13.04.2000

Chronologie Basel

Recherchen: Dominik Straumann

1978 Erstes AJZ in Basel • Erste Häuserbesetzung in Basel • Projekt Kulturwerkstatt Kaserne.
1980 Gründung des Vereins Kulturwerkstatt Kaserne und Eröffnung des Kulturbetriebs.
April 1980 In drei zum Abbruch bestimmten Häusern am Spalenring findet ein Fest mit etwa 150 Personen statt, welche die Häuser als AJZ fordern. Anschliessend Auseinandersetzungen mit der Polizei und Abbruch der Häuser.
25. 4. 1980 Farbschmierereien in der ganzen Stadt: «Stoppt den Frust», «God kill the Queen oder ich mach es».
1. 5. 1980 An der offiziellen 1.-Mai-Feier kommt es zu Gehässigkeiten: Da die Frauenorganisatio-nen keine Rednerin stellen durften, wird das Rednerpult während mehrerer Minuten besetzt. Es kommt zu tumultartigen Szenen. Bei der Anti-Queen-Demo («Mitmarschiere / d’Queen flambiere») kommt es zu Ausschreitungen: 16 Personen werden verhaftet, 10 Personen müssen hospitalisiert werden.
20. 6. 1980 700 Personen nehmen an einem Solidaritätsfest und einer Demo für das AJZ Zürich teil.
23. 6. 1980 2000 Personen versuchen die Gebäude auf dem Gas- und Wasserwerkareal an der Heuwaage zu besetzen. Dort schon bereitstehende Polizisten verhindern das Vorhaben. Auf dem Weg zurück kommt es zu Sachbeschädigungen am Barfi und zu ersten Tränengaseinsätzen der Polizei. Es folgt ein Katz-und- Maus-Spiel zwischen Demonstrierenden und Polizei, bis die Aktionen auf der Mittleren Rheinbrücke mit Einkesselung der übrig gebliebenen DemonstrantInnen und Tränengaseinsätzen gestoppt werden.
25. 6. 1980 Erneute Demo von 500 Personen, die ein Basler AJZ fordern.
27. 6. 1980 Die Häuser an der Ryffstrasse 19–25 werden besetzt.
18. 8. 1980 Nachdem die BesetzerInnen die Häuser an der Ryffstrasse termingerecht geräumt haben, kommt es zu verschiedenen Strassenbarrikaden und Verwüstungen in der Nähe der Häuser.
20. 8. 1980 Ein Trauermarsch von Bewegten setzt sich von der Ryffstrasse in Richtung Gefängnis Lohnhof in Gang, da sich dort eine der Bewegung bekannte Person erhängt hatte. Unterwegs kommt es zu Sachbeschädigungen und dem bisher massivsten Einsatz der Polizei. 65 Personen werden verhaftet.
31. 1. 1981 Lärm, Farbbeutel, Eier und Feuerwerk begleiten die Podiumsdiskussion «Ist der Rechtsstaat gefährdet?» im Bernoullianum, die im Zusammenhang mit der Aktionswoche «Unruhe im Rechtsstaat» des Theaters Basel organisiert wurde. Nach tumultartigen Szenen wird die Veranstaltung vorzeitig abgebrochen. Drei Personen werden festgenommen. Im Anschluss kommt es zu Sachbeschädigungen und Ausschreitungen in der Innenstadt.
14. 2. 1981 Ein ehemaliges Postbetriebsgebäude an der Hochstrasse 16 wird besetzt. Unter Duldung der Eigentümerin bleibt es bis zur Räumung am 5. Mai als AJZ («Europas grösstes autonomes Jugendzentrum») geöffnet.
1. 5. 1981 Krawalle an der 1.-Mai-Feier auf dem Marktplatz: Trotz Redeerlaubnis für die AJZler wird das Mikrofon abgeschaltet. Danach folgen tumultartige Szenen am Rednerpult, und wenig später formiert sich der Demozug, wobei es zu massiven Sachbeschädigungen (1 Mio. Franken) in der Freien Strasse kommt. 10 Demonstrierende werden festgenommen.
3. 5. 1981 Auseinandersetzungen mit 100 «Faschos» und «Babyrockern» auf der Peter Merian-Brücke vor dem AJZ. Der Basler Polizei wird Zusammenarbeit mit den Faschos vorgeworfen.
5. 5. 1981 Räumung des AJZ: Die Polizei trifft am Morgen im AJZ ein und verhaftet 141 Personen, die in die ehemalige Strafanstalt Schällemätteli gebracht werden. Dort kommt es zu Ausbruchversuchen, welche mit Tränengaseinsätzen gestoppt werden. Die abendliche Solidaritätsdemo vor dem Schällemätteli wird mit Tränengas aufgelöst. Beim Rückzug in die Innenstadt kommt es zu Sachbeschädigungen.
9. 5. 1981 AJZ-Grossdemo mit 7000 Personen durch die Stadt. Das alte Gaswerk an der Vogesenstrasse/Gasstrasse wird nicht besetzt, da es sich als «Bruchbude» nicht eignet. Gleichzeitig stellen die Demonstrierenden ein Ultimatum an die Regierung, dass innerhalb einer Woche ein geeignetes Areal zur Verfügung gestellt werden soll.
16. 5. 1981 3000 Personen treffen sich auf dem Marktplatz zu einer Grossdemo. Die Regierung ist auf das Ultimatum nicht eingetreten. Die Bewegung besetzt die ehemalige Andlauerklinik am Petersgraben (AJZ 2).
18. 5. 1981 Räumung der Andlauerklinik durch die Polizei. Zirka 100 Personen werden zwecks Personalien in den Spiegelhof gebracht. Nach der abendlichen VV auf dem Petersplatz folgt eine Demo mit 1000 Personen und Sachbeschädigungen in der Innenstadt.
25. 5. 1981 Besetzung von neun leeren Häusern.
30. 5. 1981 Es kommt zu den bis dahin schwersten Auseinandersetzungen. Die Polizei ist nach dem Fussballländerspiel Schweiz–England (2:1) doppelt gefordert. Einerseits muss sie die englischen Hooligans im Zaum halten, andererseits versuchen AJZ-SympathisantInnen im Anschluss an ein Fest auf dem Theaterplatz, ins Stadttheater einzudringen. Die Polizei interveniert; es kommt zu Strassenbarrikaden am Bankenplatz und Sachbeschädigungen in der Aeschenvorstadt. Die Scharmützel dauern bis zum frühen Morgen. Insgesamt werden 9 Personen verhaftet.
13. 6. 1981 Strassenschlachten zwischen der Polizei und AJZ-AnhängerInnen prägen das Bild der Basler Innenstadt. Am Nachmittag ziehen 1000 Personen vom Marktplatz via Lohnhof zur Heuwaage, wo sie das leer stehende Gas- und Wasserwerk besetzen wollen. Die Gebäude werden bereits von der Polizei bewacht. Es kommt zu Auseinandersetzungen und zur Vertreibung der Demonstrierenden mit Tränengas und Gummigeschossen. Die Scharmützel dauern bis gegen Mitternacht an.
1. 8. 1981 Sabotage der offiziellen 1.-August-Feier auf dem Bruderholz: Es kommt zu Schlägereien zwischen Mitgliedern eines Jodlerklubs und den Demonstrierenden, nachdem der Gesangsvortrag gestört wurde.
15. 8. 1981 Friedliche Demo mit 1000 Personen Richtung Kleinbasel, wo sich einige Demonstrierende in die dortigen Warenhäuser begeben und für beträchtliche Aufregung sorgen. Anschliessend folgt ein Badehappening im Rhein.
6.–9. 10. 1981 Nuclex-Ausstellung in der Musterhalle. 3000 Personen nehmen an der Nix-Nuclex-Demo teil, nachdem zuvor das Rathausdach besetzt worden war und die Nuclex-Zulieferer mit Sitzblockaden gestört wurden.
Weihnachten 1981 Erneute AJZ-Besetzung.
14. 2. 1982 Demo zum Jubiläum der Besetzung des AJZ an der Hochstrasse.

Die weitere Entwicklung in den achtziger Jahren

April 1986 Beginn der kulturellen Zwischennutzung der Alten Stadtgärtnerei.
Januar 1987 Von nun an Nutzung des Areals ohne Bewilligung.
1. 9. 1987 Einreichung der Initiative für einen Kultur- und Naturpark im St. Johann.
8. 5. 1988 Abstimmungsresultat: 44 Prozent Ja- zu 56 Prozent Nein-Stimmen.
21. 6. 1988 Polizeiliche Räumung der Alten Stadtgärtnerei.
20. 9. 1988 Das ehemalige Kino Union wird besetzt.
1. 4. 1989 Polizeiliche Räumung des Union nach einer Demonstration für ein «autonomes Kulturzentrum in der Stadt».
Juli 1990 bis Juli 1993 Zwischennutzung des Werkraums Schlotterbeck und der Alten Stückfärberei.

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