Musik : Romantik im Strobolicht

Nr.  3 –

Was macht diese Musik mit dem Körper? Noémi Büchi komponiert Sounds, die unsere Wahrnehmung kitzeln. Und lässt auch Instrumente aus der klassischen Musik darin herumgeistern.

Portraitfoto von Noémi Büchi
Immer schon drin im konkreten Klang: Noémi Büchi.

«Bevor ich sterbe, will ich das noch veröffentlichen», sagt Noémi Büchi. «Aber es macht mich schon müde, wenn ich daran denke, wie viel Arbeit das noch ist.» Vor ihr auf dem Bartisch liegt das Objekt, das sie als Abschlussarbeit ihres Kompositionsstudiums an der Zürcher Hochschule der Künste eingereicht hat: ein Faltbuch aus einer sechs Meter langen Papierbahn, bedruckt mit einem Text, der in seiner verspielten Typografie an konkrete Poesie erinnert, manchmal an eine Partitur. Im Text nähert sie sich drei Drone-Stücken, eines aus dem 14. Jahrhundert, zwei aus der jüngeren Vergangenheit. Büchi ist fasziniert von den ausdehnenden Klängen, die sich Rhythmus und Harmonie zu entziehen scheinen: «Drone ist für mich kein Stil, sondern eine Technik. Diese ist an keinen kulturellen Kontext gebunden, man findet sie schon in der klassischen indischen Musik, aber auch in Gesängen im europäischen Mittelalter. Es geht darum, was diese Musik mit dem Körper macht.»

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