Nr. 17/2021 vom 29.04.2021

Hanspeter Krüsi

Fotomontage: WOZ

Mit ihren Fahnen und Treicheln erinnern sie längst an die alten Eidgenossen. Nach der Schlacht um Liestal, dem Tumult in Altdorf und dem Getümmel in Schaffhausen sind die Truppen der vereinigten CoronaverschwörerInnen am Wochenende nach Rapperswil vorgerückt. Wie immer mit freiheitlichen Parolen und offenem Visier unterwegs, trafen sie auf eine verständnisvolle St. Galler Kantonspolizei. Viral ging die Aufnahme eines lachenden Polizisten, der sich von einer Demonstrantin umarmen und eine Rose überreichen liess. Wir erinnern uns: Noch vor wenigen Wochen hat die St. Galler Polizei über 500 Jugendliche aus St. Gallen weggewiesen, bloss weil sie jung aussahen.

Nun aber rechtfertigt sich Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der St. Galler Kantonspolizei, die an der Demonstration in Rapperswil Teilnehmenden seien völlig unauffällig gekleidet gewesen. «Wir konnten sie nicht von Spaziergängern unterscheiden.» Auch wenn es uns mit banger Sorge erfüllt, dass die Treffen der CoronaverschwörerInnen Superspreaderevents sind: Selbstverständlich wollen wir hier als die wahren FreundInnen der Verfassung keine Wegweisungen fordern und schon gar kein Tränengas gegen Virenschleudern. Indem die St. Galler Polizei aber zweierlei Mass anwendet, die Jugendlichen verhaftet und die VerschwörerInnen spazieren lässt, verbreitet sie unzweifelhaft Furcht und Schrecken in der Bevölkerung. Auch sie könnte damit potenziell vom neuen Terrorgesetz PMT betroffen sein.

Wir freuen uns deshalb, dass der WOZ-Preis «Gefährder der Woche» nach der Kür von Karin Keller-Sutter in der letzten Ausgabe erneut nach St. Gallen gehen kann: Herzliche Gratulation an Hanspeter Krüsi und seine Mannschaft! Im Katalog der Massnahmen, die mit dem PMT in Kraft treten würden, haben wir auch wieder eine passende gefunden und erteilen Krüsi ein Kontaktverbot zu bestimmten Gruppen, in diesem Fall zu den CoronaverschwörerInnen. Wenn die Polizei sie schon aufmarschieren lässt, bleibt sie dem Anlass das nächste Mal besser gleich fern. So werden drohende Umarmungen schon präventiv verhindert.

Bis zur Abstimmung vom 13. Juni kürt die WOZ in jeder Ausgabe eineN GefährderIn der Woche – und belegt diese Person mit einer präventiven Massnahme aus dem Katalog des PMT. Natürlich immer mit Augenmass und unter Wahrung der Verhältnismässigkeit!

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