Michel Temer will die Rechte von ArbeiterInnen und Armen beschneiden und gleichzeitig Korruptionsermittlungen gegen ihn selbst und andere vergessen machen. Doch der Widerstand gegen den neuen Präsidenten wächst.
Die Euphorie über Olympia ist längst verpufft. Im krisengeschüttelten Brasilien ist zu spüren, dass man sich mit den Spielen vielleicht übernommen hat.
Das Armenviertel Vila Autódromo steht der Spekulation rund um den Olympiapark in Rio de Janeiro im Weg. Viele BewohnerInnen gaben dem Druck nach und wurden umgesiedelt. Eine kleine Gruppe harrt bis heute aus.
Sollte das Amtsenthebungsverfahren gegen Dilma Rousseff laufen wie geplant, wird Michel Temer Staatschef – obwohl er selbst unter Korruptionsverdacht steht.
Millionen Menschen gehen seit Wochen auf die Strasse und fordern die Absetzung von Präsidentin Dilma Rousseff – Brasilien radikalisiert sich. Doch im Schlamassel wird etwas Positives oft übersehen.
Wie schwarze Frauen in Brasilien gegen jahrhundertealte Rollenbilder kämpfen. Putzfrau und Kindermädchen? Das war einmal. Jetzt sind sie Technikerinnen oder Unternehmerinnen.
Der Rio São Francisco soll umgeleitet werden, um den trockenen Nordosten Brasiliens zu bewässern. Aber der einst mächtige Strom droht vorher zu versiegen. Die Katastrophe ist menschengemacht.
Ein paar wenige Baukonzerne bereichern sich an den Olympischen Sommerspielen von Rio de Janeiro. Es sind dieselben, die vorher den Wahlkampf des Bürgermeisters finanzierten.
Die brasilianische Arbeiterpartei ist nach mehr als einem Jahrzehnt an der Regierung in einer tiefen Krise. Sie hat sich erneut in einen Korruptionsskandal verstrickt. Und Präsidentin Dilma Rousseff betreibt eine Politik, die bei ihren WählerInnen nur noch Enttäuschung auslöst.