Nr. 16/2014 vom 17.04.2014

Allerherzlichsten Glückwunsch, Kollegen!

Von Karin HoffstenMail an AutorIn

Bei Umfragen, wie viel Vertrauen und Achtung ein Berufsstand geniesst, landen JournalistInnen meist auf den hinteren Plätzen. Das miese Image verdankt die Branche ihren dreisten Erscheinungsformen auf dem Boulevard; zugleich gilt der Journalismus als eine der letzten Bastionen, wo noch Heldenstatus wartet, und bleibt damit für viele Junge ein Traumberuf. Wo sonst gehört es zum professionellen Auftrag, Verschwörungen aufzudecken, Machtkonstrukte zu durchschauen? Und wer sich im Kino die Watergate-Affäre ansah, hat sicher nicht davon geträumt, sich später täglich an Alkoholabstürzen sogenannter It-Girls abarbeiten zu müssen.

Zwischen diesen Polen ringen JournalistInnen jeden Tag – und oft auch nachts – darum, ihren einstigen Zielen treu zu bleiben: unabhängig und der Wahrhaftigkeit verpflichtet zu informieren. Doch in Zeiten, in denen auch Medienarbeit immer konsequenter der Profitmaximierung unterworfen wird, müssen sie sich diese hehren Ziele erst mal leisten können.

Pro Litteris, die Schweizerische Urheberrechtsgesellschaft für Literatur und bildende Kunst, sorgt dafür, dass SchöpferInnen für die Verwendung ihrer Werke angemessen bezahlt werden; seit 2012 verleiht sie für besondere Leistungen auch jährlich Preise.

In diesem Jahr werden Al Imfeld und Viktor Parma «für ihr herausragendes berufliches Gesamtwerk als kritisch hinterfragende und recherchierende Journalisten sowie Sachbuchautoren» ausgezeichnet; der Förderpreis, den die jeweiligen Preisträger verleihen, geht an Oliver Classen von der «Erklärung von Bern». Eine gute Wahl, wenngleich sich eine Frau unter den Geehrten sicher auch nicht schlecht gemacht hätte.

Übrigens haben alle drei Preisträger schon häufig für die WOZ geschrieben oder tun es noch. Dass mit Lotta Suter und Constantin Seibt auch in der Jury zwei langjährige Mitglieder der WOZ-Redaktion amteten, weist dennoch nicht zwingend auf Begünstigung hin, sondern beweist vor allem eins: Um dreissig Jahre WOZ kommen «kritisch hinterfragende und recherchierende Journalisten» in der Schweiz schlicht nicht herum.

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