Inklusion: «Man kann auch zu viel schützen»

Nr. 23 –

Die «Fabrique28» in Bern ist eines von wenigen Restaurants in der Schweiz, das Menschen mit Behinderung beschäftigt und dabei selbsttragend wirtschaftet. Die Betreiber:innen sind überzeugt: Was andernorts als inklusiv gilt, ist in Wahrheit diskriminierend.

Betriebsleiterin Melanie Molo, der Gründer Jonas Staub und die Lernende Anzoli Bulut in der «Fabrique28»-Küche
Menschen mit Behinderung müssen nicht versteckt werden: «Fabrique28»-Betriebsleiterin Melanie Molo, der Gründer Jonas Staub und die Lernende Anzoli Bulut.

«Lass die Tasse ruhig da stehen», sagt Jonas Staub. Er steht vor dem Eingang eines grossen Sandsteinhauses, knapp fünf Minuten vom Bahnhof Bern entfernt. Hinter dem schwarz gerahmten Schaufenster sind Beizentische aus Holz zu sehen. Ein junger Mann mit Schürze räumt Teller und Gläser ab. Eigentlich ist in diesem Bereich Selbstbedienung, aber die Gäste sind dazu angehalten, ihr Geschirr auf den Tischen stehen zu lassen. «Für manche mag das etwas seltsam sein», sagt Staub beim Reingehen, «aber für unsere Mitarbeitenden ist es eine gute Übung. So lernen sie, Hemmungen abzubauen.»

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