Was hatte die SPD nicht alles versprochen: Man werde sich um die Armen kümmern, für die Lohnabhängigen sorgen und sich für eine gerechte Gesellschaft einsetzen. Wie passt das mit der aktuellen Politik zusammen?
Seit Jahren untersucht der Soziologe Hartmut Rosa, wie sich die immer schnelleren Abläufe in der Kommunikation und der Wirtschaft auf die Gesellschaft auswirken. Nun hat er seine Erkenntnisse zusammengefasst.
In nicht allzu langer Zeit könnte die globalisierte Welt in regionale Machtblöcke zerfallen, die sich bekämpfen, sagt Peter Niggli von Alliance Sud. Es sei denn, neue Bewegungen verhindern die fortschreitende Entdemokratisierung.
Noch immer gilt Burn-out als Heldenabzeichen der kapitalistischen Leistungsgesellschaft. Dass dabei emanzipatorische Errungenschaften bedroht sind, wird ausgeblendet.
Wird Deutschland jetzt schwarz? Ganz so einfach ist das Ergebnis der Bundestagswahl vom Sonntag nicht zu interpretieren. Aber Deutschland bleibt, wie es war. Und das ist schlimm genug.
Der verwilderte Kapitalismus wird von einem nachhaltigeren Verwertungsmodell abgelöst, sagt der Soziologe Sighard Neckel. Die Frage ist nur: Wer bestimmt den Transformationsprozess?
Widerstand ist nicht an sich gut, sagt Frigga Haug, er muss schon eine Perspektive haben. Und eine Bewegung entsteht nicht nur durch rationales Denken. Aber wenn sie mal da ist, ist vieles möglich.
Regierungen stehen dann gut da, wenn die Opposition nichts auf die Reihe bekommt. Das ist zugegebenermassen ein Gemeinplatz. Doch manchmal trifft er zu, wie derzeit in Deutschland.
Je individualisierter eine Gesellschaft ist, desto eher nehmen die Menschen alles auf sich, sagt Ueli Mäder. Und doch lassen sie sich nicht mehr alles gefallen – und erkämpfen sich gemeinsam Freiräume. Ein Gespräch mit dem Basler Soziologen.