Nr. 22/2021 vom 03.06.2021

Markus Meier

Fotomontage: WOZ

Markus Meier ist stolzer Besitzer eines Eigenheims in Ormalingen BL. An dieser Wohnform schätzt er besonders, dass man «mehr Abstand von den Nachbarn und damit auch mehr Freiheiten» geniesse, wie er der «Weltwoche» sagte. Diese Freiheit ist auch das berufliche Anliegen des 59-jährigen Katzenfreunds, Hobbytauchers und SVP-Landrats: Meier ist Direktor des Hauseigentümerverbands – mit 340 000 Mitgliedern eine Macht im Land.

Da kann er es sich leisten, im Stakkato Angst und Schrecken zu verbreiten: Gewerbetreibende stürzte Lobbyist Meier in Existenzängste, als er im Lockdown Mietzinserlasse verhinderte. ÄsthetInnen ist er ein Schreck, weil er sich gegen kommunale Verbote von Schottergärten wehrt. Und die Klimakatastrophe ist ihm egal: Unter Androhung höherer Mieten macht er gegen das CO2-Gesetz mobil. Was der Mann, dessen Namen (Markus Meier) man sich höchstens zwei Zeilen lang merken kann, dabei immer zu erwähnen vergisst: Die ImmobilienbesitzerInnen streichen Renditen ein, die ihnen laut Gesetz nicht zustünden. Die Mieten müssten «heute viel, viel tiefer liegen», hielt die Raiffeisen 2017 in einer Studie fest und nannte ein Senkungspotenzial von 40 Prozent. Ein Milliardendiebstahl.

Am Dienstag lehnte – auch auf Anraten Meiers – eine hauchdünne rechte Nationalratsmehrheit die Revision des Mietrechts ab. Die 58 Prozent MieterInnen im Lande müssen sich weiter vor ruinösen Mietkosten fürchten.

Wie soll nun Gefährder Meier per Massnahme aus dem neuen Terrorgesetz PMT deradikalisiert werden? Angesichts seiner «Mis Dihei»-Ideologie erscheint Hausarrest für ihn kontraproduktiv. Abhilfe schafft die Gesprächsteilnahmepflicht (Art. 23 k): Vielleicht mag ihm ja sein Nachbar regelmässig ins Gewissen reden.

Bis zur Abstimmung vom 13. Juni kürt die WOZ in jeder Ausgabe eineN GefährderIn der Woche – und belegt dieseN mit einer präventiven Massnahme aus dem Katalog des PMT. Natürlich immer mit Augenmass und unter Wahrung der Verhältnismässigkeit!

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