Nr. 09/2018 vom 01.03.2018

Rückschaffungen stoppen!

Von Adrian RiklinMail an AutorIn

Frauen aus der Westschweiz haben 2017 den «Appel d’elles» lanciert. Die Petition, die am 8. März, dem Tag der internationalen Frauenbewegung, eingereicht wird, fordert den sofortigen Stopp der Ausschaffung von asylsuchenden Frauen und Kindern in Länder, die nicht in der Lage sind, für deren Sicherheit zu garantieren. Insbesondere geht es dabei um Italien. Allein 2016 sind rund 180 000 Menschen auf der Flucht vor Krieg und Elend in Italien angekommen – darunter unzählige Frauen und Kinder.

Die Petition richtet sich direkt an das Staatssekretariat für Migration: «Sie können nicht die Augen vor den Gefahren verschliessen, denen Migrantinnen in Italien ausgesetzt sind», schreiben die Initiantinnen. «Indem Sie sie zurückschicken, nehmen Sie wissentlich in Kauf, dass sie auf der Strasse landen mit dem Risiko neuer Gewalt, vor allem sexueller Art.» Gemäss der internationalen Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau, die die Schweiz 1997 ratifiziert hat, hat die Schweiz die Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Frauen wirksam geschützt sind. Die Petition verlangt, die den Frauen auf ihrer Flucht widerfahrene Gewalt als Grund für ein unverzügliches Eintreten auf ihr Asylgesuch anzuerkennen. Frauen und Kinder mit Folgeschäden durch die Gewalt, die ihnen im Herkunftsland oder auf der Flucht zugefügt worden ist, seien systematisch aufzunehmen und Rückschaffungen in jedes Land, das nicht in der Lage sei, sie wirksam zu schützen, sofort auszusetzen.

Die Petition kann noch bis 8. März 2018 unterschrieben werden: www.appeldelles.ch.

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