Nr. 46/2016 vom 17.11.2016

Millionen von Säcken

Von Susan Boos (Text) und Fabian Biasio (Foto)

Keine Menschen. Hügel, Schnee und akkurat aufgereihte Containersäcke. Wie Skulpturen stehen sie in der Landschaft rund um das havarierte AKW Fukushima. Es müssen Millionen dieser Flexible Container Bags oder kurz Fleconbags sein. Das ist es, was nach dem Super-GAU sichtbar zurückbleibt.

Durch die dreifache Kernschmelze wurden vor fünf Jahren in der Präfektur Fukushima Tausende von Quadratkilometern radioaktiv verseucht. Die japanische Regierung liess ein Gebiet von der Grösse des Kantons Zürich dekontaminieren: Arbeiter mussten in den Gärten und auf den Feldern die oberste Erdschicht abtragen, Blätter und Dreck zusammenkehren, die Hausdächer fegen. Der strahlende Müll, der dabei anfiel, wurde in die Fleconbags verpackt. Die Säcke, die jeweils tausend Liter fassen, werden die nächsten Jahre auf den Feldern stehen bleiben. Niemand weiss, wohin damit. Landwirtschaft wird in diesem Gebiet trotz aufwendiger Putzaktion noch lange nicht möglich sein.

Bald sollen die Leute in die evakuierten Dörfer zurückkehren. Das werden aber nur wenige tun. Vor allem Familien mit kleinen Kindern wollen nicht zurück.

Lesen Sie auch die Reportage «Fünf Jahre nach Fukushima. Auf der Route 6 durch die Sperrzone» von Susan Boos (WOZ Nr. 8/2016).

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