Nr. 25/2015 vom 18.06.2015

Schaffhausen und Jura

Von Stephan Müller

SH (2 Sitze): Alles bleibt gleich

Gibt es – wie im Kanton Schaffhausen – nur zwei Nationalratssitze zu vergeben, dann gilt es, über ein Drittel der Stimmen zu erreichen, um einen Sitz auf sicher zu haben (weil mehr als ein Drittel unmöglich dreimal erzielt werden kann).

Kanton Schaffhausen. Grafik: WOZ, Quelle: Bundesamt für Statistik

Vor vier Jahren sind SP und AL eine Listenverbindung eingegangen, die 38,9 Prozent erreichte. Dieses Jahr kandidieren zusätzlich die Grünen – in Schaffhausen nennen sie sich Ökoliberale Bewegung (ÖBS) –, die sich diesem Bündnis anschliessen wollen. Klar ist, dass die SP als stärkste linke Kraft den Sitz des linken Bündnisses gewinnen wird.

Die FDP schliesst neu mit der SVP und der EDU eine Listenverbindung. Zusammen erreichten sie 2011 56,0 Prozent der Stimmen, von denen die SVP 39,9 Prozent beisteuerte. Der rechte Sitz geht damit auch dieses Jahr an die SVP. Ein zweiter Sitz liegt ausser Reichweite, sogar zusammen mit der CVP. Die CVP erreichte vor vier Jahren 5,2 Prozent (damals entschied sich die FDP für ein Listenbündnis mit der CVP anstatt der SVP), tritt dieses Jahr aber möglicherweise gar nicht mehr an.

Fazit: In Schaffhausen bleibt alles beim Alten, SVP und SP gewinnen je einen Sitz.

JU (2 Sitze): 
Alles bleibt gleich

Auch im Kanton Jura mit zwei Sitzen braucht es über ein Drittel der Stimmen, damit sicher ein Sitz zu gewinnen ist. Die Linke erreichte 2011 41,8 Prozent der Stimmen (SP 30,8, Grüne 11 Prozent), womit auch dieser SP-Sitz als sicher gelten kann. Die CVP erhielt vor vier Jahren 33,2 Prozent und lag damit zwar knapp unter der Hürde von einem Drittel der Stimmen, sicherte sich aber in der zweiten Verteilungsrunde den Sitz, da sie weit vor SVP (15,5 Prozent) und FDP (9,5 Prozent) lag.

Kanton Jura. Grafik: WOZ, Quelle: Bundesamt für Statistik

Eine Chance gegen die CVP hätten SVP und FDP nur, wenn sie wie 2007 eine Listenverbindung eingehen würden. Damals erreichte die CVP nur 25,0 Prozent der Stimmen. SVP/FDP überholten sie mit zusammen 27,1 Prozent, womit der Sitz an die SVP mit 13,7 Prozent ging, die den Listenpartner FDP (13,4 Prozent) ganz knapp ausstach. Damit hatte niemand gerechnet, zuletzt die FDP, sodass diese Listenverbindung 2011 nicht mehr zustande kam – und wohl auch 2015 nicht zustande kommen wird.

Fazit: Im Jura bleibt alles beim Alten, CVP und SP gewinnen je einen Sitz.

Seitenblick auf die Ständeratswahlen: Da die zwei Ständeräte im Jura ebenfalls im Proporz gewählt werden – allerdings ohne die Möglichkeit, Listenverbindungen einzugehen –, bleibt auch dort die Sitzverteilung gleich: einmal CVP, einmal SP.

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