Nr. 16/2016 vom 21.04.2016

Ansatz einer Aufarbeitung

Von Raphael Albisser

Anfang der Woche gab es in Indonesien ein Forum zum Massenmord an KommunistInnen von 1965/66. Auch Staatsvertreter nahmen teil, womit sich erstmals eine indonesische Regierung auf eine Diskussion zum Thema einliess.

Nach fünfzig Jahren der Tabuisierung keimt Hoffnung auf, dass der Massenmord endlich aufgearbeitet wird. Zwischen Oktober 1965 und Frühjahr 1966 fielen mindestens 500 000 Menschen einer politischen Säuberungsaktion des Regimes unter Haji Mohamed Suharto zum Opfer. Bis heute geniessen die Mörder Straffreiheit und grosses Ansehen, während die Familien der Ermordeten stigmatisiert bleiben.

Indonesische AktivistInnen haben das Forum allerdings boykottiert. Sie bezweifeln, dass die Regierung zu ernsthaften Massnahmen bereit ist. Erst kürzlich liess der Stabschef von Präsident Joko Widodo verlauten, die Regierung werde sich niemals offiziell bei den Familien der damaligen Opfer entschuldigen.

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