Nr. 37/2011 vom 15.09.2011

«Alles andere ist Politik ...»

Unter Kulturschaffenden aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens findet zwanzig Jahre nach dem Bürgerkrieg ein reger Austausch statt. Drei der bedeutendsten literarischen Stimmen aus der Region sprachen mit der WOZ über Krieg, Geschichte, Identität und den Nutzen der Literatur.

Von Thomas Bürgisser (Interview und Übersetzung)

WOZ: Nenad Velickovic, Vladimir Arsenijevic, Ivana Sajko, vor zwanzig Jahren hatten Sie alle denselben Pass, Sie alle waren Bürger der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Heute leben Sie in unterschiedlichen Staaten. Was haben Sie, der Bosnier, der Serbe und die Kroatin, noch gemeinsam?

Nenad Velickovic: Wir gehören alle zur Spezies Mensch (lacht).

Vladimir Arsenijevic: Ich glaube, dass wir eine gemeinsame Sensibilität teilen, die eher generationsspezifisch ist und nicht von ethnischen oder nationalen Kriterien herrührt. Ein Teil davon gehört zu unserer spezifischen regionalen Identität, die uns ein tiefes gegenseitiges Verständnis ermöglicht – schliesslich lebten wir für Jahrzehnte im selben Staat. Ein anderer Teil ist jedoch schlicht global. Wir wuchsen mit Rock ’n’ Roll und Popmusik auf, wir schauten mehr oder weniger dieselben Filme und Fernsehsendungen, folgten ähnlichen Trends, und das erlaubt es uns, über andere, problematischere Teile unserer jeweiligen Identitäten hinwegzukommen. Wir kommunizieren untereinander eigentlich nie bloss als Serben oder Kroaten, sondern als Menschen, die im Prinzip durch dieselben Dinge geprägt wurden, egal, woher sie kommen oder wie ihre Namen klingen. Ich bin Serbe, könnte es aber auch gut akzeptieren, Mongole oder Lappe zu sein, das wäre für mich kein Problem. Nationale Identitäten sind instabil und austauschbar, und Pässe sind einfach Pässe. Etwas, das dir – zumindest theoretisch – erlaubt, Grenzen in andere Staaten zu überschreiten. Ich könnte jeden Pass der Welt haben, ohne dass ich auch nur ein kleines bisschen das Gefühl hätte, meine Identität sei dadurch irgendwie infrage gestellt.

Ivana Sajko: Ich lehne es ab, über Ähnlichkeiten und Unterschiede auf der Basis ethnischer oder nationaler Grundlagen nachzudenken. Diese Klassifizierungen hinter uns zu lassen, ist der einzige Weg, den wir gehen können, um nicht in diesem engen und autistischen Raum des Nationalen ghettoisiert zu bleiben. Natürlich können wir die ethnischen Konflikte der neuesten Geschichte nicht negieren. Doch es ist genauso unmöglich, diese breite kulturelle Erfahrung wegzudenken, die wir nicht nur untereinander, sondern auch mit dem restlichen Europa teilen. Ich persönlich erlebe mich – wie das auch Vladimir gesagt hat – weder als Kroatin noch als Ex-Jugoslawin, weil ich weder weiss, was man unter einer solchen Identität verstehen könnte, noch in irgendeiner Weise davon abhängig sein möchte. Ich fühle mich eher mit der Klassifizierung Frau, Schriftstellerin, Vegetarierin, Liebhaberin von Jazz, Wein oder Poststrukturalismus verbunden als mit einem vermeintlichen Kroatentum.

Sie treten übernächstes Wochenende in Basel und Thun gemeinsam auf. Passiert es öfter, dass Schriftsteller aus Kroatien, Serbien und Bosnien gemeinsam ihre Texte lesen?

Velickovic: Das gibt es ziemlich oft. Vladimir organisiert zum Beispiel seit 2009 in Belgrad das Regionale Literaturtreffen gegen Langeweile und Lethargie «Krokodil».

Arsenijevic: Schriftsteller waren die Ersten, die sich über die gegenseitigen Vorurteile hinwegsetzten und sofort nach Kriegsende wieder begannen, miteinander zu kommunizieren. Das alternative Literaturfestival FAK im Jahr 2000 im kroatischen Osijek war in dieser Beziehung äusserst wichtig, weil es das erste Literaturtreffen war, zu dem ohne Unterschied Autoren aus Kroatien, Serbien und Bosnien eingeladen wurden.

Sajko: Ein solcher Austausch interessiert auch die Leser, und auch die gesamte Literaturszene ist daran interessiert, dass sich der Buchmarkt auf die übrigen Nachfolgestaaten ausweitet.

Sie sprechen alle Sprachen, die miteinander verwandt sind: Serbisch, Bosnisch, Kroatisch. Erleichtert das die Rekonstruktion eines gemeinsamen literarischen Raums auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens?

Arsenijevic: Es existiert definitiv eine postjugoslawische Literatur, und Sprache ist der einigende Faktor, etwas, das stärker ist als all unser Hass und uns für immer verbindet. Wir verstehen uns einfach, unabhängig davon, wie wir die verschiedenen regionalen Sprachen nennen. Diese sind im Grunde eine einzige Sprache mit gewissen lokalen Unterschieden, also Dialekten, nicht mehr. Alles andere ist schlicht Politik.

Velickovic: Sprache allein reicht nicht aus, um einen literarischen Raum zu schaffen. Beziehungsweise – um präzis zu sein – ist der literarische Raum eine Abstraktion, und jeder, der ihn eingrenzt, muss erklären, weshalb und in wessen Namen er das tut. Weshalb werden die Grenzen dort gezogen, wo sie gezogen werden?

Wie sieht denn die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Autoren aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens aus?

Arsenijevic: Es gibt einige Verlage, die sich auf zeitgenössische Literatur spezialisiert haben. Sie bilden eine solide Basis und Infrastruktur für die regionale Kommunikation. Freundschaften unter Schriftstellern sind von enormer Wichtigkeit. Offenbar kennen sich die meisten etablierten Schriftsteller in der Region, sind Freunde und verbringen gerne Zeit zusammen. All dies führt zu positiven Ergebnissen. Wir haben herausgefunden, dass gute literarische Energie nicht immer gleichmässig auf die verschiedenen Länder verteilt ist. In den letzten Jahren machte sich in der serbischen Literatur eine gewisse Stagnation bemerkbar, während gleichzeitig die kroatische Literatur zu boomen schien. Wenn es also zu Hause nicht viel Neues zu lesen gibt, kannst du dich immer auf die Produktion von jemand anderem verlassen.

Sajko: Die Theaterszene fluktuiert auf dieselbe Weise. Kroatische Regisseure führen in serbischen Theatern Regie und umgekehrt. Ebenso finden serbische Stücke und Filme Eingang ins Repertoire kroatischer Theater. Die neunziger Jahre waren eine Periode, in der der Kulturaustausch gewaltsam unterbrochen wurde. Heute besteht einerseits ein Interesse, dass er wiederhergestellt wird. Andererseits spielt der Kulturaustausch auch eine Rolle für die Überwindung der mythologisierten Feindschaft zwischen den Völkern des ehemaligen Jugoslawiens, wie sie im Bürgerkrieg entstanden ist. Diese Feindschaft ist ja genauso auf Mythen gebaut wie die «Brüderlichkeit und Einheit» während des Sozialismus.

In den letzten Jahren wurde der Begriff einer «Jugosphäre» bemüht, um das Phänomen einer Wiederannäherung der Menschen aus den Erbfolgestaaten Jugoslawiens im Alltag, auf dem Gebiet der Kunst, aber auch im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich zu beschreiben. Wie beurteilen Sie das Potenzial solch grenzüberschreitender Netzwerke? Gibt es so etwas wie eine «Jugosphäre»?

Arsenijevic: Noch nicht, aber ich denke, sie ist im Entstehen. Solche Dinge brauchen Zeit. Für uns ist die Frage des Zusammenlebens eine höchst emotionale Frage. Es gibt jede Menge Opposition gegenüber etwas, das nur entfernt dem ehemaligen Jugoslawien ähneln könnte. Im Lauf der Geschichte haben wir das mit dem gemeinsamen Staat mehrfach versucht, und es kam dabei immer schlecht raus. Heute sehen wir uns mit einer jungen Nachkriegsgeneration konfrontiert, die – mit regionalen Unterschieden – überall zum Nationalismus tendiert. Wir leben immer noch in politisch bewegten und irrationalen Zeiten, und unsere Kinder sind die Opfer davon. Sobald wir uns endlich mal beruhigt haben werden, werden wir fähig sein, rationales von irrationalem Handeln zu trennen und rational zu agieren. Dann wird die «Jugosphäre» tatsächlich existieren. Sie wird ein Denkmal unserer neu entdeckten Reife sein.

Sajko: Ich denke, die Kultur ist ein Feld, das sich besser als gemeinsame Plattform zum Austausch von Ideen eignet als wirtschaftliche oder gesellschaftliche Handlungsgebiete. Dies liegt einerseits an der schlechten Wirtschaftslage. Banken und Industrien wurden an ausländische Firmen verkauft, diese verfolgen eigene Interessen und organisieren die ökonomische Zusammenarbeit nicht nach regionalwirtschaftlichen Gesichtspunkten. Andererseits ist die «Jugosphäre» schon als Begriff komplett unannehmbar, zumindest was Kroatien betrifft. Jede etymologische Ähnlichkeit mit Jugoslawien ist wegen des Bürgerkriegs negativ besetzt.

Vor zwanzig Jahren begann der gewaltsame Zerfall Jugoslawiens. Sie alle thematisieren in Ihren Werken immer wieder die Bürgerkriege und ihre Folgen. Kann die Literatur helfen, dieses historische Trauma aufzuarbeiten?

Arsenijevic: Von dem Moment an, als die Kriege begannen, schrieben wir über sie. Wir entschlossen uns, nicht an die Notwendigkeit historischer Distanz zu glauben. Wir reagierten aus dem Moment heraus, tauschten kühle Analyse und postmoderne Verspieltheit gegen eine Sprache, die intensiv und wahrhaftig war und aus dem Bauch kam. Wir glaubten an eine aufrechte und direkte Herangehensweise. So entstand die Popliteratur der Kriegszeit. Ich bin nicht sicher, ob Literatur je einen Krieg verhindert hat, aber – hey! – das Mindeste, was du tun kannst, ist, es zu versuchen und offen deine Meinung zu sagen. Alles andere liegt nicht in deiner Hand ...

Sajko: Ich glaube nicht, dass Literatur die Macht hat, gesellschaftliches Bewusstsein zu aktivieren. Eventuell ist sie nur eine sehr intime und konspirative Verbindung zwischen dem, der schreibt, und dem, der liest. Völlig unmöglich ist es, über Geschichte zu schreiben mit der Absicht, sie zu bereinigen, damit sich aus ihr eine Wahrheit herauskristallisiere. Geschichte ist ein fiktives Konstrukt, das sich aus unterschiedlichen Perspektiven, Interessen sowie politischen und sozialen Dynamiken zusammensetzt, sodass es unmöglich ist, sie festzuschreiben. Mir geht es beim Schreiben nicht um eine Aufarbeitung der Geschichte, sondern um den Versuch, etwas aus meiner eigenen Perspektive zu erzählen, aus der Perspektive einer Person, der sich die Geschichte in Form von Ideologie und repressiver Politik aufgedrängt hat. Einer Person, die genau deshalb versucht, die vorherrschenden historischen Wahrheiten zu umgehen und sich ausserhalb aufgezwungener Ideologien auszusprechen. Ich denke, das ist es, was Literatur tun kann: Geschichte umgehen und mit dem eigenen Kopf denken und schreiben.

Wie betrachten Sie darüber hinaus die Rolle der Literatur und der Kunst in der heutigen Gesellschaft?

Arsenijevic: Ihre Rolle ist weltweit leider zunehmend marginal. Während noch vor einigen Jahrzehnten Schriftsteller eine privilegierte Position unter den Kunstschaffenden einnahmen und eingeladen waren, sich an Diskussionen zu beteiligen und ihre Meinung dem Rest der Welt kundzutun, so verlieren sie heute an Terrain gegenüber den viel schnelleren Medien, die sie komplett in den Schatten stellen. Junge Leute lesen heute kaum noch, und dieser Prozess wird sich in Zukunft nicht umkehren lassen.

Sajko: Die Rolle der Kunst und der Literatur ist minimal und bedeutungslos, wenn man sie mit der Rolle der Wirtschaft oder sogar der des Sports vergleicht. Kunst braucht Interesse, die Anstrengung und die Bereitschaft, sich von ihr beunruhigen und aufwühlen zu lassen, den Willen, sich eine Meinung zu bilden und seine Einstellungen zu hinterfragen. Ebenso braucht sie den Luxus der Zeit, um sich ihr zu widmen, einen Überschuss an Geld, um sie konsumieren zu können, und auch einen hohen Grad an Informiertheit, um sich im Dschungel der Veranstaltungen zurechtzufinden. Die Rolle der Kunst liegt darin, uns von festgelegten geistigen, politischen oder religiösen Zuschreibungen zu trennen und uns auf einer tieferen, ästhetischen Ebene als Menschen zu verbinden. Ich glaube nicht, dass dieses Bedürfnis heute kleiner geworden ist. Doch durch die Dynamik unserer Gesellschaft und die Dominanz des Kapitals hat es an Sichtbarkeit und politischer Bedeutung verloren.

Velickovic: Meiner Meinung nach spielt die Literatur eine sehr wichtige Rolle, und dies in vielerlei Hinsicht. Die wichtigste Rolle spielt sie in der Bildung und der Erziehung, als Mittel, um eine kollektive Identität zu schaffen, in erster Linie den Nationalismus als Identität des Staats.

Kann Literatur nicht auch alternative kollektive Identitäten schaffen, die sich nicht am Nationalismus orientieren? Und wenn nicht, was bedeutet das für multiethnische Staaten wie etwa Bosnien?

Velickovic: Anhand des Bildungssystems in Bosnien und Herzegowina wird das besonders sichtbar, und es ist äusserst interessant, es zu beobachten und zu erforschen. Hier haben Sie innerhalb eines Staats und einer Sprachregion, die politisch in drei Standardsprachen – Bosnisch, Kroatisch und Serbisch – unterteilt ist, drei völlig unabhängige Lehrpläne für den Literaturunterricht. Die kroatischen Kinder lernen nach dem einen, die serbischen nach einem komplett anderen. Es gibt bei der Lektüre kaum Überschneidungen. Dieses Phänomen ist eine Folge der Bemühungen der jeweiligen nationalistischen Regierungen, über Sprache und Literatur – Mythen, Stereotype, Geschichtsklitterung – die Bevölkerung für ihre Ziele zu mobilisieren. Natürlich ist Nationalismus nicht die einzige kollektive Identität, aber diese ist heute dominant.

Weshalb lässt sich ausgerechnet die Literatur so gut für nationalistische Zwecke einspannen?

Velickovic: Mit ihren Techniken erzeugt die Literatur beim Leser den Eindruck, es handle sich bei ihr um ein «Zeugnis» vergangener Ereignisse. Der Leser kann die Ereignisse «mit eigenen Augen sehen», so wie sie der Schriftsteller schildert. Der Schriftsteller hat das Recht zu fantasieren und zu erfinden, er ist frei, Sachen auch falsch darzustellen – der Historiker hat diese Freiheit nicht! Die Literatur eignet sich deshalb zur Erfindung einer Geschichte, die einer bestimmten Ideologie entsprechen soll. Über das Bildungssystem, in dem der Literatur ein sehr dominanter Platz eingeräumt wird, lässt sie sich für die Prägung und Wahrung nationaler Mythen gebrauchen. In der Schulzeit erfahren die Leute mehr über ihre «Geschichte» aus der Literatur als im Geschichtsunterricht. Das führt dann dazu, dass sie wichtige persönliche und politische Entscheide gestützt auf eine Fiktion treffen anstatt anhand von Tatsachen. Wenn man demnächst einmal aus dieser Perspektive die Lesebücher des sozialistischen Jugoslawiens lesen wird, wird man sehen, welche Ideologie hinter der damaligen Auswahl an Schriftstellern und Werken stand und was man mit den Fragen und Aufgaben zur Interpretation bei den Schülern erreichen wollte. Die heutigen Interpretationen generieren Nationalismus. Deshalb denke ich, dass es gefährlich und dumm ist, die Literatur dort, wo sie das Bildungssystem dominiert, zu marginalisieren und als irgendeine unwichtige «künstlerische» Aktivität zu behandeln.

Wenn man Ihre Erzählungen, Romane und Theaterstücke liest, erhält man den Eindruck, der Krieg habe die Menschen einsam, wurzel- und heimatlos, verzweifelt und leer zurückgelassen. Es scheint wenig Hoffnung zu geben ...

Sajko: Dieser Eindruck entstand wohl eher durch ein Hineininterpretieren als durch eine vertiefte Auseinandersetzung mit der konkreten Literatur. Es wäre doch sehr naiv, die Kunst eines bestimmten geografischen Raums auf das Trauma zu reduzieren, das sich darin ereignet hat. Somit würde die Fähigkeit der Künstler, zu fühlen, auf deren gefühlsmässige Beziehung zu den Symbolen der Heimat beschränkt. Doch schliesslich sind Gefühle der Hoffnungslosigkeit, der Leere, der Verlorenheit und das Hinterfragen aus keiner Literatur wegzudenken – woher auch immer sie kommen mag. Literatur besteht aus Problemen. Niemand schreibt aus Zufriedenheit mit der Welt, sondern nur aus dem Konflikt mit ihr.

Velickovic: Ich vermute, es liegt an der Auswahl unserer Texte, über die Sie verfügen, dass ein solcher Eindruck entstehen konnte. Daneben gibt es auch Texte, die eine sehr klare Botschaft haben und ein Engagement für eine ideale, bessere Zukunft zeigen. Die meisten meiner Geschichten erzählen von Helden, die unzufrieden sind mit ihrer Welt. Doch diese Unzufriedenheit bringt sie dazu, sich eine bessere Welt zu denken. Deshalb, ganz im Gegenteil: Es gibt Hoffnung, sie liegt im Engagement, im Einstehen für universelle Werte, in der Kritik an der vorherrschenden Unmenschlichkeit.

Lesungen und Diskussionen

In Basel und an der Literaare

Seit 2004 organisieren einige Studierende der Uni Bern in Thun das Literaturfestival Literaare, an dem schon bekannte Schweizer AutorInnen wie Lukas Bärfuss, Peter Bichsel, Alex Capus, Guy Krneta, Pedro Lenz, Robert Menasse, Melinda Nadj Abonji, Ruth Schweikert und Jörg Steiner gelesen haben. Am Wochenende des 24. und 25. September wagt sich Literaare mit dem Themenschwerpunkt Südosteuropa auf neues Terrain. Im Kleintheater Alte Oele lesen am Samstagnachmittag der kroatische Kultautor Edo Popovic und Nenad Velickovic aus ihren Werken und diskutieren anschliessend unter Beteiligung des Publikums. Am Abend wird das dokumentarische Roadmovie «The Long Road through Balkan History» (2010) von Zeljko Mirkovic gezeigt. Darin fahren die beiden Schriftsteller Miljenko Jergovic aus Kroatien und Marko Vidojkovic aus Serbien mit einem Auto der Marke Yugo, Symbol ihrer gemeinsamen jugoslawischen Vergangenheit, durch die Schauplätze der wechselhaften Geschichte des ehemaligen Vielvölkerstaates. Am Sonntag lesen Ivana Sajko und Vladimir Arsenijevic und stellen sich im Nachhinein ebenfalls Fragen zur Zusammenarbeit unter SchriftstellerInnen, zu Selbstverständnis, Fremdwahrnehmung und den Spezifika des Literaturbetriebs in den jugoslawischen Nachfolgestaaten.

Das Festival ist Teil des Literaturprojekts «Absolut Zentral», das vom 15. bis 25. September weitere Lesungen und Gespräche mit dem Themenschwerpunkt Osteuropa in Bern, Burgdorf und Biel umfasst. Bereits am Freitagabend, dem 23. September, lesen und diskutieren Arsenijevic, Sajko und Velickovic an einem Themenabend im Literaturhaus Basel, an dem auch «The Long Road through Balkan History» gezeigt wird. Die Veranstaltungen in Basel und Thun finden in Kooperation mit dem Osteuropa-Forum Basel und dem Sarajevo Open Centre statt.

www.literaare.ch / www.absolut-zentral.ch / www.literaturhaus-basel.ch

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