Nr. 41/2012 vom 11.10.2012

Drohnenangriffe schüren den Terror

Von Manuel Frick

Die bevorzugte Waffe des Friedensnobelpreisträgers Barack Obama im Kampf gegen Terroristen ist die bewaffnete Drohne: Der US-Nachrichtensender CNN rechnete im September nach und kam auf 283 vom Präsidenten autorisierte Drohnenangriffe in vier Jahren – sechsmal mehr als in den acht Jahren von George Bush. Bis zu 2618 Menschen seien getötet worden. Die offizielle Rhetorik der US-Regierung bezeichnet Drohnen als chirurgisch präzise Waffen, die durch gezielte Tötung von Terroristen die USA zu einem sichereren Land machten.

Beide Behauptungen werden durch eine Studie der Stanford Law School und der New York University School of Law widerlegt: Drohnen seien keinesfalls präzis, sondern hätten zwischen 2004 und 2012 bis zu 881 pakistanische ZivilistInnen getötet. Zudem «sprechen die Anzeichen dafür, dass die US-Schläge den nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen die Anwerbung neuer Mitglieder erleichtern und sie zu weiteren gewalttätigen Angriffen motivieren». Die Studie konzentriert sich denn auch auf das «Unheil im täglichen Leben von gewöhnlichen Bürgern, das über physisch Verletzte und Getötete hinausreicht» und damit den Hass auf die Politik der USA schürt. Da die US-Regierung ihre Drohnenpolitik nicht offenlegt, führten die ForscherInnen Befragungen vor Ort durch. Danach schweben im Nordwesten Pakistans Drohnen 24 Stunden am Tag in der Luft und schlagen ohne Vorwarnung zu. Diese ständige Präsenz terrorisiere Männer, Frauen und Kinder und «löst Angst und psychische Traumata in der Zivilbevölkerung aus».

Kritisiert werden auch die Zweitangriffe, bei denen die HelferInnen, die den Opfern eines ersten Angriffs zu Hilfe eilen, getötet werden. Dabei handle es sich ohne Zweifel um Kriegsverbrechen.

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