Nr. 39/2015 vom 24.09.2015

Obwalden und Nidwalden

Von Stephan Müller

OW (1 Sitz): CSP verteidigt Sitz

Kanton Obwalden. Grafik: WOZ; Quelle: Bundesamt für Statistik

Obwalden gehört mit Nidwalden zu den beiden Kantonen, in denen jeweils unklar ist, ob überhaupt eine Nationalratswahl stattfindet, da die Wahl abgesagt wird, wenn nur eine Person angemeldet ist (sogenannte stille Wahl). Vor acht Jahren setzte sich die SVP überraschend gegen drei Konkurrenten durch. Sie lag mit 32,9 Prozent knapp vor der CVP mit 32,5 Prozent. Ein Parteiloser erreichte 22,5 Prozent, die SP 11,6 Prozent. Vor vier Jahren stellten als Reaktion darauf CVP, CSP, FDP und SP gemeinsam den CSP-Kandidaten Karl Vogler auf, der den bisherigen SVP-Nationalrat Christoph von Rotz klar schlug. Die CSP (Christlich-soziale Partei) ist eine eigenständige Partei in Obwalden, die auch einen Regierungsrat stellt. Sie ist der CVP Schweiz nicht angeschlossen, weswegen ihr WählerInnenanteil nicht ins Gesamtergebnis der CVP einfliesst. Vogler, der erneut kandidiert, hat sich in Bern jedoch der CVP-Fraktion angeschlossen. Er wird nun von Daniel Wyler (SVP) herausgefordert, der Revanche für die Niederlage vor vier Jahren nehmen will. Vogler dürfte jedoch klar wiedergewählt werden.

NW (1 Sitz): SVP verteidigt Sitz

Kanton Nidwalden. Grafik: WOZ; Quelle: Bundesamt für Statistik

In Nidwalden wird nur zur Urne gerufen, weil der bisherige SVP-Nationalrat Peter Keller nicht der einzige Kandidat blieb. Er wurde in letzter Minute vom parteilosen Andreas Fagetti unter dem Signet «Demokratie ermöglichen» herausgefordert. Somit kommt es zum Duell zweier Journalisten, wobei Fagetti – im Gegensatz zum «Weltwoche»-Journalisten Peter Keller – im Fall seiner Wahl nicht mehr für die Zeitung (in seinem Fall die WOZ) schreiben würde. Vor vier Jahren gewann Keller mit 45 Prozent der Stimmen die Wahlen vor dem FDP-Kandidaten mit 35 Prozent. Der grüne Kandidat erreichte knapp 20 Prozent. Fagetti hat nur Chancen, wenn er informell oder formell die Unterstützung einer breiten Parteiallianz hat (momentan unterstützen ihn SP und Grüne). Da eine breitere Allianz nicht in Sicht ist, kann Keller mit seiner Wiederwahl rechnen. Immerhin wird er nicht in stiller Wahl durch den Regierungsrat ernannt. Es finden also in allen Kantonen der Schweiz demokratische Wahlen für den Nationalrat statt.

Mit Ob- und Nidwalden endet die «Wahlgymnastik»-Serie. Prognosen zu den Nationalratswahlen in allen Kantonen finden Sie unter: www.woz.ch/wahlgymnastik.

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