Nr. 28/2022 vom 14.07.2022

Lokalkommunismus: Unterwegs in Graz, Le Locle, Zamora und Ikaria

Von David Hunziker und Kaspar SurberMail an Autor:in

Menschenmenge beim Fest der Izquierda Unida in Zamora

Am Fest der Izquierda Unida in Zamora. Foto: 
Emilio Fraile

Auf der griechischen Insel Ikaria trinken sie den hausgemachten Rosé aus Plastikflaschen, wenn wieder eines der traditionellen Feste unter freiem Himmel steigt, und in der jurassischen Kleinstadt Le Locle bestellen die Arbeiter:innen der Uhrenindustrie den Rosé an den Stammtisch im Café de la Poste. Auch die linken Hochburgen im spanischen Zamora und im österreichischen Graz sind nicht denkbar ohne die linken Feste, die jedes Jahr auf zentralen Plätzen der Stadt gefeiert werden. Für dieses Heft sind wir an vier Orte gereist, die schon länger oder auch erst seit kurzem von linken Parteien regiert werden. Von Parteien, deren Wurzeln tief in die Geschichte der Arbeiter:innenbewegung reichen, die sich aber fernab der Weltrevolution mit einer klugen und glaubwürdigen Lokalpolitik profilieren. Die Politiker:innen schützen den Wohnraum vor dem Markt, drängen das Auto aus dem Zentrum, sanieren den Stadthaushalt, geben einen Teil ihres Lohns an Bewohner:innen in Not und verteidigen Museen und Freibäder. Es scheint fast, als könne Kommunismus ganz einfach sein.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch