Thomas Bürgisser

Vor 30 Jahren: der Zerfall Jugoslawiens : Die Schweiz als «Frontstaat»

Der Jugoslawienkrieg stellte die offizielle Schweiz vor grosse Herausforderungen. Die Reaktion Anfang der neunziger Jahre fiel weitgehend hilflos aus – mit Ausnahme der Migrationspolitik. Dort ging sie mit Härte und Kälte vor, die bis heute fortwirken. Ein historischer Rückblick.


Bosnien : «Wir stecken in der alten Zeit fest»

Der serbische Präsident Bosniens, Milorad Dodik, stellt die territoriale Einheit des Landes infrage und schürt Ängste vor einem neuen Krieg. Die aus Bosnien stammende Aktivistin Selma Jahic beobachtet die aktuellen Entwicklungen mit Sorge.


Paul Parin : Durch die Windungen seines Gedächtnisses

Vierzig Jahre nach Kriegsende veröffentlichten die PsychoanalytikerInnen Paul Parin und Goldy Parin-Matthèy ihren vielschichtigen Erfahrungsbericht über den jugoslawischen Partisanenkrieg. Nun kommt «Es ist Krieg und wir gehen hin» neu heraus.


25 Jahre nach Srebrenica : «Da begreifst du: Mein Gott, es gibt nichts, was uns retten wird»

Vor einem Vierteljahrhundert fand im ostbosnischen Srebrenica das grösste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg statt. Über 8000 bosniakische Muslime wurden ermordet, Emir Suljagic hat als einer von wenigen überlebt. Heute leitet er die Gedenkstätte von Srebrenica – und fordert Europa auf, sich mit seiner Islamophobie zu konfrontieren.


Kolonialismus von unten : Tod in Surabaya

Durch einen Zufallsfund erhält unser Autor Einblick in das Leben eines Urgrossonkels aus dem Aargau, der in jungen Jahren als Fremdenlegionär nach Niederländisch-Ostindien kam.


Menschenrechtspolitik : Herr Aubert und die sowjetischen Dissidenten

Gerne wird von der «humanitären Tradition» der Schweiz gesprochen. Eine eigentliche Menschenrechtspolitik lancierte das Land aber erst vor genau vierzig Jahren.


Deserteure : Wie Nikolai Nischtscheret nach Reinach kam

Über tausend Deserteure eines russischen Expeditionskorps in Frankreich flohen im Frühjahr 1918 in die Schweiz. Ihr Aufenthalt vor hundert Jahren war geprägt von bürgerlicher Revolutionshysterie und wachsenden sozialen Spannungen am Ende des Ersten Weltkriegs.


Schweiz–Nordkorea : Sirenenklänge aus Pjöngjang

169 Schweizer WintersportlerInnen sind derzeit auf der koreanischen Halbinsel im Einsatz – und fünf Offiziere. Ein Blick auf die Beziehungen, die die Schweiz im Kalten Krieg zum geteilten Korea unterhielt: Linke Politiker waren ebenso interessiert wie die Wirtschaft.


Schweiz–Jugoslawien im Kalten Krieg : Vergessener Geistesverwandter auf dem Balkan

Wofür konnten sich um 1980 Schweizer Linke, Militärstrategen und die Exportwirtschaft begeistern? Für das sozialistische Jugoslawien. Ein Vorabdruck aus dem neuen Buch des WOZ-Autors Thomas Bürgisser, das die historischen Verflechtungen zwischen der Schweiz und dem Vielvölkerstaat nachzeichnet.


Mai 1917 : Der tote Russ’ im Rhein

Im Verhalten der Behörden gegenüber russischen Militärflüchtlingen im Ersten Weltkrieg zeichnete sich in der Schweiz ein fataler Wandel im Umgang mit «Fremden» ab – unter dem Eindruck von Nationalismus und Revolutionshysterie.