Wer schreibt, lebt gefährlich

wobei 3/

Illustration von Julia Demierre: mehrere Personen lesen ein Buch heimlich unter der Bettdecke
Illustration: Julia Demierre

Autoritäre Regimes und Diktaturen fürchten Autor:innen. Diese stellen sich herrschenden Narrativen entgegen, bekräftigen historische Wahrheiten oder geben jenen eine Stimme, deren Geschichten getilgt wurden. Laut dem «Freedom to Write Index» steigt die Zahl der weltweit inhaftierten Schriftsteller:innen jährlich: 2024 sassen mindestens 375 in vierzig Ländern im Gefängnis.

Die Südsudanesin Stella Gaitano sowie der Belaruse Sasha Filipenko, beide zu Gast an den Solothurner Literaturtagen, mussten ihre Heimat verlassen, um dem Gefängnis zu entgehen. Warum das Regime sie fürchtet – davon erzählt Gaitano im Interview mit Silvia Süess. Und Filipenko schildert in seinem Text die Absurdität der Strafverfahren gegen ihn. Warum Bücher seit Jahrhunderten auf dem Index landen und wieso uns die aktuelle Entwicklung Sorge bereiten sollte, davon handelt Daniela Jansers Text.

Rezensionen zu weiteren Büchern, die an den Literaturtagen vom 15. bis 17. Mai vorgestellt werden, sowie ein Porträt der preisgekrönten Lyrikerin Monika Rinck finden Sie in der zweiten Hälfte des Hefts.

Illustrationen im Heft

Die Illustrationen in diesem Heft hat Julia Demierre gestaltet. Die Freiburgerin hat an der Hochschule Luzern Illustration studiert und visualisiert hier die Gefahren, die vom Schreiben und Lesen ausgehen.