Nr. 03/2016 vom 21.01.2016

Praktische Piktogramme

Susi Stühlinger über die neue Frauenfreundlichkeit

Von Susi Stühlinger

Paul Winiker aus Kriens, kantonaler Sicherheitsdirektor, war zufrieden. Endlich wieder normale Zustände in Luzern. Die Frau durfte sich wieder auf die Strasse trauen. Der Onkel konnte beruhigt nach Thailand fliegen, nun, da seine Nichte in Sicherheit war. Dem Sexknigge für Migranten sei Dank.

Mit freundlichen Piktogrammen illustriert das Papier, wie man hierzulande mit Frauen umzugehen hat, nämlich nicht so wie in der islamischen Machokultur, sowie dass alle Religionen gleichermassen respektiert werden, ebenso die Homosexualität, ganz besonders in katholischen Regionen wie dem Kanton Luzern. Um etwaigen weiteren Missverständnissen vorzubeugen, erwähnt die Stadt Luzern überdies im Fasnachtsprogramm explizit, dass es sich beim «Fötzeliräge» am Schmutzigen Donnerstag um einen Regen aus Papierschnitzeln und nicht irgendetwas anderes handelt. 

Echte Schnitzel wären auch eine Verschwendung gewesen und vermutlich eine unnötige Provokation der islamischen Asylbewerber, weil vom Schwein und so, und in einer Willkommenskultur musste man auch mal ein Stück entgegenkommen, auch wenn natürlich, grundsätzlich, schon die sich anzupassen hätten. Aber unnötig Öl ins Feuer giessen war ja auch nicht nötig, jetzt, wo die «SonntagsZeitung» enthüllt hatte, wie Islamisten sich die Bedingungen in den Asylheimen zunutze machten, um Selbstmordattentäter zu rekrutieren, und das musste ja nicht unbedingt sein. So oder so: Die Fasnacht konnte kommen.

Ganz anders in Zürich. Dort, so hatte es Dr. iur. Christoph Wolfram Blocher aufgedeckt, ignorierte die Polizei systematisch die Hilferufe von sexuell belästigten Frauen, während sie sich bei linken Chaotinnen entschuldigte, nur weil die mal kurz vor ein paar Beamtinnen die Kleider hatten ausziehen müssen. All dies war das Machwerk jener Diktatoren, die im Begriff waren, ihre linke Ideologie unter einem pseudowissenschaftlichen Tarnmantel in Parlament, Regierung und Gerichte und eben auch in die Polizei zu schleusen, wie er es den Männern und Frauen an der Albisgüetli-Tagung erklärt hatte. Wer die Albisgüetli-Rede verpasst hatte, konnte sie übrigens bequem auf blick.ch herunterladen. Das war mal ein Service public!

Wie das jetzt weitergehen sollte und was getan werden konnte zum Schutz der Frau vor den sie belästigenden Illegalen – die man neuerdings Flüchtlinge nannte, um so die Unfähigkeit des Grenzschutzes mit dem Schein menschlicher Wärme zu verdecken –, war unklar. Klar war, dass ohne ausreichenden Schutz der Schweizer Grenzen der Schutz der sexuellen Integrität der Frauen reines Wunschdenken bleiben würde.

Was also tun? Antworten liefert auch der «Blick» nicht. Er wirft stattdessen weitere wichtige Fragen auf: Wie spritzt Sperma stärker? Bedeuten grosse Brüste gleich mehr Erfolg im Busch? Wer ist die schöne Enkelin von Joe Biden? Letzteres Rätsel scheint möglicherweise gelöst. Unbestätigten Meldungen zufolge soll es sich bei der jungen Frau um die Enkelin von US-Vizepräsident Joe Biden handeln.

Susi Stühlinger hat dann doch nicht die ganze Albisgüetli-Rede gelesen.

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