unterstützung. SP und Grüne äusserten sich nicht, unter anderem, weil sie es lieber hätten, dass die Millionen aus dem Strassenbaufonds in diese Brücke investiert statt in andere, bekämpfte Strassenneubauten gesteckt würden. Die Umweltverbände schwiegen ebenfalls.

Doch inzwischen lag der Umweltverträglichkeitsbericht öffentlich auf, und überraschend haben nun die Stiftung für Landschaftsschutz sowie der WWF St. Gallen Einsprache erhoben. Die beiden Verbände schreiben: «Die geplante Brücke würde den Eingang in die Taminaschlucht und das Naturdenkmal mit einer naturfremden technischen Verkehrsinfrastruktur überprägen und das markante Relief zerstören. Die beiden Schutzverbände erachten die Brücke, wenn überhaupt, nur dann als bewilligbar, wenn der Eingriff in das Landschaftsbild genügend ausgeglichen wird.» Ferdinand Riederer, Gemeindepräsident von Pfäfers, sagte gegenüber dem Lokaljournal von Radio DRS, er sehe nicht, wie man den Umweltverbänden noch entgegenkommen wolle, man habe schon so viel gemacht. Das Projekt dürfte also noch zu reden geben.

Susan Boos

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