Nr. 39/2021 vom 30.09.2021

Kochareal: Robohund beisst Besetzer

Von Renato BeckMail an Autor:in

Am Wochenende ist das Zürcher Kochareal geräumt worden. Das Areal war 2013 schon einmal für einige Jahre besetzt worden, ehe dort eine Siedlung gebaut wurde. Diese muss nun einem Neubau weichen: dem Subprime-Tower, Zürichs erster Genossenschaft für richtig Reiche. Bei der Räumung spielten sich dramatische Szenen ab. «Ich habe eine Utopie», rief Besetzer Aki den Journalist:innen zu, «eine Wohnung für unter 6000 Franken Miete!» Die anwesenden Spezialkräfte brachen in Gelächter aus, dann wurde Aki von einem polizeilichen Robohund in den Hintern gebissen.

Seit siebzig Jahren ist Rot-Grün in Zürich ununterbrochen an der Macht – und noch immer wird Wohnpolitik uniformiert durchgesetzt. Die sogenannten Linken arbeiten dem Kapital zu. Schlimmer noch: Sie sind das Kapital. «Wer den Boden kontrolliert, kontrolliert alles» heisst es am Denkmal der Stadtheiligen Jacqueline Badran. Es ist der Leitspruch der Zürcher Politik, die in jedem Freiraum subversive Umtriebe vermutet. «Das Genossenschaftsmodell ist so lange ein Erfolg, wie es für alle Zürcherinnen und Zürcher attraktiv ist», erklärte die Stadtregierung, bevor sie zum Abriss blies, «auch für Banker.» 

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