Nr. 46/2019 vom 14.11.2019

Entrückte Stimmungen

Von Stephan Pörtner

Das Hören sogenannter Weltmusik aus Ländern, deren Existenz er weder überprüfen noch anzweifeln konnte, versetzte Stunzenbein oft in entrückte Stimmungen, die ihn am Sinn und Zweck von Seeuferwegen zweifeln liessen. Dass das mit den gesungenen Texten zu tun hatte, die in Sprachen verfasst waren, die er nicht einmal dem Namen nach kannte, war zu bezweifeln. Denn so oft Gewässer, Ufer und Wege besungen wurden, so selten war der Seeuferweg Subjekt volkstümlicher, zeitgenössischer oder sonst welcher Dichtung, und das nicht nur in Gegenden, die über keinerlei Seelandschaften verfügten. So war zu vermuten, dass diese Assoziation von unglücklich verschalteten Neuronen hervorgerufen wurde.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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