Nr. 25/2014 vom 19.06.2014

Bildungsbörse sucht Partner

Von Nina Laky

Seit dem 18. Mai erhalten im Kanton Luzern nur noch 1550 Studierende staatliche Stipendien, anstatt 2285 wie vor der Abstimmung über das neue Stipendiengesetz. Überdeutlich stimmten siebzig Prozent der LuzernerInnen in den anarchisch angehauchten Grundtenor «Weil Bildung keine reine Staatsaufgabe ist!» (Angela Pfäffli, FDP) ein. Die StudentInnen, die leer ausgehen, will die Regierung an die Privatorganisation studentenaktie.org weitervermitteln. Oder wollte es zumindest.

Denn mitten im Abstimmungskampf wurde bekannt, dass sich ein Teil des neoliberalen Vorzeigeprojekts, das StudentInnen an Investoren vermitteln sollte, im Wettbewerb nicht hatte durchsetzen können. «Kantonsblatt»-LeserInnen konnten dort nämlich den Konkurseintrag des Dienstleistungspartners von studentenaktie.org. finden: Die EduPreneurs AG war deren Darlehensvermittlerin und half mit, willigen StudentInnen den passenden Financier zu finden. Anscheinend erfolglos. Gibt es für dieses Angebot doch keinen Markt?

Die Nichtkommunikation des Konkurses der Partnerin veranlasse zum Staunen, findet die SP-Fraktion. Sie hat bei der Regierung nachgefragt. Diese putzt sich den Schweiss von der Stirn und antwortet, sie kommentiere keine wirtschaftlichen Probleme von privaten Firmen, die keinen Vertrag mit dem Kanton eingegangen seien. Was für ein Glück, fand die Pleite vorher statt!

Wie weiter? «Wir prüfen verschiedene Anbieter, eine weitere Zusammenarbeit mit studienaktie.org ist nicht ausgeschlossen», meint der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss. Risikofreudige Edupreneurs, die sich ins Studi-Verkaufbusiness stürzen wollen, können sich also beim Kanton Luzern melden. No risk, no fun.

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